Im Oktober 2010 wird in Russland eine Volkszaehlung durchgefuehrt. Was glauben Sie? Die Anzahl der Deutschen in Russland…
23.08.2009
Der Theatersommer, die theatralische Region Altai
„Tuck, tuck, im Zug, waren viele Fragen, die Antworten gaben. Die Hitze glüht, der Sommer ist gut…“ – ertönte es in den Köpfen der „Zugvögel“ – Teilnehmer der sommerlichen Theaterschule in der Region Altai während der Fahrt bis zum Ort der Durchführung des Projekts. Für viele war es gerade kein kurzer Weg zum Traum, professioneller Schauspieler zu werden oder dies mindestens zu versuchen, zur einmaligen Welt der Bühne und der schauspielerischen Meisterschaft näher zu kommen. Also, 25 Jugendliche aus allen Ecken unseres großen Landes: Syktywkar, Marx, Tscherepowez, Perm, Moskau, Tomsk, Taganrog und anderen Städten haben sich vom 24. Juli bis zum 02. August in der Siedlung Halbstadt im Deutschen Nationalrayon (die Region Altai) versammelt, um sich in die Atmosphäre des Theaters zu stürzen.
Bereits seit zwei Jahren sind die Ortsgruppe Offenburg der Landsmannschaft der Deutschen aus Russland und die Deutsche national-kulturelle Autonomie der Russlanddeutschen in der Republik Komi Partner. 2007 nahmen Vertreter der Landsmannschaft an den Tagen der Deutschen Kultur in Syktywkar teil, 2008 war eine Gruppe Jugendlicher aus Komi in Baden-Württemberg zu Besuch, und nun fand erneut ein Treffen statt. Die Delegation bestand aus 15 Leuten, hauptsächlich Jugendlichen, von denen einige noch kaum ein Wort Russisch sprachen. Dabei waren aber auch Katja Mayer aus Syktywkar, die seit 10 Jahren in Deutschland lebt und ihre Stadt nicht wieder erkannt hat, sowie zwei Mitglieder eines Chors aus Orenburg. Letztere nahmen zusammen mit dem Chor „Edelstein“ von der Deutschen Autonomie am Festkonzert teil.
Zugvögel haben zwei Heimatländer. Wenn man ihnen eines nimmt, sterben sie. Ihr gesamtes Leben lang müssen sie immer wieder wählen, und genau dieses Auswählen macht sie stärker. Kann man eine Parallele zu den Menschen ziehen? Eine ziemlich schwierige Frage. Eine Antwort darauf zu finden wurde in diesen Sommer im Altai im Ort Galbstadt des Deutschen Nationalen Bezirks bei dem Projekt „Zugvögel“ von Autoren, Regisseuren und anderen Teilnehmer versucht.
Russlanddeutsche Begegnungszentren der Pilotregion Nr. 1 (Ural und Zentralrussland) werden im September an der ersten Auswahltour des russlandweiten Projektes Lesefüchse („Knigoljuby“) teilnehmen, welches von der Russlandfiliale der Zentralstelle für das Auslandsschulwesen (ZfA) durchgeführt wird. Worum es geht, ist einfach: Das ZfA-Büro wählt Anfang des Jahres gemeinsam mit Deutschlehrern, welche in Russland am DSD-Programm („Deutsches Sprachdiplom“) teilnehmen, fünf Bücher moderner deutscher Jugendautoren aus. Die Teilnehmer müssen sie durchlesen und dann ihrerseits im Deutschunterricht gemeinsam das ihrer Meinung nach beste Buch auswählen. Dies geschieht zunächst in den Klassen der Begegnungszentren, dann auf der Ebene der Regionen und schließlich in überregionalen Debatten, die Mitte November in Moskau stattfinden werden.
Für junge Journalisten, besonders für diejenigen, die für MDZ und RusDeutsch berichten
Bewerben Sie sich für das Stipendium des Deutschen Akademischen Austauschdienstes, das jungen Journalistinnen und Journalisten aus Armenien, Belarus, Moldau, Russland, Kasachstan und der Ukraine einen dreimonatigen Studien- und Arbeitsaufenthalt am Journalisten-Kolleg der Freien Universität Berlin ermöglicht. Für die Autoren und Autorinnen der MDZ und des Portals RusDeutsch können wir auf die Anfrage die benötigten Empfehlungsschreiben verfassen.
