Förderung der Avantgarde
Programm des Bundesministeriums des Innern zur Förderung deutscher Minderheiten in den Ländern der ehemaligen Sowjetunion
2007 fand in der Community der Russlanddeutschen die Diskussion zum Thema der Herausbildung der ethnischen Elite eine große Verbreitung. Einen Anstoß dazu wurde vom Bundesbeauftragten für Aussiedlerfragen und nationale Minderheiten Dr. Ch. Bergner gegeben, der im Dezember 2006 in Göttingen sagte: „Die Russlanddeutschen benötigen in ihren Heimatregionen eine verstärkte Entwicklung kultureller Eliten, die fähig wären, die Erfahrungen des Volkes authentisch wiederzugeben und zu vertreten.“
Für diese neue Tätigkeitsrichtung und das Arbeitsfeld „Förderung der Avantgarde“ war ein Konzept erforderlich, zu dessen Ausarbeitung die Vertreter der föderalen öffentlichen Strukturen der Russlanddeutschen und die Mitarbeiter der Deutschen Gesellschaft für technische Zusammenarbeit (GTZ) herangezogen wurden. 2008 wurde das Konzept dem Bundesministerium des Inneren (BMI) zur Betrachtung vorgelegt und danach seine Realisierung aufgenommen.
Warum „Avantgarde“?
Unter dem Begriff „Avantgarde“ (aus dem Französischen „Vorreiter, wegweisend“ übersetzt) versteht man „Leaders (Führungspersönlichkeiten), aktive Vertreter der Russlanddeutschen mit hohem Niveau an nationaler Bewusstseinsausprägung.
Welche Ziele hat das Projekt „Förderung der Avantgarde“?
- Herausbildung der Avantgarde als potentieller Elite der Russlanddeutschen und eines wichtigen Trägers ethnischer Werte.
- Heranbildung führender Funktionäre für die öffentliche Bewegung der Russlanddeutschen.
- Unterstützung (Ausgestaltung) eines stabilen, sich selbst entwickelnden Systems der Selbstorganisation.
- Vertretung der Russlanddeutschen in den wichtigsten Sektoren des öffentlichen und staatlichen Lebens, bei der Zusammenarbeit Russlands und Deutschlands.
Welche Hauptaufgaben wurden gestellt?
Die wichtigsten Aufgaben und Kriterien der Förderung wurden wie folgt formuliert: „Potentiale suchen und finden – Potentiale fördern – Aufklärungsarbeit“. Besondere Beachtung wurde der Konsolidierung im Rahmen der finanziellen Ausstattung der Arbeitsrichtung und der Heranziehung von anderen Stiftungen und Einrichtungen Deutschlands und Russlands als weiterer kultureller Mittlerorganisationen geschenkt.
Zur Besonderheit dieser Arbeitsrichtung gehörte ferner die Ausrichtung auf die personenbezogene individuelle Arbeitsweise.
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