Im Oktober 2010 wird in Russland eine Volkszaehlung durchgefuehrt. Was glauben Sie? Die Anzahl der Deutschen in Russland…
15.10.2009
Nach „Schuldigen“ zu suchen wäre müßig
GTZ-Mitarbeiter Dieter Frick über die Selbstorganisation der Russlanddeutschen in Westsibirien
Was sind die Besonderheiten der Überregionalen Koordinationsräte der russlanddeutschen Begegnungszentren im asiatischen Teil der Russischen Föderation? Warum beanspruchen die russlanddeutschen Organisationen in Westsibirien für sich eine besondere Stellung unter den gesellschaftlichen russlanddeutschen Organisationen? Darüber sowie über die Ergebnisse des Arbeitstreffens, das Anfang Oktober in Nowosibirsk stattfand, im Interview mit dem Generaldirektor der Entwicklungsgesellschaft Nowosibirsk Dieter Frick.
Tage russlanddeutscher Kultur in der Region Krasnojarsk
Am 15.-21. Oktober finden in Krasnojarsk die Tage der deutschen Kultur statt. Traditionsgemäß wird die deutsche Kultur nicht nur den Russlanddeutschen, sondern auch allen Bewohnern der Region Krasnojarsk nähergebracht. An der Veranstaltung wirken die Teilnehmer der Tanzkollektive aus Krasnojarsk, Tschernogorsk, Minussinsk mit. Das Projekt wird mit organisatorischer Unterstützung des „Jugendfonds Altai“ und finanzieller Unterstützung des Ministeriums der Russischen Föderation für Regionalentwicklung aus den Mitteln des Föderalen Zielprogramms „Sozialökonomische und ethnokulturelle Entwicklung der Russlanddeutschen für 2008 - 2012" realisiert.
Koordinierungsrat der Russlanddeutschen der Region Perm gebildet
Am 15.Oktober wurde in Perm der Koordinierungsrat der Russlanddeutschen der Region Perm gebildet und die Geschäftsordnung über den Koordinierungsrat angenommen. An der Veranstaltung nahmen der Vorsitzende des RKR O. Strahler sowie Vorsitzende der Gesellschaften der Russlanddeutschen der Stadt Perm I.E. Redekop, der Stadt Solikamsk E.A.Grieb, der Stadt Beresniki W.F. Becker, der Stadt Krasnokamsk P.P. Peters, der Stadt Lyswa T.A. Klimentjewa und der Stadt Gubacha I.I. Frank teil. Zur Vorsitzenden des Rates wurde I.E. Redekop gewählt.
Highlight der Tage Deutschlands in der Republik Komi
Vom Ministerium für Nationalitätenpolitik der Republik Komi, dem Bildungs- und Informationszentrum der Russlanddeutschen in der Republik Komi, dem Schriftstellerverband der Republik Komi (?? ??) und dem soziokulturellen Republik-Zentrum wurde in seine Heimatstadt Syktywkar, Hauptstadt der Republik Komi, der deutsche Schriftsteller „Papa Schultz“ (Reinhold Schultz) aus Giessen eingeladen. Anfang Dezember 2009 wird der Schriftsteller als Ehrengast im Rahmen einer Delegation aus der Bundesrepublik Deutschland an den Feierlichkeiten anlässlich der Tage der deutschen Kultur teilnehmen, die auf Anregung der Deutschen Botschaft in Russland und des Außenministeriums der Republik Komi durchgeführt werden.
Der Historiker Michail Suprun sieht sich den Repressionen des russischen Geheimdienstes ausgesetzt
Michail Suprun, etablierter Historiker an der Universität von Archangelsk, droht für seine Untersuchungen zu Repressionen an Russlanddeutschen eine Verurteilung wegen „Sammlung und Weitergabe vertraulicher Informationen“. In einer Razzia hat der Geheimdienst alle Materialien des Historikers konfisziert.
Am 13.- 19. Oktober finden in Barnaul die Tage der deutschen Kultur der Region Altai statt. Diese Veranstaltung wird jährlich von dem Altaier Jugendfonds durchgeführt. In diesem Jahr wird die finanzielle Unterstützung bei ihrer Durchführung vom Ministerium der Russischen Föderation für Regionalentwicklung übernommen. Die Tage der deutschen Kultur beinhalten einen großen Komplex diverser themengebundener Treffen, Meisterklassen, Präsentationen, Spiele und Trainings sowie ein Galakonzert.
In diesem Jahr wurde der Nobelpreis für Literatur der deutschen Schriftstellerin Hertha Müller zuerkannt. Sie wurde 1953 im schwäbischen Dorf Nitzkydorf in Banat geboren, ihre Eltern gehörten zur deutschsprachigen Minderheit. 1945 wurde ihre deutschstämmige Mutter, wie auch viele Rumäniendeutsche, in ein Arbeitslager in die UdSSR deportiert. Gleiches Schicksal traf auch Oskar Pastior, einen weiteren Rumäniendeutschen, den Fr. Müller schon in Deutschland kennenlernte. Gerade die im Lager gemachten Erfahrungen ihres Heimatgenossen lagen dem jüngsten Roman der Schriftstellerin „Atemschaukel“ zugrunde, der vor kurzem mit einem der ehrenvollsten Literaturpreise – dem Deutschen Buchpreis – ausgezeichnet wurde.
