Das Pilotprojekt im Jahr 2008
Das Pilotprojekt wurde am 1. Januar 2008 gestartet. Der Vertrag zwischen der AOO IVDK und der ANO „Breitenarbeit“ wurde am 13. Mai 2008 unterzeichnet. Erste Finanzmittel für die Umsetzung des Pilotprojekts gingen auf das Konto des IVDK am 23. Mai 2008.
Im Moment wird das Projekt für den Zeitraum vom 1.Januar 2008 bis 31.Dezember 2008 evaluiert.
Wir bieten Ihnen an, sich über die Durchführung des Pilotprojektes im Jahr 20008 zu äußern. Sie können uns per Mail an inform@rusdeutsch.ru mit Thema „Pilotprojekt“ schreiben und danach wird Ihre Meinung unten platziert.
Die Meinungen über die Durchführung des Pilotprojektes im Jahr 2008
Alexander Grinenwald, der Vorsitzende des Koordinationsrates der russlanddeutschen Begegungszentren der Zentralregion Russlands, der Vorsitzende der deutschen National-kulturellen Autonomie im Gebiet Tula
Trotz Schwierigkeiten sind die Aufgaben und Ziele des Pilotprojektes erfüllt: Die Arbeit der Regionalen Koordinierungsräte der Begegnungszentren wurde aktiviert; es wurden demokratische Grundlagen für ihre Beziehungen ausgearbeitet. Die Kooperation und Selbstverwaltung im System BZ — RKR — IVDK — JDR erwies sich als wirksam. Die Zusammenarbeit der Begegnungszentren mit den Organen des Staates und der lokalen Selbstverwaltung wurde erweitert; sie arbeiten aktiver an der Umsetzung des Föderalen Zielprogramms zur Unterstützung der Russlanddeutschen. Die Tätigkeit der BZ wird effektiver geplant; die Arbeitsrichtungen werden gemeinsam und auf einer demokratischen Grundlage festgelegt; die Objektivität des Wettbewerbsprozesses ist gestiegen. Die Tätigkeit der BZ und ihre Veranstaltungen werden ständig beobachtet; es werden Erfahrungen hinsichtlich der Projektumsetzung ausgetauscht; die Unterstützung der BZ basiert auf objektiven Kriterien. Es wurden klare Richtlinien zur Organisation der Tätigkeit der BZ erarbeitet, die hoffentlich vom Auftraggeber, dem Innenministerium, sowie von der fördernden Organisation, der GTZ, in Zukunft berücksichtigt werden.
Die Berichterstattung im Zusammenhang mit der Projekttätigkeit ist auf dem gleichen Niveau geblieben, die Kontrolle über die Projektumsetzung ist wesentlich schärfer geworden.
Die Kosten der Projektverwaltung betragen lediglich 13,6 %, was deutlich weniger ist, als in anderen Projektregionen, wobei die Bedeutung dieses Faktors mit der Herabsetzung der Geldressourcen steigen wird.
Das Wichtigste: Das Niveau der Selbstverwaltung und der Selbstorganisation der Russlanddeutschen in unseren Regionen ist deutlich gestiegen.
Aus dem Gesagten lässt sich schließen, dass die Umsetzung des Pilotprojektes „Koordinierung und Organisation der Projekttätigkeit der vernetzten Begegnungszentren der Russlanddeutschen in der Zentralen Region und in der Uralregion der Russischen Föderation“ als erfolgreich angesehen werden muss.
Wir schlagen vor, dem Pilotprojekt den Status des Arbeitsprojektes zu verleihen und es entsprechend den Wünschen der BZ und RKR anderer Regionen räumlich auszuweiten.
Margarita Schmidt, Vorsitzende der Vereinigung der Deutschen der Region Jaroslawl
Es war befriedigend auf dem 7. Forum zu sehen, wie diejenigen, die bereits am Pilotprojekt teilnehmen, denen, die noch zweifeln, beweisen, dass es sein muss. Bei der Umsetzung des Projektes sehen wir selbst zwar ein, dass wir irgendwann auch Fehler gemacht haben. Aber wir verantworten unsere Arbeit selbst und machen nur das, was wir selbst für nötig halten, und folgen keinen Anweisungen von oben, wie früher“.
