Im Oktober 2010 wird in Russland eine Volkszaehlung durchgefuehrt. Was glauben Sie? Die Anzahl der Deutschen in Russland…
05.09.2009
Russlanddeutsche aus Tomsk und Krasnojarsk mit der deutschen Bundeskanzlerin Angela Merkel
Die Aktivisten der Jugendorganisation der Russlanddeutschen „Jugendblick“ aus Omsk und der regionalen gesellschaftlichen Jugendorganisation „Interra“ aus Krasnojarsk haben in der zweiten Augusthälfte im Rahmen des Jugendaustausches mit der Berliner Organisation „Frischluft“ die deutsche Hauptstadt besucht. Die Jugendlichen hatten die Möglichkeit, eine Sitzung des deutschen Bundestags zu erleben und zur Erinnerung ein Foto mit der deutschen Bundeskanzlerin Angela Merkel machen.
Im August waren viele Russlanddeutsche beim 3. Jugendfestival der djo - Deutsche Jugend in Europa dabei, das in Güntersberge (Sachsen-Anhalt) stattfand. Die djo ist ein langjähriger Partner des Jugendringes der Russlanddeutschen. Über ihre Eindrücke vom Festival und von der Sommerakademie in Baratal berichtet die Teilnehmerin beider Veranstaltungen Alexandra Ber, Mitglied der Republikanischen Udmurtischen Jugendorganisation der Russlanddeutschen „Jugendheim“.
Wie die alten Germanen im Sprachencamp die Erde retteten
Vom 5. bis 17. August fand das vom Internationalen Verband der deutschen Kultur für Jugendliche von 12-12 Jahren organisierte Sprachencamp statt.Ein halbes Hundert Jugendliche aus ganz Russland, die Gewinner des Schreibwettbewerbs „Gesunde Kinder auf einem gesunden Planeten“, durften ihre Ferien hier verbringen. Das zweiwöchige Camp war dem Thema Umwelt und Ökologie auf der Erde gewidmet und wurde aus den von der deutschen Bundesregierung zur Förderung der deutschen Minderheit in Russland zur Verfügung gestellten Mitteln finanziert.
„Es gibt einen Ausweg!“ Die Teilnehmer des Theaterprojektes zweier Organisationen – „Jugendheim“ aus Udmurtien und „Vergissmeinnicht“ aus Düsseldorf – haben sich im vergangenen Jahr in Ischewsk zuversichtlich gegeben. Im August dieses Jahres haben die gleichen Organisationen - nur diesmal in Düsseldorf im Rahmen der internationalen Zusammenarbeit zwischen der überregionalen gesellschaftlichen Organisation „Jugendring der Russlanddeutschen“ und ihrer deutschen Partnerorganisation „Deutsche Jugend in Europa“ – diesen Satz ergänzt: „Es gibt einen Ausweg – vorwärts in die Zukunft!“. Zu einem der bedeutendsten Ereignisse des Projektes wurde der Auftritt auf dem Internationalen Jugendfestival der djo in Gütenberge, wo die Theatertruppe ein Stück über verschiedene Ängste der Menschen und den Kampf dagegen vorführte.
Im August wurde die westfälische Hauptstadt zum Zentrum des internationalen Austausches – hier waren die Vertreter der Jugendorganisation der Russlanddeutschen „Jugendheim“ aus Ischewsk sowie der Organisation der Russlanddeutschen „Jugendwelle“ aus Twer zu Besuch. Die beiden Organisationen haben eins gemeinsam - im vergangenen Jahr empfingen sie deutsche Gäste in ihren Städten und kamen nun mit einem Gegenbesuch nach Düsseldorf. Allerdings trafen sich die Jugendlichen aus Ischewsk und Twer nur mit ihren jeweiligen Partnerorganisationen. Der Partner der Twerer ist der Bundesverband e.V.
