Mit welchem von beiden Laendern fiebern Sie als Russlanddeutsche mit bei internationalen Wettbewerben und Olympischen Spielen?
Dieser Tag in der russlanddeutschen Geschichte und Kultur
Am 10. März 1955 verpflichtete der Ministerrat der UdSSR die Organe für innere Angelegenheiten, den Spezielsiedlern einen Paß auszustellen. Damit wurde das bedeutende moralische Element der Diskriminierung dieser Kategorie der Sowjetbürger entgegen liquidiert.
04.03.2010
Der Verdienstorden der Bundesrepublik Deutschland wurde an den kasachischen Literaten Herold Belger verliehen
Im Namen des Bundespräsidenten der Bundesrepublik Deutschland verlieh der Deutsche Botschafter, Herr Rainer Schlageter am 3.März in Almaty das Verdienstkreuz am Bande der Bundesrepublik Deutschland an den kasachischen Literaten Herold Belger für seine besonderen Verdienste um die Völkerverständigung zwischen Deutschland und Kasachstan.
Ein Schritt in die Zukunft oder Potemkinsche Dörfer?
Das 8. Forum der Russlanddeutschen fand in Moskau statt
Das Forum gehört zum Hauptdiskussionsplatz auf der föderalen Ebene im öffentlichen Leben der Deutschen in der Russischen Föderation. In den letzten Januartagen fand das 8. Forum der Russlanddeutschen, und nämlich seine zweite Phase: Ende letzten Jahres wurden Maßnahmen durchgeführt, die den Boden für neue Entscheidungen und Auswertung der dreijährigen Arbeit bereiteten.
Deutschland führt seit Anfang der 90er die Hilfenpolitik zugunsten der deutschen Minderheit in der Russischen Föderation durch. Seitdem hat sich viel verändert: Dreimal wechselten die Aussiedlerbeauftragten, zweimal die von ihnen erklärten Prioritäten der Hilfenpolitik. Eine Mittlerorganisation (Verein für Deutsche Kulturbeziehungen im Ausland, VDA) räumte den Vorrang einer anderen Mittlerorganisation ein – der Deutschen Gesellschaft für Technische Zusammenarbeit (GTZ). Die Förderung hat sich fünfmal verringert. Die verantwortlichen Beamten kamen und gingen. Es blieb nur Frank Willenberg. Seit 1992 bis Ende 2009 beschäftigte er sich im Bundesinnenministerium mit der Problematik der Russlanddeutschen. Am 31. Dezember ging der Leiter der Unterabteilung „Spätaussiedler und nationale Minderheiten“ in Rente. Beim Abschied hat er unsere Fragen beantwortet.
„Ich habe das Buch „Deutsche Siedlungen im Südosten der Ukraine“ aufgeschlagen, das mir Nikolaj Schischkin gab, und das Foto von meinem Urgroßvater gefunden. Es war sehr überraschend. Ein sehr emotionaler Augenblick“. Am 30.Januar, am letzten Arbeitstag des Forums der russlanddeutschen Begegnungszentren, konnte jeder Teilnehmer des Forums über seine Eindrücke von der Veranstaltung sprechen. So sprach Viktor Janzen über die emotionale Begegnung, die er erlebt hatte, als er das Foto von Peter Niebuhr entdeckte, der zusammen mit seinem Bruder die Fabrik der landwirtschaftlichen Geräte in der Kolonie Neu-Jork besaß. „Jetzt auf dem Forum ist mir wieder klar geworden, dass die Zeit nicht aus den Fugen ist und auf dem Forum der Begegnungszentren, auf dem Forum der Begegnungen der Deutschen aus den unterschiedlichen Regionen und Ländern, diese Verbindung nur stärker wird. Ich kehre zurück und erzähle alles meinem Sohn“, so Janzen.