Elena Bobrowskaja, Vorsitzende der NKA der Region Krasnojarsk, Leiterin des RKR der Begegnungszentren in Ostsibirien und im Fernen Osten
Die Stimmung ist jetzt bereits so, dass viele sagen: ja, wir wollen uns auch am Pilotprojekt beteiligen, das können wir bewältigen“. „Die alte Einstellung — `wir können eh nur das machen, was man uns sagt` - ist nicht mehr da. Jetzt sagen sie stattdessen: Vor wem hatten wir bloß Angst? Wir hätten handeln müssen!“.
Natalja Dempke, Vorsitzende der NKA in Kolomna
Wie erfolgreich die RKR funktionieren, wird davon abhängen, wie ehrlich wir selbst miteinander umgehen und ob wir uns an die Regeln halten, die wir für uns selbst ausarbeiten“, so. „So lautet eine der Regeln: Alle Russlanddeutschen, unabhängig davon, wo sie leben, ob in einer Kleinstadt oder in einer Metropole, und ob es dort eine Gemeinschaft der Russlanddeutschen gibt oder nicht, müssen gleiche Möglichkeiten in Bezug auf die Teilnahme an Projekten haben.
Frank Willenberg, Ministerialdirigent im Bundesministerium des Innern, am 16.11.08
Die ersten Ergebnisse des Pilotprojektes sehen sehr positiv aus. Wir haben noch kein Gesamtbild, weil das Jahr noch nicht zu Ende ist. Wir werden eine Evaluierung des Pilotprojektes durchführen, wichtig aber erscheint zu sein, dass wir generell davon ausgehen, dass dieses Pilotprojekt weiter im nächsten Jahr fortgesetzt wird und diese Evaluierung soll jetzt vor allem dazu dienen, zu entscheiden, ob wir eine Erweiterung dieses Pilotprojektes auf weitere Regionen durchführen. Dafür müssen wir aber erst die Ergebnisse dieses Pilotprojektes haben und dann werden wir die Entscheidung treffen.
Dr. Irina Hetsch, die Direktorin des Deutsch-Russischen Hauses in Moskau (bis 25.01.09), am 24.01.09
Aus meiner Sicht, ist in Hinsicht weiterer Befähigung der Strukturen auch in der Pilotregion einiges an Chanchen vergeben worden, indem sowohl die koordinierende als auch die Entscheidenden Strukturen die Beratungsangebote der GTZ nicht ausgeschöpft haben. Dies rührt wohl auch daher, dass hier der Eindruck bei den Partnern geschaffen wurde, dass es eher um einen Verdrängungswettbewerb als um eine Partnerschaft für Entwicklung geht. Nochmal sehr deutlich, die GTZ hat den Auftrag in diesem Lande durch seine Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen die Verwirklichung der Programmarbeit zugunsten der Russlandeutschen unter Beachtung der Ziele und der haushaltsrechtlichen Vorgaben der Bundesrepublik Deutschland zu verwirklichen. Dabei werden sich die Aufgaben des Mittlers, mit der Entwicklung die auch Dank der Programmarbeit in der Gemeinschaft der Russlanddeutschen stattfindet, ändern. Es muss aber weiterhin sicher gestellt werden, dass die Entscheidungen, in einer Gemeinschaft, die von sehr heterogenen Interessenslagen bestimmt ist, demokratisch getroffen werden, wobei vor allem die horizontalen Strukturen eine zunehmend stärkere Rolle spielen sollten. Als nächster Schritt wäre also durchaus denkbar, die regionalen Strukturen in der Pilotregion dadurch zu stärken, das man ihnen direkt die Kompetenzen übergibt (sog. Pilotphase 2) und dass der IVDK in einer nächsten Region, in der inzwischen ein starkes Potenzial der Selbstorganisation entwickelt wurde die koordinierende Funktion für die Pilotphase 1 übernimmt. Dieser Entwicklungsprozess ist zu wichtig, als dass er überstürzt und ohne gründliche Auswertung von Erfahrungen aber auch Analyse des vorhandelnen Potenzials durchgeführt wird. „Es rennt nichts weg“ und „es brennt nichts an“, wenn hier partnerschaftlich und in einem sinnvollen Tempo agierend in weitergegangen wird, solange man sich im Ziel einig ist.
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