Am 31. August fand im Stadtgericht des Moskauer Stadtbezirkes Hamowniki die abschließende Gerichtsverhandlung über die von W. Baumgertner gegen die Föderale national-kulturelle Autonomie der Russlanddeutschen, den amtierenden Präsidenten der FNKA H. Martens, das Justizministerium der Russischen Föderation sowie die Verwaltung des Föderalen Steuerdienstes für die Stadt Moskau eingereichte Klage auf Ungültigkeit der Ergebnisse der in Moskau am 5. April 2009 stattgefundenen außerordentlichen 6. Sitzung der FNKA der Russlanddeutschen statt. Die Gerichtsverhandlung dauerte sechs Stunden. Das Gericht beschloss die Klage von W. Baumgertner abzuweisen. Damit bleibt der Beschluss des Justizministeriums der Russischen Föderation vom 24. April 2009 über die amtliche Registrierung von H. Martens als Präsident der FNKA RD gültig.
Am 28. August, am Gedenk- und Trauertag der Russlanddeutschen, versammelten sich die Veteranen der deutschen Autonomie der Republik Komi, Jugendliche, Schüler, Vertreter des Ministeriums für nationale Politik und anderer Autonomien neben der Kapelle zu Ehren den Opfern politischer Repressionen in Syktywkar, wo sie derjenigen gedachten, die für immer und ewig in dieser Erde bleiben werden. Nach der Kundgebung legten die Teilnehmer Blumen an der Kapelle nieder, sie zündeten Gedenkkerzen an und ließen die Glocken läuten.
Viele ältere Russlanddeutsche können sich noch gut an ihren „schwarzen“ Tag erinnern, an dem sie ihre Häuser verlassen und ins Ungewisse aufbrechen mussten. An diesem Tag fällt es ihnen immer schwer, allein zu Hause zu bleiben – die Erinnerungen lassen sich leichter gemeinsam mit anderen Menschen ihrer Nationalität ertragen, die das gleiche Schicksal erlitten hatten. Im Kreis der geliebten Menschen, die diese schwere Last der Erinnerung mit ihnen teilen, lässt es sich leichter der Opfer gedenken. Aus diesem Grund kamen die Mitglieder des Zentrums der deutschen Kultur der Stadt Tscheboksary am 28. August im Gesundheitszentrum „Tschaika“ zusammen.
In der Geschichte jedes Volkes gibt es wohl tragische Seiten, die im Buch des Lebens behutsam bewahrt werden sollen. Diese Seiten müssen an Kinder und Enkelkinder weitergegeben werden, damit ihnen ewig in der Erinnerung bleibt, was ihre Vorfahren erlebt und überlebt haben, und damit junge Generationen wissen, dass sie so etwas niemals zulassen dürfen. „Man kann nicht in der Zukunft leben, wenn man nichts über die Vergangenheit weiß“ – diese nicht neuen, aber immer noch ehrlichen Worte wurden an diesem Gedenk- und Trauertag von vielen Ehrenmitgliedern des Deutsch-Russischen Hauses „Wiedergeburt-T“ in Taganrog ausgesprochen.
Alexander Karlin als Gouverneur der Region Altai bestätigt
Als Gouverneur der Region Altai (Altaiski Krai) wurde Alexander Karlin in seinem Amt bestätigt. Die Zeremonie seiner Amtseinführung fand am 25. August statt. Für Karlin ist dies bereits die zweite Amtsperiode, die wieder fünf Jahre lang dauern wird. Geboren wurde er in einer russlanddeutschen Familie im Altai. Der Präsident des FNKA Heinrich Martens übersandte dem Gouverneur ein Glückwunschtelegramm, in dem er Karlin dafür dankte, dass sich dieser für die Interessen der deutschen Minderheit in der Region Altai einsetzt und den dort vertretenen gesellschaftlichen Organisationen der Russlanddeutschen auch praktische Hilfe zukommen lässt.
