Im Oktober 2010 wird in Russland eine Volkszaehlung durchgefuehrt. Was glauben Sie? Die Anzahl der Deutschen in Russland…
10.11.2009
"Haben Sie keine Angst vor der Modernisierung! Es hängt sehr viel von Ihnen ab!“
Die in Moskau stattfindende internationale wissenschaftlich-praktische Konferenz „Aktuelle Fragen rund um den Unterricht und das Erlernen der deutschen Sprache: die Sprache als Grundlage für die Erhaltung und die Entwicklung der Identität von Russlanddeutschen“ hat vor kurzem begonnen. Es ist das erste Mal, dass Russlanddeutsche eine Veranstaltung zu diesem Thema in dieser Größenordnung durchführen. Zu der Konferenz kamen über 100 Gäste und Teilnehmer aus Russland, Kasachstan, Deutschland, Dänemark, Ungarn, Armenien und den USA.
Am ersten Konferenztag gab es zwei Plenarvorträge: Tatjana Smirnowa hielt ihren Vortrag „Sprache als Grundmerkmal der ethnischen Gruppe der Russlanddeutschen: Historischer Aspekt“, und Koloman Brenner sprach über die Unterstützung der Schulbildung der deutschen Minderheit im Rahmen der Europäischen Charta zum Schutz der regionalen Sprachen und der Minderheitensprachen. Er berichtete über die europäische Erfahrung auf diesem Gebiet und erzählte, wie die Charta in Russland angewendet werden kann und was ihre Ratifizierung der deutschen Minderheit bringen kann.
Am 28. – 30. Oktober fand in Krasnojarsk das gesamtrussische wissenschaftlich-praktische Seminar junger Spezialisten im Bereich der Dialektologie und Ethnographie der Russlanddeutschen im Raum Sibiriens statt, deren Durchführung durch finanzielle Unterstützung des Ministeriums der RF für Regionalentwicklung ermöglicht wurde. Das Format des Seminars erlaubte es, für die Teilnehmer keine Einschränkungen bei der Wahl des Vortragsthemas zu definieren; dabei gingen die praktisch ausgerichteten Vorträge (über die Methoden bei der Erfassung und Bearbeitung des Dialekt- und Ethnographiestoffes) mit theoretischen Vorträgen (wie z.B. über Deportation, Identität, Selbstidentifikation der Russlanddeutschen) einher.
Von der deutschen national-kulturellen Autonomie des Gebiets Tula wurde in Tula am 3. – 8. November 2009 mit finanzieller Unterstützung des Ministeriums der RF für Regionalentwicklung der Schulungskurs „Schule moderner Leiter ethnokultureller Zentren der Russlanddeutschen“ durchgeführt. Am Schulungskurs nahmen über 20 Leiter ethnokultureller Zentren, Jugendorganisationen und Clubs der Russlanddeutschen des Föderationsbezirks Zentralrussland aus den Gebieten Tula, Moskau, Twer, Kostroma, Jaroslawl, Smolensk und der Stadt Moskau teil.
Am 4. November fand in Twer ein Konzert, gewidmet dem Tag der nationalen Einheit „In der Volkseinheit liegt Stärke Russlands“ statt. Einen aktiven Anteil an dieser Veranstaltung nahm die städtische öffentliche Jugendorganisation «Jugendwelle». Am Eingang wurden die Gäste von den in nationale Trachten gekleideten Mitgliedern der „Jugendwelle“ empfangen und mit Brot und Salz willkommengeheißen. Im 2.Obergeschoss fand eine Ausstellung der Erzeugnisse des Volkshandwerks und der Volkskunst statt. Da hatten die Interessenten die Möglichkeit, Souvenirs nach ihrem Geschmack zu kaufen. Gleichzeitig liefen auf der Kleinen Bühne die Auftritte der Kunstkollektive. Das Gesangensemble der „Jugendwelle“ – „Allemada“ - trat hier mit deutschen Volksliedern und Rundgesang auf.
Am 31. Oktober ging mit dem Internationalen Schulungskurs zur Heranbildung der Projektmanager für die Organisationen der Russlanddeutschen ein recht ungewöhnliches Projekt zu Ende. Es wurde vom Knotenpunkt des Bildungs- und Informationszentrums (BiZ) der Russlanddeutschen von Karaganda durchgeführt. Dieses Projekt war Sieger im überregionalen Wettbewerb des BiZ Moskaus, wurde vom Knotenpunkt Karaganda und den Multiplikatoren des BiZ-Systems entwickelt und umgesetzt.
Der Jugendring der Russlanddeutschen lädt die Leiter russlanddeutscher Jugendorganisationen zur Teilnahme am 9.Forum der deutschen Jugend Russlands ein, das am 26.-30.November 2009 in Moskau stattfindet. Das 9.Forum der deutschen Jugend Russlands wurde in die Liste deutsch-russischer Gemeinschaftsprojekte aufgenommen, die von der Deutsch-Russischen Regierungskommission für die Angelegenheiten der Russlanddeutschen bestätigt wurde, und wird mit Unterstützung des Ministeriums der RF für Regionalentwicklung und des deutschen Bundesministeriums des Inneren durchgeführt.
"In den letzten Jahren im Bereich der Pflege der kulturellen Identität und Sprachkompetenz der Russlanddeutschen ein Stillstand sich bemerkbar machte"
Die Leitung der russlanddeutschen Dachverbände – Olga Hartmann (Vorsitzende des Jugendrings der Russlanddeutschen) und Heinrich Martens (Präsident der Föderalen National-Kulturellen Autonomie der Russlanddeutschen und Vorsitzender des Internationalen Verbandes der deutschen Kultur) haben aktiv an der Arbeit der Sprachkonferenz teilgenommen. Außerdem begrüßten sie die Teilnehmer und Gäste der Veranstaltung. Wir bitten Ihnen die Texte ihrer Vorträge an.