60.Jahrestag der Föderalistischen Union Europäischer Volksgruppen in Brüssel gefeiert
Die Föderalistische Union Europäischer Volksgruppen (FUEV) versammelte am 29. September – 2. Oktober ihre Vertreter in Brüssel, der Hauptstadt der Europäischen Union. Die 1949 in Versailles (Frankreich) gegründete Organisation steht seit ihrer Gründung im Dienste der Rechte nationaler Minderheiten. Der ordentliche 55. Kongress der Föderalistischen Union findet 2010 - vermutlich in Moskau - statt. Somit werden die Russlanddeutschen die Ehre erhalten, die nationalen Minderheiten Europas willkommen zu heißen.
Beim Erntedankfest im Deutsch-Russischen Haus Nowosibirsk
Anfang November entsteht im Zentrum von Nowosibirsk mit dem Erntedankfest im Deutsch-Russischen Haus des Gebiets Nowosibirsk ein Stück Deutschlands. Jährlich versammeln sich hier zahlreiche Zuschauer aller Altersgruppen. Heuer fanden im Rahmen des Erntedankfestes der Wettbewerb „Beste Festspeise“, bei dem sich die Jury angesichts einer Vielzahl diverser köstlicher Gerichte mit der Bestimmung des Siegers schwer tat, sowie die Wettbewerbe „Herbstliche Bastelarbeiten“ und „Kürbisschnitzerei“ statt.
Entwicklung der Infrastruktur in kompakten Ansiedlungsstätten der Russlanddeutschen
2009 wird in der Region Altai aus den Mitteln des Föderalen Zielprogramms „Sozialökonomische und ethnokulturelle Entwicklung der Russlanddeutschen für 2008-2012“ die Errichtung von 25 Zweizimmer-Wohnungen im Deutschen Nationalbezirk und die Renovierung der bestehenden Schule für 200 Schüler im Dorf Polewoje finanziert. Dies wurde im September bekanntgegeben, wo in den Haushalt der Region RUB 30,6 Mio. eingegangen sind.
Sitzung der Vereinigung „Gemeinschaft“ stattgefunden
Am 19. September fand in Jekaterinburg eine Sitzung des Rates der Gesamtrussischen Assoziation öffentlicher Vereinigungen der Russlanddeutschen „Gemeinschaft“ statt. Es wurde beschlossen, am 29.November einen Kongress der Assoziation durchzuführen, bei dem die Frage nach dem Fortbestand dieser Assoziation entschieden werden soll. Von den Teilnehmern des Rates wurde dem Vorsitzenden der Assoziation „Gemeinschaft“ I.I. Keller Misstrauen geäußert und seine Tätigkeit als mangelhaft bewertet. Für den Zeitraum bis zum Kongress wurde einer der Gründer der „Gemeinschaft“ L.L. Reisig zum amtierenden Präsidenten gewählt.
Das jährliche Erntefest in Deutschland wurde heuer am 4.Oktober gefeiert. Dieses Fest wird in Deutschland meist als „Erntedankfest“ bezeichnet und nimmt seinen Ursprung von römischen Sitten und Bräuchen. An diesem Tag freuen sich die Leute über die große Ernte und danken dem Gott für die Gaben der Natur (Gemüse, Obst, Getreide, Beeren) und für seine Gnaden. Am Vorabend des Erntedankfestes in Deutschland fand im Deutsch-Russischen Haus in Barnaul ein diesem Festtag gewidmetes feierliches Treffen der Deutschen von Altai statt.
Ein Treffen russlanddeutscher Kultur- und Kunstschaffenden in Uljanowsk
Bereits vor fünfzehn Jahren gab es in jedem Zentrum der deutschen Kultur eigene Tanz- oder Gesangkollektive, talentierte Autoren verfassten Liedertexte und Erzählungen. Die Zeit verging und viele damalige Aktivisten siedelten nach Deutschland aus oder verloren sich im Alltagsleben. Was geht eigentlich in russlanddeutscher Kultur vor sich und wie geht es weiter in der Zeit der Krise? Nach der Antwort auf diese sowie auf viele weitere Fragen suchten dreißig Delegierte, die am 21.-24.September in Uljanowsk zum 1. Treffen der Kultur- und Kunstschaffenden zusammenkamen.
Anders deutsch Die Autorin Merle Hilbk hat das Deutschland der Spätaussiedler bereist
Als bei einem Familienfest auf einmal Menschen auftauchten, die das H im eigenen Nachnamen nicht aussprechen konnten, wollte Merle Hilbk zunächst nicht glauben, dass es sich um ihre Verwandten handelte. Doch dann begann die Journalistin, sich näher mit der Geschichte der eigenen Familie zu befassen, und stellte fest, dass diese ein langes, russisches Kapitel hat. Konfrontiert mit ihrer russlanddeutschen Verwandtschaft machte sich die 40-Jährige auf die Suche nach dem russischen Deutschland — auf einer Reise quer durch die Republik, die sie in ihrem Buch „Die Chaussee der Enthusiasten“ auf 288 Seiten dokumentiert.