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Thema: Das Projekt "Avantgarde"


26.04.2012
 Russlanddeutsche Jugendliche spielen in der Berliner Staatsoper

Am 02. Mai 2012 findet in der Werkstatt der Berliner Staatsoper die Premiere des berühmten satirischen Werks  „Moskau - Tscherjomuschki" von Dmitri Schostakowitsch statt. Die Oper in der Bearbeitung von Ralf Böhme wurde im Rahmen eines Opernprojekts von jungen Sängerinnen, Sängern und Musikern der Staatskapelle Berlin gemeinsam mit dem Jugendklub der Staatsoper Berlin aufgeführt. 23 Berliner Jugendliche mit dem sogenannten „Migrationshintergrund", darunter viele Spätaussiedler, nahmen an diesem Projekt teil und brachten ihre eigenen Erlebnisse und Migrationserfahrungen ihrer Familien in den Inszenierungsprozess mit ein.

 

Die musikalische Sozialsatire „Moskau - Tscherjomuschki", uraufgeführt 1958, ist die Geschichte von Menschen im Moskau der 50er Jahre, die im Zuge einer Wohnreform von Nikita Chruschtschjow aus ihren vertrauten Wohnorten herausgerissen und in neu gebaute Hochhäuser am Rande der Stadt umgesiedelt werden. Ihrer alten Heimat verlustig geworden, versuchen sie in ihrem neuen Zuhause ein neues Leben zu beginnen. Doch der Weg dahin ist mühsam,  erschwert von zahlreichen Hindernissen, von denen Korruption und Bürokratie eine nicht unwesentliche Rolle spielen. 


Das zentrale Thema der Heimatlosigkeit und der Notwendigkeit, sich in einer neuen Umgebung zurecht zu finden, wird in der Berliner Aufführung in ein neues Licht gerückt und vor dem Hintergrund der heutigen sozialen Situation Berlins als einer multikulturellen Einwanderungsstadt verarbeitet. Dafür hat die Staatsoper ein Projekt ausgeschrieben, an dem Berliner Jugendliche aus Einwanderer-Familien teilnehmen und ihre damit verbundenen Erfahrungen und Erlebnisse künstlerisch aufarbeiten konnten. 

Da die Handlung des Stücks in Moskau spielt, ist es verständlich, dass auch der Schwerpunkt dieses parzitipativen Opernprojekts unter dem Titel „Charlottengrad" auf osteuropäische Länder gelegt wurde. Der Name „Charlottengrad" bezieht sich auf  die Bezeichnung, die der Berliner Bezirk Charlottenburg in den 20er Jahren des 20. Jahrhunderts aufgrund der vielen Emigranten aus Russland bekam. In den 90er Jahren ließen sich hier zahlreiche Spätaussiedler-Familien nieder. Im Laufe des Projekts, das bereits im November 2011begann, hatten Jugendliche aus diesen Familien die Möglichkeit, ihre Wahrnehmung der Situation, ihre Wünsche und Ängste, ihre Fragen, Probleme und Hoffnungen in einer intensiven Auseinandersetzung mit Tanz und Gesang zum Ausdruck und schließlich auf die Bühne zu bringen.


Weitere Informationen unter: www.staatsoper-berlin.de

 

 

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