Im Rahmen der Eliteförderung der Russlanddeutschen führt der Internationale Verband der deutschen Kultur vom 21. bis zum 25. September in Uljanowsk die 1. Tagung der Kulturschaffenden (sljot twortscheskih rabotnikow) durch. Im Programm: Rundtischgespräche zu Fragen der Bewahrung und Entwicklung der Kultur der Russlanddeutschen; Workshops verschiedener Fachleute, Präsentation von gesellschaftlich bedeutenden Projekten, Arbeit in den AG (Vokal, Choreographie, Theater, Literatur, Journalistik, Kino, Foto und Design). Wenn Sie russlanddeutscher Herkunft und in einem von diesen Bereichen tätig sind, können Sie sich bis zum 25. August bewerben. Ausführlicher über das Programm und Bewerbungsformular - auf Russisch.
Brezina – neuer Direktor des Deutsch-Russischen Hauses Moskau
Seit Anfang August hat die Stelle des Direktors des Deutsch-Russischen Hauses Moskau, des Leiters der ANO „Breitenarbeit“ (Projektstruktur der GTZ in Zentralrussland) und des Direktors des Bildungs- und Informationszentrums der Russlanddeutschen (BiZ) Torsten Brezina inne. Herr Brezina ist vielen Russlanddeutschen wohlbekannt. Ende der 90er Jahre war er Sprachassistent in den Sprachcamps für russlanddeutsche Kinder und Jugendliche, später GTZ-Koordinator in Zentralrussland und in der Region Ural, Direktor des BiZ. 2006 wechselte er in die Ukraine, wo er weiter bei der GTZ gearbeitet hat. Als Brezina 2000 noch in der djo-Deutsche Jugend in Europa gearbeitet hat, hat er viel dazu beigetragen, dass sich die Partnerschaft zwischen dem Jugendring der Russlanddeutschen und dem djo-Verband entwickelte. Weiter lesen auf Russisch.
Vom 24. bis zum 27. Juli wurde in der Stadt Kasan (Teilrepublik Tatarstan) der Start für das Pilotprojekt-2 „Koordinierung und Organisation der Projektarbeit des Netzwerks russlanddeutscher Begegnungszentren in der Wolgaregion und in Südwestrussland der Russischen Föderation auf der Grundlage der Selbstorganisation der Russlanddeutschen“ gegeben. Das Projekt wird vom Internationalen Verband der deutschen Kultur realisiert. Es sieht vor, dass die Koordination der Projekttätigkeit, die aus dem Programm der Bundesregierung zugunsten der deutschen Minderheit in der Russischen Föderation finanziert wird, ab jetzt nicht die Entwicklungsgesellschaft Wolga (wie es in den vorigen 13 Jahren war), sondern der IVDK übernimmt. Die Überregionalen Koordinationsräte in der Projektregion Südwestrussland spielen bei der Planung und Umsetzung des Projekts in der Region eine entscheidende Rolle. Die GTZ mit ihrer Projektstruktur EGW nimmt Beratungs- und Monitoringaufgaben im Pilotprojekt wahr. Weiter lesen auf Russisch.
Vom 10. bis zum 21. Juli sind die Senioren und die Jugendlichen aus dem Deutschen Kulturzentrum im Dorf Koschewnikowo (Gebiet Tomsk) Teilnehmer des Projektes „Eintauchen in die Vergangenheit“ geworden. Die Gruppe aus 20 Personen hat die Möglichkeit bekommen, die Stadt Marx und die Dörfer um die Stadt herum zu besichtigen, also die ehemalige Heimat dieser Russlanddeutschen bis zur Deportation 1941. Im Programm standen: Besichtigung der Heimatdörfer, Heimatkundemuseum in Marx und gemeinsame Veranstaltungen mit den Deutschen, die heute in Marx leben. Bericht weiter auf Rissisch lesen.
In Kemerowo fand an den letzten Juli-Tagen das Seminar zu Fragen der Selbstorganisation und Selbstverwaltung der gesellschaftlichen Organisationen der Russlanddeutschen im Gebiet Kemerowo statt. Das Seminar wurde von der Föderalen national-kulturellen Autonomie der Russlanddeutschen, vom Internationalen Verband der deutschen Kultur organisiert und vom Regionalministerium der RF, vom deutschen Bundesinnenministerium und Gebietsverwaltung in Kemerowo unterstützt. Während des Workshops wurde der Koordinationsrat der russlanddeutschen Begegnungszentren im Gebiet Kemerowo gegründet. Der Grund dafür: Die regionale National-kulturelle Autonomie (NKA) ist illegitim, weil sie seit langem keine Versammlungen durchgeführt hat und weil es keine Ortsgruppe der Autonomie gibt, die 2001 die regionale NKA gründeten. Der Prozess der Wiederherstellung der NKA wird im September in Gang gesetzt. Weiter lesen auf Russisch.
