Seid gastfrei untereinander ohne Murren. (1. Petrus 4, 9)
In der Zeit, als dieser Brief geschrieben wurde, wurden die Christen an ihrer Gastfreundlichkeit wahrgenommen. „An ihren Früchten sollt ihr sie erkennen“. Gastfreundlichkeit war solch eine Frucht des Glaubens. Denn in der häuslichen Gemeinschaft wurde die gemeinsame Mitte deutlich - die Verbindung zu Jesus Christus, dem Herrn und Heiland, der das Zentrum des Lebens war.
Heute bemerken wir es vor allem in den Großstädten, wie wohltuend es sein kann, gastfreundlich aufgenommen zu werden. Eine persönliche Einladung kann wie eine Erquickung sein. Besonders für den, um den es einsam geworden ist oder der in großstädtischer Anonymität unterzugehen droht.
Viele Kinder, deren Eltern berufstätig sind, müssen nach der Schule den Hort besuchen. Auch dort gibt es kaum Raum, damit ihr Bedürfnis nach Rückzugsmöglichkeiten gestillt werden kann. Die offene Tür gastfreundlicher Familien, deren Kinder andere Kinder einladen, kann dieses Bedürfnis auffangen. Es ist wichtig, daß Christen diese Aufgabe sehen und wahrnehmen. So wird auch heute christlicher Glaube an der Gastfreundlichkeit erkennbar.
Mit Gästen zu essen, Zeit für Gespräche zu haben bis hin zum Gästebett kann wohl bereichern, bringt aber auch Einschränkungen mit sich. Wo Gastfreundlichkeit zum Zwang wird, dort wird das Murren beginnen. Wo jedoch Christen ihr Haus oder ihre Wohnung als Gabe Gottes erkennen und gebrauchen, dort erinnern sie sich an die größte Gabe Gottes überhaupt: Seinen Sohn Jesus Christus.
Er hat uns zu Gottes Hausgenossen gemacht. Die Tür zur himmlischen Heimat hat er weit für uns aufgestoßen. Unsere Gastfreundlichkeit ist eine Folge der offenen Arme, die uns Gott in seinem Sohn entgegenstreckt. Dieser Blick auf unseren Herrn ist es, der uns ohne Murren gastfrei sein läßt.