Im Oktober 2010 wird in Russland eine Volkszaehlung durchgefuehrt. Was glauben Sie? Die Anzahl der Deutschen in Russland…
20.02.2009
Um die Kürzung des FZP zu vermeiden
Die Russlanddeutschen sind wegen der Gespräche besorgt, die in der letzten Zeit in der Öffentlichkeit um die mögliche Staatsbudgetkürzung geführt werden: Es wird darüber gesprochen, dass unter anderem auch das Föderale Zielprogramm „Soziowirtschaftliche und enthnokulturelle Entwicklung der Russlanddeutschen für die Jahre 2008 – 2012“ gekürzt oder gar geschlossen wird. In diesem Zusammenhang hat der Internationale Verband der deutschen Kultur sich an den Premierminister der RF Wladimir Putin, an den Minister für Regionalentwicklung der RF Viktor Basargin und an den 1.Stellvertretenden Leiter der Administration des Präsidenten der RF Wladislaw Surkow mit der Bitte gewandt, „die Zweckmässigkeit der Programmkürzung abzuwägen“, da „das Programm die praktische Rehabilitierung eines ungerecht verfolgten Volkes, das seine Staatlichkeit Mitte des 20.Jahrhunderts verloren hat, bedeutet“.
Die gesellschaftliche Jugendorganisation „Moskauer Zentrum der deutschen Kultur „Jugendbrücke““ lädt aktive und kreative Jugendliche zur Zusammenarbeit ein. Wir starten ein neues Projekt, das „Team der Betreuer Freuen.DE“ heißt. Das Ziel des Projektes ist, Betreuer für die deutschen Kinder- und Jugendsprachlager vorzubereiten. Die Vorbereitungstreffen finden dienstags im Deutsch-Russischen Haus Moskau statt. Im Rahmen des Unterrichts bekommen die Teilnehmer Informationen zur Methodik der kreativen Kollektivtätigkeit und lernen, Deutsch in Spielform zu unterrichten. Außerdem kann man dabei Freunde und Gleichgesinnte finden.
„Nationaler Akzent“, die Beilage zu der wöchentlich erscheinenden Zeitung „Argumenty nedeli“, hat ein Interview mit Heinrich Martens, dem Vorsitzenden des Internationalen Verbandes der deutschen Kultur durchgeführt und am 19. Februar veröffentlicht. In seinem Gespräch mit dem Korrespondenten der Zeitung geht es um den heutigen Stand der gesellschaftlichen russlanddeutschen Bewegung und ihren Perspektiven, um die Emigration und Re-Emigration der Russlanddeutschen, um die Auswertung der Tätigkeit der Deutsch-Russischen Regierungskommission für die Angelegenheiten der Russlanddeutschen und der Maßnahmen zugunsten der deutschen Minderheit.
Deutsche in der Geschichte der altrussischen Stadt Tschurow
Am 21. Februar findet in der Stadt Kolomna (Gebiet Moskau) im Kulturzentrum „Liga“ die Präsentation des Buches „Drei Zeitalter von Tschurow“ statt. Tschurow ist der industrielle und moderne Vorort von Kolomna mit interessantem historischem Hintergrund. Hier lebten bekannte Leute, unter anderem auch deutscher Herkunft, die eine wichtige Rolle in der Geschichte Russlands gespielt haben. Ein Kapitel des Buches ist den Familien von Lipgardt und Riengel gewidmet.
Aktuelle Lage der Russlanddeutschen: Probleme und Perspektiven
In der Ausgabe Nr. 422 der „Politischen Studien“ (November – Dezember 2008) erschien der Beitrag von Heinrich Martens, dem Vorsitzenden des Internationalen Verbandes der deutschen Kultur, zum Thema „Aktuelle Lage der Russlanddeutschen: Probleme und Perspektiven“. „Politische Studien“ sind Publikationen der Hanns-Seidel Stiftung.
Das Jubiläum des deutschen Zentrums begann mit einer Auszeichnung
Das Deutsche Zentrum „Wiedergeburt“ im Gebiet Karaganda (Kasachstan) feiert 2009 sein 20-jähriges Jubiläum. Diesem bedeutenden Ereignis widmet der Vorsitzende des deutschen Zentrums in Karaganda Viktor Kist seine vor kurzem erhaltende Auszeichnung – den Orden „Dostyk“ zweiter Klasse. Diese Auszeichnung wird den Bürgern der Republik Kasachstan verliehen, die einen wichtigen Beitrag zur Bewahrung der Eintracht in der Gesellschaft, des Friedens, der Völkerfreundschaft und Zusammenarbeit leisten.
Nicht umsonst wird die Gegend um der Stadt Miass (Oblast Tscheljabinsk) als der „Schweizer Ural“ bezeichnet: Sie befindet sich mitten im Naturschutzgebiet Ilmenskij, das das älteste in Russland ist. Der Urwald und die schönen Seen Turgojak und Ilmenskoje locken jährlich tausende Touristen, unter anderem auch Liedermacher. Hier wird ein berühmtes Liederfestival seit Jahren durchgeführt. Neulich wurde das traditionelle Festivalprogramm ergänzt: Hinzu kam das Regionale Festival der deutschen Kultur, Sprache, Genealogie und Heimatkunde.
