| | Die deutsche Sprache
Die deutsche Sprache ist eine der führenden Sprachen der Welt und die am meisten verbreitete Sprache in der Europäischen Union. Deutsch ist auch die Amtssprache Deutschlands, Österreichs, Belgiens, der Schweiz und Luxemburgs. Auf Deutsch spricht man in Kanada, in den USA, in der Russischen Föderation und in einigen Staaten Südamerikas.
Heutzutage studieren etwa 20 Millionen Menschen Deutsch als Fremdsprache. Die gesamte Zahl der Deutschsprechenden in der ganzen Welt ist circa 100 Millionen. Der größte Teil der Deutschlernenden lebt in Russland (ungefähr 4,7 Millionen — vielleicht ist das auch damit verbunden, dass in Russland etwa 600 Tausend Russlanddeutsche wohnen, für die die deutsche Sprache die Mutter- oder Nebensprache ist).
Einen großen Beitrag für die Popularisierung und Verbreitung der deutschen Sprache in Russland liefern schon viele Jahren der Internationalen Verband der deutschen Kultur und die Begegnungszentren der Russlanddeutschen in der Regionen. DerIVDK hat im Jahr 2000 einen methodischen Beirat gegründet, der sich mitmethodischen Ausgaben beschäftigt, sprachliche Wettbewerbe und Projekte erarbeitet und Seminare für Deutschlehrer/innen organisiert und durchführt.
Zurzeit ist die deutsche Sprache ist die zweitgrößte Internet-Sprache (in der Anzahl der Web-Seiten und der Verwendung der deutschen Sprache in den Suchmaschinen). Die Verbreitung der deutschen Sprache förderte in erster Linie der Buchdruck, in Folge dessen große Mengen von literarischen und wissenschaftlichen Ausgaben in der ganzen Welt auf Deutsch herausgegeben wurde. In Russland sind auch Zeitungen, Zeitschriften und methodische Lehrwerke in der deutschen Sprache veröffentlicht, damit beschäftigt sich auch der „IVDK-Medien“-Verlag.
Jährlich bekommen mehr als 200 Tausend Ausländer eine Ausbildung in Deutschland, wofür verschiedene Stipendien mehrerer deutschen Stiftungen zur Verfügung stehen. Ständig gibt es Schüler- und Jugendaustausche zwischen Russland und Deutschland, die nicht nur die Sprachkenntnisse fördern, sondern auch Kultur und Geschichte, Bevölkerung und die Besonderheiten des Landes vermitteln. Für das Studium / die Fortbildungin den Hochschulen Deutschlands oder für die Teilnahme an den Schüler- und Jugendaustausche muss man natürlich Deutsch sprechen. Die deutsche Sprache studiert man in den Schulen, Fach- und Hochschulen, Sprachkursen oder während der Reisen durch den deutschsprachigen Länder. Die Europäische Union hat heute die Stufen der Sprachkompetenzen bestimmt und definiert und auch Teste erarbeitet.
Warum lohnt es sich, Deutsch zu lernen? Zehn Gründe für Deutsch
Was immer für Pläne Sie für Ihre Zukunft haben mögen, mit Deutschkenntnissen schaffen Sie sich unendliche Möglichkeiten. Deutsch zu lernen bedeutet Fertigkeiten zu erwerben, mit denen Sie Ihre berufliche und private Lebensqualität verbessern können:
- Im Geschäftsleben: Kommunikation auf Deutsch mit Ihren deutschsprachigen Geschäftspartnern führt zu besseren Geschäftsbeziehungen und dadurch zu besseren Chancen für effektive Kommunikation - und somit zum Erfolg.
- Eine globale Karriere: Mit Deutschkenntnissen verbessern Sie Ihre Berufschancen bei deutschen Firmen in Ihrem eigenen Land und in anderen Ländern. Gute Deutschkenntnisse machen Sie zu einem produktiven Mitarbeiter/Mitarbeiterin für einen Arbeitgeber mit globalen Geschäftsbeziehungen.
- Tourismus und Hotelfach: Touristen aus deutschsprachigen Ländern reisen viel und weit, sie geben im Urlaub mehr Geld aus als Touristen aus anderen Ländern. Sie lassen sich gerne von deutschsprachigem Personal und deutschsprachigen Reiseführern verwöhnen.
- Wissenschaft und Forschung: Deutsch ist die zweitwichtigste Sprache der Wissenschaft. Deutschland steht mit seinem Beitrag zu Forschung und Entwicklung an dritter Stelle in der Welt und vergibt Forschungsstipendien an ausländische Wissenschaftler.
- Kommunikation: Die Entwicklungen im Bereich Medien, lnformations- und Kommunikationstechnologie machen multilinguale Kommunikation erforderlich. Eine Reihe wichtiger Webseiten ist auf Deutsch. Jedes zehnte Buch wird in deutscher Sprache gedruckt. Ihre Deutschkenntnisse ermöglichen Ihnen daher erweiterten Zugang zu Informationen.