Warum sich russlanddeutsche Jugendliche vereinigen
Vor kurzem endeten in Minussinsk (Region Krasnojarsk) und Abakan (Republik Chakassien) Seminarlager für russlanddeutsche Jugendliche. Unterricht gab es zu den Themen „Leitung eines Jugendclubs“ und „Nationale Identität“. Dies war die letzte Etappe eines umfangreichen Projektes, welches in vier Regionen Russlands stattgefunden hatte: im Gebiet Tomsk, der Region Altai, der Region Krasnojarsk und der Republik Chakassien. Verwirklicht werden konnte es mit organisatorischer Hilfe der regionalen Vertretung des „Jugendfonds Altai“ sowie finanzieller Unterstützung des Ministeriums für regionale Entwicklung der Russischen Föderation. In einem Interview erläuterte Denis Matis, Präsident des „Jugendfonds“, die Idee, auch in Zukunft ähnliche Seminare durchzuführen.
Wenn es um die Erhaltung der deutschen Identität geht, gehören im 21. Jahrhundert Bildungsprojekte zu den wichtigsten Maßnahmen. Eine davon war die Internationale Linguistische Jugendakademie „Studio ViD“, welche in der Stadt Marx im Gebiet Saratow stattfand. Die Organisatoren – die National-kulturelle Autonomie der Russlanddeutschen in Marx und der Jugendclub „Total“ – schufen eine großartige Basis für die berufliche Orientierung und Selbstfindung russlanddeutscher Jugendlicher sowie für die Erhaltung ihrer Geschichte, Kultur und Traditionen durch Photos und Filme.
Internationales Linguistisches Kinderlager „Typisch Deutsch“ in Orenburg
Träume werden wahr. Und zwar wirklich. Wer träumt nicht davon, im Sommer in lustiger und freundschaftlicher Atmosphäre mit anderen die Zeit zu verbringen? Die Teilnehmer des Internationalen Linguistischen Lagers für Kinder „Typisch Deutsch“ hatten die Gelegenheit dazu, doch nicht nur das. Wohl alle Teilnehmer möchten irgendwann nach Deutschland fahren: einige als Besucher und einige, um im Land ihrer Vorfahren zu leben. Für letztere ist es jedoch notwendig, Tests in Deutsch und der Geschichte der Russlanddeutschen zu bestehen. Die „Traumstadt“, zu der sie nun gekommen waren, gab ihnen die Möglichkeit, einen entsprechenden Kurs zu absolvieren, ein Zertifikat zu erhalten und damit ihren größten Traum zu verwirklichen.
Rubrik:
26.08.2009
Was denken Deutsche über Sibirien?
Vom 22. bis 31. Juli fand in Tomsk wieder ein internationaler Jugendaustausch mit Leipzig statt. Die Tomsker Vereinigung „Jugendblick“ empfing bei sich Partner und Freunde von der Organisation russischsprachiger Jugendlicher in Deutschland „Iuventus“. Neun Leute reisten aus Leipzig an: fünf Russlanddeutsche sowie vier Deutsche, die zu Beginn der Reise nur wenig Russisch beherrschten und eine eher ungenaue Vorstellung von Russland hatten. Bei dem Begrüßungsabend am 22. Juli stellten sie fest, dass unter deutschen Jugendlichen bestimmte Stereotype über Sibirien existieren. Welche das sind, konnten sie aber zu Beginn noch nicht genau formulieren.
Wie dem Informationsportal RusDeutsch nun bekannt wurde, erteilte das Ministerium für Justiz Russlands am 11. August der Registrierung der Beschlüsse des so genannten FNKA-Kongresses, welcher vom 4. bis 5. Juli von dem ehemaligen Vorsitzenden der Föderalen national-kulturellen Autonomie der Russlanddeutschen (FNKA) Viktor Baumgartner organisiert worden war, eine Absage. Damit ist der Revanche-Versuch der Ex-FNKA-Leitung gescheitert. Vor dem Gesetz existiert nun nur die neue FNKA-Leitung, welche am fünften April 2009 auf einem außerordentlichen FNKA-Kongress in Moskau gewählt worden war. Der legitime Präsident der FNKA ist Heinrich Martens.