„Die ersten Ergebnisse des Pilotprojektes sehen sehr positiv aus. Es ist schon jetzt offensichtlich, dass es fortgesetzt wird“, sagte Frank Willenberg, Ministerialdirigent im Bundesministerium des Innern, der für die Umsetzung der Maßnahmen der Bundesregierung zur Unterstützung der deutschen Minderheit in Russland zuständig ist, auf dem Forum der Begegnungszentren im November. Aber selbst im Februar haben die Mittel für die Finanzierung dieser Maßnahmen die deutsche Minderheit immer noch nicht erreicht – nicht einmal in der sogenannten Pilotregion, das heißt in Zentralrussland und in der Region Ural. Die „Fortsetzung“ wurde zum monatelangen Warten auf Abschlussberichte und Evaluierungen durch Experten.
Vom 19. Februar bis 15. März wird im Moskauer Museum für moderne Kunst die Ausstellung des Volkskünstlers Russlands Pjotr Dik eröffnet. Sein Leben war, so wie vieler Russlanddeutscher, aufs Engste sowohl mit Russland als auch mit Deutschland verbunden. „Meine Kunstmethode könnte man kurz als „Differenzbildung“ von Zufälligkeiten im Namen der künstlerischen Darstellungskraft und Einfühlung in den tiefen Sinn von Erscheinungen bezeichnen“, schrieb Pjotr Dik. „Die Welt der Gegenstände, in einem Kunstwerk dematerisiert, wird in die Sprache der Plastik transformiert, wo das Licht, der Rhythmus und die Farbe handeln. Daraus ergibt sich eine bestimmte Dualität des Realen und Irrealen. Mit ihr arbeite ich gerade“.
Achtung, Ausschreibung für junge russlanddeutsche Familien!
Der Jugendring der Russlanddeutschen schreibt einen Wettbewerb für junge russlanddeutsche Familien aus. Das Thema der kreativen Arbeit ist: „Unser Familienschiff: Reise auf den Wellen der Geschichte“. Die Gewinner bekommen die Möglichkeit, an dem interessanten aufschlussreichen Seminar für junge russlanddeutsche Familien am Schwarzen Meer (Gebiet Krasnodar) in der Hochsaison teilzunehmen.
Am 27. Januar fand die internationale Wohltätigkeitsparty „Euro-party“ statt, organisiert vom Moskauer Jugendzentrum der deutschen Kultur „Jugendbrücke“. Die Partner der Veranstaltung waren „Der russische Verband der Jugend / Programm „Jugendkarte EURO<26“ und Nationalrat der Jugend- und Kindervereinigungen Russlands. Die Teilnehmer und Teilnehmerinnen der Party haben eine Kulturreise durch Europa unternommen und Spanien, Italien, Griechenland und Deutschland besucht. Die Reiseführer haben die Reise auf zwei Sprachen – Deutsch und Russisch – moderiert. Die Mittel, die auf der Party gespendet wurden, werden den behinderten Kindern eines Moskauer Krankenhauses übergeben.
In einem der besten russischen Verlage „Wremja“ (Moskau) erschien das Gedichtbuch von Elena Seifert „Becher“ (Seifert E. Vesneg / Becher. – Moskau, 2009. – 208 S.). Bereits der Titel des Buches auf Deutsch und Russisch zeigt die Verbindung zwischen der zwei Kulturen und die Wechselwirkung von zwei Begriffen – des russischen Neuwortes „Vesneg“ und damit verbundenen Assoziationen und des deutschen Wortes „Becher“.
Das Buch erschien mit der Unterstützung aus den Mitteln des deutschen Bundesinnenministeriums zugunsten der deutschen Minderheiten in den GUS-Ländern (über die Vermittlerorganisation GTZ, Büro Almaty).
Am 31. Januar hat die verantwortliche Sekretärin des IVDK-Vorstandes Faina Glasunowa die regionale deutsche National-Kulturelle Autonomie „Glauben“ in der Stadt Kineschma (Gebiet Ivanowo) besucht. Das Ziel des Besuches war, sich die Bedingungen für die Tätigkeit der NKA anzuschauen. Die Stadt Kineschma befindet sich in der Pilotregion des Internationalen Verbandes der deutschen Kultur.
Am 14. Januar feierte Alexander Brendler, der Schlosser vom „Neftemasch“-Werk, in Samara, sein 100-jähriges Jubiläum. Zwei Wochen lang berichteten die regionalen und zentralen Medien über ihn. Wie über ein Wunder. Und das hatte seine Gründe: Wegen seiner deutschen Herkunft war er gezwungen, seine sonnige Heimatstadt Melitopol in der Ukraine gegen sibirische Kälte zu tauschen. Und seinen 100. Geburtstag feierte er im Werk, wo er fast 60 Jahre lang tätig ist. In diesen Jahren hat er 120 Rationalisierungsvorschläge gemacht. Sind das nicht genügend Gründe, um über so einen vorzüglichen Russlanddeutschen landesweit zu berichten?
Am 14. Januar fand in der Stadt Jarowoje die Präsentation des Katalogs zur Ausstellung „Russlanddeutsche in der Geschichte von Jarowoje“ statt. Sie wurde einem Jubiläum gewidmet, welches bereits ausführlich im letzten Jahr gefeiert wurde: dem 100-jährigen Jubiläum der ersten deutschen Ansiedlungen im Altai. Das 100-jährige Jubiläum ließ nur Wenige unberührt. So entstand das Projekt, das zusammen mit dem Museum der Geschichte der Stadt Jarowje und dem Begegnungszentrum, sowie mit der finanziellen Unterstützung des Fonds „Altai“ durchgeführt wurde.