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Thema: Das Projekt "Avantgarde"


17.01.2012
 Die sowjetische Arbeitsarmee: wie war es? Ein Gedenkbuch steht kurz vor der Veröffentlichung

2012 jährt sich zum 70. Jahrestag der Verordnung des staatlichen Verteidigungskomitees der UdSSR unter der Nummer 1123 s.geh. „Über den Einsatz deutscher Umsiedler im Einzugsalter von 17 bis 50 Jahren in der Arbeitsarmee". Das war der Beginn der Massenmobilisierung der Russlanddeutschen in die Arbeitsarmee. Diese geheime Verordnung vom 10. Januar 1942 sah vor, dem NKWD (dem Volkskommissariat des Innern) 45 Tausend deutscher Umsiedler für die Holzfällerarbeiten und 35 Tausend - für den Bau zweier Fabriken am Ural einzuteilen und weitere 40 Tausend Menschen dem damaligen Verkehrsbauamt für den Bau neuer Eisenbahnstrecken zur Verfügung zu stellen.

Am 7. Oktober 1942 wurden die Mobilisierungsbestimmungen per Beschluss № 2383 des staatlichen Verteidigungskomitees Über zusätzliche Mobilisierungsmaßmaßnahmen der Deutschen für den Einsatz in der Volkswirtschaft der UdSSR“ ausgeweitet. Dies sollte die größte Mobilisierungswelle der Deutschen in der sowjetischen Geschichte werden. Zum ersten Mal wurden auch Frauen in die Arbeitsarmee einberufen: alle im Alter von 16 bis 45 Jahren, nur Schwangere und Mütter von unter dreijährigen Kindern waren ausgeschlossen. Für Männer dehnte sich die Dienstpflicht auf das Alter von 15 bis 55 Jahren aus.

Zum 70. Jahrestag der Massenmobilisierung der Deutschen in die Arbeitsarmee bereitet der Internationale Verband der Deutschen Kultur mit der Unterstützung des deutschen Innenministeriums einen Gedenksammelband zur Veröffentlichung vor. In den Sammelband kommen populärwissenschaftliche Artikel über die Arbeitsarmee, Ablichtungen historischer Dokumente, Erinnerungen der Augenzeugen, Ausschnitte aus - vor 70 Jahren geschriebenen -  Briefen, Gedichte, Lieder, Fragmente aus Theaterstücken, Reproduktionen von Bildern und Gemälden, all das, was die Erinnerungen an jene Zeit bewahrt und den nachfolgenden Generationen eine lebendige und realitätsgetreue Vorstellung über die tragischen Schicksale der Russlanddeutschen in den Kriegsjahren vermittelt. In diesem Sammelalbum soll zumindest ein Bruchstück des mühevollen Kampfes der Russlanddeutschen um das Überleben eines ganzen Volkes und ihr Beitrag zum hart erkämpften Sieg in jenen harten Zeiten festgehalten werden.

Um möglichst viel Material für das Gedenkalbum zusammenzutragen starten wir einen Aufruf an alle Betroffenen, ihre Erinnerungen und Originaldokumente für das Gedenkalbum zur Verfügung zu stellen. De Initiatoren freuen sich auf Ihre Erinnerungen über die Jahre in der Arbeitsarmee, Ausschnitte aus den Briefen aus jener Zeit, literarische Werke über die Arbeitsarmee, Fotos der Angehörigen der Arbeitsarmee aus damaliger Zeit und aus heutigen Tagen, Zeichnungen und Malereienablichtungen zum Thema, die Sie der Nachwelt hinterlassen möchten. Herzlich willkommen sind auch Erzählungen der Nachkriegsgeneration der Russlanddeutschen über die Erlebnisse ihrer Vorfahren in der Arbeitsarmee und über die Bedeutung dieses Kapitels in der Geschichte der Russlanddeutschen für sie persönlich.

Das Gedenkalbum erscheint in deutscher und in russischer Sprache und ergänzt das Projekt Fortjagen muss man sie – Zeitzeugen und Forscher berichten über die Tragödie der Russlanddeutschen. (Herausgegeben 2011)

Besitzen Sie eines dieser wertvollen historischen Dokumente und möchten es für das Gedenkalbum zur Verfügung stellen, senden Sie diese bitte entweder eingescannt per e-Mail an Olga Silantjewa unter osilanteva@martens.ru oder per Post in Kopie an die Moskauer Adresse der Zeitung PLZ 119435 Москва, Малая Пироговская, 5, МСНК, auch hier auf den Namen der Moskauer Kollegin Olga Silantjewa. Einsendeschluss: 1. März 2012. Schreiben Sie bitte falls vorhanden Ihre Telefonnummer für eventuelle Rückfragen dazu.

Da wir sehr viele Materialien bearbeiten müssen, bitten wir Sie, ausschließlich arbeitsarmeebezogenen Materialien zu schicken. Falls Sie uns Fotos zum Thema schicken möchten, bitten wir Sie diese mit einer möglichst hohen Auflösung zu digitalisieren, damit sie für das Album gegebenenfalls vergrößert werden können. Haben Sie noch Fragen zum Projekt, stehen wir Ihnen gerne jederzeit zur Verfügung und freuen uns über Ihre Anfragen. Ihre Teilnahme an unserem Projekt belohnen wir gerne mit einem selbstverständlich kostenlosen Belegexemplar des Gedenkalbums. Auch an die Personen, über die Sie in Ihren Erzählungen berichten, versenden wir gerne Belegexemplare, sofern diese noch leben und Sie uns die Adressen mitteilen. Da dieses Projekt weitgehend ehrenamtlich zu Stande kam, sind keine hohen Honorare für Autoren vorgesehen, wir entlohnen Ihre Mühe gerne mit einer kleinen Aufmerksamkeit von 500 Rubel und mehr je nach Art und Umfang der uns zur Verfügung gestellten Materialien.


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