| | In Uljanowsk treffen sich Russlanddeutsche zum Festival
Die Vertreter der deutschen Minderheit in Russland bereiten sich auf ein bedeutendes Ereignis vor. Vom 3. bis zum 6. September findet in Uljanowsk das Kulturfestival der Russlanddeutschen statt. Mehr als 500 Teilnehmer kommen an die Wolga, um sich selbst und dem ganzen Land zu sagen:
„Wir sind Teil deiner Geschichte, Russland! Wir sind dein Volk!“
Wer unter diesem Motto in Uljanowsk sein künstlerisches Können zeigen wird, wurde Ende Juni bekannt.
„Wir planen ein noch nie gesehenes Festival“, sagte Heinrich Martens, Präsident der Föderalen National-Kulturellen Autonomie der Russlanddeutschen (FNKA) und Vorsitzender des Internationalen Verbandes der deutschen Kultur (IVDK), nach der zweiten Sitzung des Organisationskomitees. Im Rahmen der Sitzung, die nach dem Treffen der Jurymitglieder in Moskau nun in Uljanowsk abgehalten wurde, wurde das Festivalprogramm besprochen. Die Durchführung des Kulturfestivals ist durch die Unterzeichnung der Partnerschaftsvereinbarung zwischen der FNKA, dem IVDK und der Uljanowsker Gebietsverwaltung möglich geworden. Das anstehende Festival wird als Teil des Kulturforums „Russland – Russlanddeutsche – Deutschland“ veranstaltet, im Rahmen dessen außerdem noch das deutsch-russische Jugendfestival „Brücken, Liebe und Flugzeuge“, eine Fachkonferenz sowie einige Sitzungen der Koordinationsräte der russlanddeutschen Begegnungszentren u.a. stattfinden sollen.
Die Vorfreude auf das Festival wird in den Sommermonaten nicht nur die Erwartungen der Führungskräfte der russlanddeutschen Bewegung bestimmen, deren Zuschauerplätze übrigens bereits reserviert sind. Auch die direkten Teilnehmer des Festivals – Künstlerkollektive und einzelne Interpreten – werden die nächsten Monate mit Vorbereitungen und angenehmer Hektik verbringen. Aus ca. 200 verschiedenen Bewerbungen, in denen mehr als Tausend Namen der Teilnehmer aufgezählt waren, wurden ca. 20 Kollektive und einzelne Interpreten – insgesamt 300 Menschen – ausgewählt. Bei so vielen interessanten Bewerbungen war die Auswahl für Jurymitglieder keine leichte Aufgabe.
Die Teilnehmer wurden nach mehreren Auswahlkriterien ausgesucht. In erster Linie war die Professionalität der einzelnen Bewerber von Bedeutung. Außerdem achtete die Jury besonders auf die Nationalität der Festivalteilnehmer, denn das Festival richtet sich ja in erster Linie an die Russlanddeutschen. „Es geht doch um die Erhaltung der russlanddeutschen Kultur. Wenn deren Vertreter nicht daran teilnehmen, wofür brauchen wir es?“, betonte Peter Warkentin, Jurymitglied, Regisseur aus Deutschland. Mit seiner Teilnahem am Festival in Uljanowsk möchte Peter Warkentin zeigen, dass er sich auch weiterhin – nach seiner Übersiedlung nach Deutschland – als Teil der eigenständigen Kultur der Russlanddeutschen sehe.
„Es ist wichtig, das vorhandene Kulturgut der Russlanddeutschen so an die junge Generation weiter zu reichen, dass sie für ihre Wurzeln Stolz empfinden kann“, sagte Elena Schischkina-Fischer, Jurymitglied, Musik-Ethnographin. „Es ist ein schwieriger Prozess, aber er entwickelt sich und die junge Generation zeigt sich aufnahmebereit. Damit ist die Zukunft der Russlanddeutschen gesichert.“
Von Olga Silantjewa
Aus dem Russischen von Maria Maslina und Anastasija Kamenskaja
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