„Wir können stolz auf unsere Erfolge sein, müssen aber gleichzeitig einsehen, dass es Probleme gibt“
„Wir können heute einem sehr bedeutsamen Ereignis beiwohnen – es ist bedeutsam für die Analyse der Perspektiven und die Wahl der Entwicklungsrichtungen der Spracharbeit, die durch die Begegnungszentren der Russlanddeutschen geleistet wird, es ist aber auch bedeutsam für die Entwicklung der Partnerschaften mit deutschen Mittlerorganisationen. Die Idee dieser Konferenz, die von zahlreichen Partnern unterstützt wurde, entstand im Internationalen Verband der deutschen Kultur – sie ist das Gebot der Stunde und eine logische Folge der bisherigen Tätigkeit des IVDK“, so begann Elena Bobrowskaja, Leiterin des Regionalen Koordinierungsrates der Begegnungszentren Ostsibiriens, ihren Vortrag über die praktische Organisation des Erlernens der deutschen Sprache in der Projekttätigkeit des Internationalen Verbandes der deutschen Kultur.
„Beherrschung und Anwendung der deutschen Sprache ist eine wichtige Voraussetzung für die Identitätssicherung“
Der zweite Tag der wissenschaftlich-praktischen Konferenz, der im Goethe-Institut durchgeführt wurde, hat angefangen mit einem Begrüßungswort des Leiters vom Goethe-Institut in Moskau, Johannes Ebert. Danach hatte das Wort Maxim Trawnikov, stellvertretender Minister für die regionale Entwicklung der Russischen Föderation. Im Namen der Föderalistischen Union europäischer Volksgruppen begrüßte die Teilnehmer der Konferenz der FUEV-Präsident, Hans Heinrich Hansen.
Am 1.-4. Dezember wird in Moskau mit finanzieller Unterstützung des Goethe-Instituts und der ANO „Breitenarbeit“ ein Seminar durchgeführt, das als erstes in der Seminar-Reihe für diejenigen bestimmt ist, die sich mit der Präsentation der deutschen Minderheit im Internet befassen. Drei weitere Seminare werden im Jahr 2010 abgehalten, eines davon wird in Deutschland stattfinden. Das Ziel der Seminarreihe besteht in der Heranbildung eines Teams von Fachspezialisten, u.a. für das Portal RusDeutsch. Am 9.November wird die Auswahlkommission tagen, zu der die Vertreter des Goethe-Instituts in Moskau, Internationalen Verbandes der deutschen Kultur, der „Moskauer Deutschen Zeitung“, des Informationsportals der Russlanddeutschen RussDeutsch gehören. Die Teilnehmerliste wird auf dem Portal am 10.November bekanntgegeben.
Am 30.Oktober kamen russischsprachige Literaturschaffende aus ganz Deutschland nach Orlinshausen zum ordentlichen Seminar der Literaturvereinigung „Deutsche aus Russland“ an. Nach einem angespannten Arbeitstag und abendlichen Lesungen versammelte man sich, um das 60. Jubiläum ihres Kollegen Reinhold Schultz (Literaturname Papa Schultz) zu feiern. Papa Schultz ist ein in Deutschland bekannter und beliebter russlanddeutscher Schriftsteller Er schafft in verschiedenen Genres, jedoch ist sein schöpferischer Beitrag in Prosa besonders empfindlich. In erster Linie stammen aus seiner Feder sehr schöne witzige Geschichten mit viel Beobachtungsgabe, Kenntnis des Lebens und gewisser Erfahrenheit.
Die Organisation deutscher Jugendlicher „Sibirischer Bär“ bei der Staatlichen Universität Nowosibirsk lädt zur Teilnahme am Wettbewerb „Geschichte meiner Familie. Meine deutschen Wurzeln“ ein. Teilnehmer des Wettbewerbs können deutschstämmige Jugendliche mit russischer Staatsbürgerschaft, Schüler (Klasse 7-11) und Studierende mit Wohnsitz in Nowosibirsk und Gebiet Nowosibirsk sein.
Herzlicher Glückwunsch zum Tag der nationalen Einheit! Dieser neue Nationalfeiertag hat historische Wurzeln. Er ist durchdrungen durch die Idee der nationalen Eintracht, Einsicht über die Notwendigkeit eines Zusammenschlusses der Gesellschaft, des Friedens zwischen den Völkern unseres Russlands. Ich wünsche Ihnen gute Gesundheit, viel Glück und persönliches Wohlergehen!
Heinrich Martens,
Vorsitzender der Föderalen National-kulturellen Autonomie der Russlanddeutschen und Vorsitzender des Internationalen Verbandes der deutschen Kultur
Als Leiter einer der bedeutendsten nationalen Vereinigungen Russlands nahm Heinrich Martens am feierlichen Empfang anlässlich des Tages der nationalen Einheit teil, der am 4.November im Georg-Saal im Kreml stattfand.
Am 30.Oktober fand im Deutsch-Russischen Haus des Gebiets Nowosibirsk die Präsentation des Jugendclubs „Jugendbund“, ausgestaltet in Form einer Halloween-Party, statt. Das Programm beinhaltete hinreißende Tänze des Jugendtanzkollektivs „Expressia“, feurigen Bauchtanz von Jewgenija Akimowa, lustige Wettbewerbe und selbstverständlich einen Wettbewerb um bestes Kostüm. Am Eingang wurden die Gäste von einer Mumie und einem Buckligen willkommengeheißen, die den Gästen Fledermausmasken anboten. Im Festsaal gab es von der Decke herabhängende Fledermäuse, ein Gespenst und eine Mumiengruft.