Aus der 40 Grad Hitze – in den kühlen deutschen Sommer. Bereits zum 4. Mal treffen sich die Jugendlichen aus Krasnodarer Jugendorganisation der Russlanddeutschen „Junge Kraft“ mit ihren Freunden aus der regionalen Gruppe der djo-Deutsche Jugend in Europa in Niedersachsen. Das Treffen erfolgt im Rahmen des Austauschprogramms des Jugendrings-djo. Diesmal waren die deutschen die Gastgeber. Weiter lesen auf Russisch.
Anfang August schickte der Vorsitzende des Internationalen Verbandes der deutschen Kultur Heinrich Martens an den GTZ-Projektmanager Herrn Röloffs einen Brief, worin er über die Probleme der russlanddeutschen Begegnungszentren sowie über das Nothilfe-Programm für die besonders betroffenen Begegnungszentren schreibt. Im Brief äußert Herr Martens die Bitte, diese Probleme im deutschen Bundesinnenministerium zu erläutern. Im Namen des IVDK sagt Herr Martens, sei er bereit, nach den Lösungen gemeinsam zu suchen. Wir bieten Ihrer Aufmerksamkeit den Text des Briefes an sowie die Möglichkeit, ihn zu kommentieren. Ihre Meinung ist gefragt. Weiter lesen auf Russisch. Kommentieren - auch erstmal auf Russisch.
Die Jugend macht aktiv bei den ethnokulturellen Projekten für die Russlanddeutschen mit. Aber viele von ihnen, kaum sind sie mit dem Studium fertig und fangen an, zu arbeiten und eine eigene Familien zu gründen, verlassen die Jugendorganisationen der Russlanddeutschen oder nehmen nicht an den Veranstaltungen und Projekten teil. Deswegen denkt man jetzt über effektive Formen für die weitere Zusammenarbeit nach. Dieses Ziel verfolgt auch das Seminar „Wir und unsere Wurzeln“, das mit der finanziellen Unterstützung des russischen Regionalministeriums im Dorf Koschewnikowo (Gebiet Tomsk) durchgeführt wurde. Das Seminar wurde von der Tomsker regionalen gesellschaftlichen Organisation „Deutsch-russische Jugendvereinigung Jugendblick“ in Zusammenarbeit mit dem Deutschen Kulturzentrum im Dorf Koschewnikowo und des Deutsch-Russischen Zentrums der Tomsker Technischen Universität organisiert und durchgeführt. Weiter lesen auf Russisch.
Im nächsten Jahr feiert die Kinderzeitschrift „Schrumdirum“ ihr 10-jähriges Jubiläum. Anläßlich des Jubiläums werden Wettbewerbe, Quiz, Sonderausgaben und Festveranstaltungen durchgeführt. Der Internationale Verband der deutschen Kultur, der die Zeitschrift herausgibt, fängt bereits jetzt mit der Vorbereitung zum Jubiläum an. Als erstes wird der föderale Wettbewerb „Freunde der deutschen Sprache“ durchgeführt. Der Wettbewerb sieht folgende Nominierungen vor:
- Wettbewerb für junge Maler „Mein Lieblingsmärchen auf Deutsch“
- Wettbewerb für junge Schriftsteller
- Wettbewerb für russlanddeutsche Familien „Meine Familie ist mein Reichtum“
- Wettbewerb für Deutschlehrer „Mein Beruf ist Deutsch“
- Wettbewerb für Schulen „Deutsch in unserer Schule“
- Wettbewerb für russlanddeutsche Begegnungszentren „Wie lernen wir Deutsch“
Im Juli wurde das regionale Zielprogramm „Sozioökonomische und ethnokulturelle Entwicklung der Russlanddeutschen im Gebiet Altai für die Jahre 2009-2012“ verabschiedet.
Fast 365 Millionen Rubel sieht das Programm vor. Davon kommen etwa 94 Millionen Rubel aus dem Gebietshaushalt, 260 Millionen Rubel aus dem Föderalen Budget und etwa 12 Millionen Rubel aus dem örtlichen Etat. Das entsprechende Programm hat am 8. Juli der Gouverneur des Gebiets Altai Alexander Karlin unterzeichnet. Die Finanzmittel sind vor allem für die Kompaktsiedlungen für Russlanddeutsche geplant, u.a. für die Entwicklung der Infrastruktur. Das Programm, so wünscht es sich die Gebietsverwaltung weiter, soll die Entwicklung der deutschen Ethnie anregen und die im Gebiet Altai gebliebenen 80 000 Russlanddeutschen zum Bleiben animieren. Das Programm entspricht dem Sinn und den Anforderungen des föderalen Zielprogramms „Sozioökonomische und ethnokulturelle Entwicklung der Russlanddeutschen in der Russischen Föderation für die Jahre 2008-2012“