- Kulturelles Verständnis: Deutsch zu lernen bedeutet einen Einblick zu gewinnen in das Leben, die Wünsche und Träume der Menschen in deutschsprachigen Ländern mit ihrer multikulturellen Gesellschaft.
- Reisen: Vertiefen Sie mit Ihren Deutschkenntnissen Ihre Reiseerlebnisse nicht nur in den deutschsprachigen Ländern, sondern in anderen Ländern Europas, besonders auch in Osteuropa.
- Genuss von Literatur, Musik, Kunst und Philosophie: Deutsch ist die Sprache von Goethe, Kafka, Mozart, Bach und Beethoven. Vertiefen Sie den Genuss des Lesens und/oder Hörens ihrer Werke in deren Originalsprache.
- Studien- und Arbeitsmöglichkeiten in Deutschland: Deutschland vergibt eine große Anzahl von Stipendien zum Studium in Deutschland. Für junge Ausländer gibt es besondere Arbeitsurlaubsvisa, und für bestimmte Berufe gibt es Sonderbestimmungen für eine Arbeitserlaubnis.
- Austauschprogramme: Es bestehen Abkommen zum Schüler- und Studentenaustausch zwischen Deutschland und vielen Ländern der Welt.
Goethe-Institut
Wussten Sie, dass…
- … die erste allgemeine Volkszählung des russischen Imperiums 1897 durchgeführt wurde und nur die sprachliche Struktur der Bevölkerung erfasste, da die Kategorie „Nationalität“ einfach mit der jeweiligen Sprache übereinstimmte: So viele Sprachen es damals gab, so viele Völker gab es auch? Nach den Daten der damaligen Volkszählung wurden im russischen Imperium insgesamt 1.790.489 Personen erfasst, die Deutsch als Muttersprache angaben (und dementsprechend Deutsche gewesen sind).
- … in den Städten es sehr viele russifizierte Deutsche gab, während in den ländlichen Kolonien andererseits die Kolonisten kein Russisch konnten und ihre deutsche Sprache gewissermaßen konserviert haben? Die Kolonisten lebten de facto in einer Isolation, was dazu führte, dass sich ihre Sprache ausschließlich ausgehend von den sprachlichen Mitteln, die sie seiner Zeit als Sprachträger mitgebracht haben, entwickelt hat.
- … auf die Transformation der Sprache der Russlanddeutschen im 20. Jahrhundert drei Schlüsselereignisse von entscheidender Bedeutung waren, die jeweils Ausfluss politischer Entscheidungen gewesen sind: Die Kollektivisierung, die Deportation und die Vergrößerung der Kolchosen?
- … im vorrevolutionären Russland die Mehrzahl der deutschen Kolonisten nicht Russisch sprach und Bildung in den Kolonien vor allem eine Angelegenheit der Kirche war? Die Schüler wurden unterrichtet im Lesen religiöser Bücher, lernten in geringem Umfang das Schreiben, das Rechnen, die biblische Geschichte, lernten Gebete auswendig, Kirchenchoräle und Texte aus dem Evangelium. Gymnasien und Universitäten waren für die Mehrzahl der Kolonisten aufgrund ihrer Unkenntnis der russischen Sprache unzugänglich. Als jedoch nach 1881 die deutschen Schulen in die Zuständigkeit des Ministeriums für Volksbildung übergegangen waren, wurde sehr aktiv die russische Sprache gefördert. Es änderten sich die Bildungsprogramme, alle Fächer wurden mit Ausnahme der religiösen Themen in Russisch unterrichtet.
- … der Alphabetisierungsgrad der deutschen Kolonisten ziemlich hoch war? Im Jahre 1890 belief sich der Alphabetisierungsgrad in dem Gouvernement Samara auf 7 %, während er bei den Deutschen 74 % erreichte. In Sibirien war der Alphabetisierungsgrad unter den Deutschen im Vergleich zu allen anderen Völkern am höchsten – 63 - 66 %, während er bei den Russen ganze 26 % betrug. Unter den Mennoniten gab es sogar einen 100 %igen Alphabetisierungsgrad. Eine wichtige Besonderheit der deutschen Schulen bestand auch in der allgemeinen Schulpflicht, das heißt, Kinder, die das 7. Lebensjahr vollendet hatten, waren gezwungen, die Schule zu besuchen. Eine weitere Besonderheit der deutschen Schule war auch die Tatsache, dass in ihr sowohl Jungen als auch Mädchen unterrichtet wurden. Deshalb war der Alphabetisierungsgrad unter den deutschen Männern nur unbedeutend größer als unter den deutschen Frauen.
- …im Oktober 1918 der Erlass „Über die Schulen der nationalen Minderheiten“ erging und die Unterrichtung in diesen nationalen Schulen in der Muttersprache nach einem einheitlichen Programm erfolgen sollte? Mit der Bildung der Wolga-Republik und der nationalen Rayons erhöhte sich die Funktion der deutschen Sprache spürbar.