Vom 13.-18. Januar fand in Kislowodsk die Arbeitstagung der Regionalen Koordinierungsräte (RKR) der russlanddeutschen Begegnungszentren der sogenannten Pilotregionen Russlands, d.h. der Zentralregion, der Regionen Ural und Wolga, der südlichen Region und des Kaukasus. Darüber hinaus waren die RKR-Leiter aus dem Südural sowie aus Ostsibirien/Fernost anwesend. Auf der Tagung wurden die Fragen der Planung der Projekttätigkeit für das Jahr 2010 behandelt, Finanzpläne erstellt und Projekte festgelegt, die im laufenden Jahr finanziert werden sollen, darunter auch Projekte auf der föderalen Ebene.
Im Jahr 2008 hatten 15,6 Millionen der insgesamt 82,1 Millionen Einwohner Deutschlands einen Migrationshintergrund. Das heißt, 19% der Bevölkerung sind seit 1950 nach Deutschland zugewandert oder Nachkommen von Zugewanderten (2007: 18,7%, 2005: 18,3%). Dies teilt das Statistische Bundesamt am 26.Januar 2010 mit. Von der Bevölkerung mit Migrationshintergrund waren 2008 etwa 7,3 Millionen Ausländerinnen und Ausländer (8,9% der Bevölkerung), und 8,3 Millionen Deutsche mit Migrationshintergrund (10,1% der Bevölkerung). 3,1 Millionen dieser Deutschen sind (Spät-)Aussiedler oder Ehepartner und Kinder von (Spät-)Aussiedlern. Bei den (Spät-)Aussiedlern ist die Russische Föderation (681 000) vor Polen (568 000), Kasachstan (412 000) und Rumänien (210 000) am häufigsten als Herkunftsland genannt. Weitere Spätaussiedler lassen sich nicht eindeutig Herkunftsländern zuordnen.
Vom 14.-20. Januar öffnete in Kislowodsk der Diskussionsklub „Avantgarde“ seine Türen
Das deutsche Städtchen Göttingen spielte im 19. Jahrhundert eine wichtige Rolle für den russischen Adel - von dort brachte man die „Göttingener Seele“ und die „Früchte der Gelehrtheit“ mit nach Hause. Auch im 21. Jahrhundert spielt Göttingen eine Schlüsselrolle im Leben der russlanddeutschen Elite: Hier sprach der Beauftragte der Bundesregierung für Aussiedlerfragen und nationale Minderheiten Christoph Bergner 2006 zum ersten Mal von der Notwendigkeit einer Elite der deutschen Minderheiten in den GUS-Ländern und der Förderung ihrer Bildung. Seitdem wird immer wieder diskutiert, was es eigentlich auf sich hat mit der russlanddeutschen Elite. Der Diskussionsklub „Avantgarde“, der Mitte Januar in Kislowodsk stattfand, ist ein weiteres Beispiel dafür.
Das staatliche historische Archiv der Wolgadeutschen in der Stadt Engels eröffnete eine Dokumentarausstellung, die dem 75-jährigen Jubiläum des großen Musikers des 20. Jahrhunderts Alfred Schnittke gewidmet ist. Das Motto der Ausstellung heißt „Aus dem Leben der Familie Schnittke in Engels“ - und das völlig zu Recht, denn in dieser Stadt wurde am 24. November 1934 das künftige Musikgenie geboren.
Am 19.-20. Januar fand im Moskauer Deutsch-Russischen Haus eine gemeinsame Arbeitssitzung der Strukturen der GTZ und der Selbstorganisation der Russlanddeutschen, die eine Analyse der Ergebnisse der Programme des Bundesinnenministeriums zur Förderung der deutschen Minderheit in der Russischen Föderation zum Thema hatte. Das Analysesystem soll Rückschlüsse darüber geben, inwiefern diese Programme sich auf die Erhaltung und Entwicklung der Kultur und Sprache der deutschen Minderheit in Russland auswirken.
Die Assoziation der gesellschaftlichen Organisationen „Internationaler Verband der deutschen Kultur“ und die Föderale national-kulturelle Autonomie der Russlanddeutschen suchen neue Mitarbeiter für das Moskauer Büro für folgende Positionen: Koordinator(in) der Projekttätigkeit der Organisationen der Russlanddeutschen, Projektmanager(in).