- … die Zahl der in Westsibirien lebenden Deutschen 1926 etwa 75.000 betrug, während es 872 Siedlungen mit überwiegend deutscher Bevölkerung gab. Im Jahre 1989 war deren Zahl auf 417.000 Personen angewachsen (was eine Erhöhung um mehr als das Fünffache bedeutet), während die Zahl der deutschen Siedlungen auf 108 reduziert worden war (das bedeutet um mehr als das Achtfache)?
- .. am 24. Januar 1938 das Organisationsbüro des ZK der Allrussischen Kommunistischen Partei den Beschluss „Über die Reorganisation der nationalen Schulen“ traf und am 13. März 1938 der Ministerrat der UdSSR den Beschluss „Über die obligatorische Unterrichtung der russischen Sprache in den Schulen der nationalen Republiken und den nationalen Verwaltungsgebieten erließ“? Im Ergebnis dieser Beschlüsse entstand eine Patt-Situation: In den nationalen Schulen wurden mitten im Schuljahr der Übergang der Unterrichtssprache von Deutsch nach Russisch vollzogen. Lehrbücher in deutscher Sprache waren zu vernichten. Es wurden Sofortmaßnahmen zur Überführung des Unterrichts in die russische Sprache ergriffen: Es wurden neue Lehrbücher herausgegeben, die – wie immer – nicht ausreichten, es wurde eine Umprofilierung von Fachkräften vorgenommen, bei der weniger professionelle, als klassenmäßige Prinzipien im Vordergrund standen. Deutsche Schulen arbeiteten ausschließlich in der Wolga-Republik weiter, allerdings auch in den nationalen Republiken wurden die Schulen einer Reorganisation unterzogen. Ein weiteres Ergebnis dieser Reform war, dass die deutsche Sprache als Fremdsprache anerkannt worden ist und nicht mehr als eine Sprache der Völker der UdSSR angesehen wurde.
- … seit 1957 in einigen Schulen in deutschen Dörfern Sibiriens Unterrichtsstunden der deutschen Sprache als Muttersprache eingeführt wurden, wobei jedoch die Stundenzahl minimal geblieben ist, der Unterricht außerhalb des üblichen Unterrichtsplanes stattfand und dadurch eher einem fakultativen Sprachzirkel glich?
- … nach den Angaben der Allunionsvolkszählung 1959 75 % der Deutschen der UdSSR Deutsch als ihre Muttersprache betrachteten, während dies 1970 67 %, 1979 57 %, 1989 49 % und Russland 42 % gewesen sind? Das heißt, in Russland hat sich der Übergang zur russischen Sprache noch schneller als in Kasachstan vollzogen, z. B. auch deshalb, weil in Russland der Anteil der städtischen Bevölkerung und der ethnisch gemischten Ehen, vor allem mit Russen, höher gewesen ist.
- … bereits vor Beginn der massenweisen Emigration gab es nur zwei Regionen in Russland, in denen zumindest mehr als die Hälfte der dort lebenden Deutschen Deutsch als ihre Muttersprache betrachteten: In der Altai-Region (59,2 %) und im Verwaltungsgebiet Omsk (66,2 %)? Das sind jedoch die Daten aus den ländlichen Regionen. In den Städten (in Barnaul und in Omsk) betrug der Anteil der Deutschen, die sich zur deutschen Muttersprache bekannten lediglich 34 bzw. 38 %.
- … Ende der 1980er Jahre sich in den kompakten Siedlungsgebieten der Deutschen eine Wiederherstellung des Unterrichts der deutschen Sprache als Muttersprache vollzog?
- die letzten Volkszählungsergebnisse ausweisen, dass von 597.212 in Russland lebenden Deutschen 188.673, das heißt 31,6 %, die deutsche Sprache beherrschen? Andererseits beherrschen praktisch alle Deutschen (99,8 %) die russische Sprache. Deutsche beherrschen auch Sprache anderer Völker Russlands (neben dem Russischen) Kasachisch (0,4 %), Ukrainisch (0,3 %), Tatarisch (0,1 %), Usbekisch, Polnisch, Armenisch, Estnisch usw. Insgesamt ist ein Polylinguismus, das heißt, Sprachkenntnisse der deutschen, russischen und noch einer anderen Sprache charakteristisch für 1,5 % aller Deutschen.
- … in den 90er Jahren es ein Wechsel in der Einstellung der Bevölkerung zum Erlernen der deutschen Sprache sich vollzog? Gegenwärtig spricht sich die Mehrzahl der Deutschen für ein Erlernen der deutschen Sprache als Fremdsprache aus.
- ...laut den soziologischen Umfragen vom Jahr 2009 auf die Frage „Benötigen ihre Kinder Unterrichtung in der Sprache ihrer Volksgruppe in der Schule?“ sich die Mehrzahl – 92,6 % der Befragten positiv äußerte? (1989 begrüßten das 86 % und 1999 94 %).
Aus dem Vortrag von Dr. Smirnova
„Die Sprache als wichtigstes Kriterium zur Charakterisierung
der Volksgruppe der Russlanddeutschen: Der historische Aspekt“
(Internationale Sprachkonferenz, Moskau, 27.-31. Oktober 2009) | |