In der Stadt Perm fand während der Winterferien ein Seminar für die Lehrer der deutschen Sprache statt, die Deutsch an den Sprachkursen für Erwachsene und Sprachzirkeln für Kinder in den Begegnungszentren der Region Perm unterrichten. Das Thema des Seminars „Nationale Identität durch sprachliche Identität“ war nicht zufällig gewählt. Das Problem der Identitätserhaltung der Russlanddeutschen mittels der Sprachkurse war in Moskau auf der Internationalen wissenschaftlich-praktischen Konferenz „Sprache als Grundlage für die Identitätssicherung der Russlanddeutschen“ und im Forum für die Lehrer der deutschen Sprache in Sankt Petersburg hervorgehoben.
Vor kurzem erschien das "Gedenkbuch Altai und Omsk" - der siebte Band der Reihe Russland-Deutsche Geschichte des Historischen Forschungsvereins der Deutschen aus Russland. Das Buch behandelt den Staatsterror an den Deutschen in den Regionen Altai und Omsk in den Jahren 1919-1953. Versehen mit zahlreichen Tabellen, Karten der Ansiedlung der Deutschen in den beiden Regionen, einer Dokumentensammlung und Namenslisten von Opfern des staatlichen Terrors befasst sich das Buch auf 300 Seiten mit folgenden Schwerpunkten: Das Leben der deutschen Kolonisten in Sibirien vor 1917, die Zwangskollektivierung und ihre Folgen in den Jahren 19229-1933, die Deutschen in Sibirien in den Jahren des Politischen Terrors der Jahre 1937-1953.
Die Zahl der Spätaussiedler nach Deutschland ist wieder gesunken
Die Zahl der Aussiedler aus den Ländern der ehemaligen Sowjetunion nach Deutschland ist im Jahre 2009 noch mal gesunken und betrug etwa 3400 Personen. Der größte Teil davon (ca. 2000) sind aus Russland und ca. 900 aus Kasachstan ausgewandert. Nach der Meinung der Experten hat dieser Rückgang, der schon letzte Jahre läuft, mehrere verschiedene Gründe. Einer der Hauptgründe ist die Unfähigkeit der Russlanddeutschen und Mitglieder ihrer Familien, die umziehen möchten, einen Sprachtest in der deutschen Sprache abzulegen. Wir erinnern Ihnen daran, dass die Hauptzeit der Auswanderung auf die Mitte der 90-er fiel. Zu damaliger Zeit sind mehr als 200.000 Russlanddeutsche jährlich nach Deutschland ausgewandert. Seit Anfang 2000 ist die Zahl bis zu 90.000 Personen reduziert. Im Jahre 2008 betrug die Zahl der Spätaussiedler etwa 4.300 Personen.
Am 31. Dezember feierte die berühmte Russlanddeutsche Dichterin Nora Pfeffer ihr 90-jähriges Jubiläum
Nora Pfeffer wurde 1919 in der Stadt Tbilissi geboren. Seit 1943 bis zum 1952 verbrachte sie in der Haft als „Völkerfeind“. In ihren Gedichten „An die Wolgadeutschen“ und „Den Namenlosen“ wandte sie sich an den Stammesgenossen, sowie die schuldlos Schuldigen die das schwere Schicksal mit ihr geteilt hatten. Danach lebte sie in Kasachstan und einige Zeit in Russland. Seit 1992 wohnt Nora Pfeffer in Deutschland in der Stadt Köln. Sie arbeitete als Lehrerin an der Kasachischen Staatlichen Universität von Al-Farabi, als Ansagerin einer deutschen Sendung vom Kasachischen Radio, als Korrektorin der deutschen Redeaktion im Verlag „Kasachstan“ und als Mitarbeiterin der Zeitung „Neues Leben“. Das populärste Buch mit Gedichten von Nora Pfeffer ist „Zeit der Liebe“, das im Jahre 1998 im Druck erschien.
Ende Dezember fand der Arbeitsbesuch des Präsidenten der Föderalen national-kulturellen Autonomie der Russlanddeutschen (FNKA RD) und des Vorsitzenden des Internationalen Verbandes der deutschen Kultur (IVDK) in den Gebieten Nowosibirsk und Kemerowo statt. Auf der Tagesordnung standen die aktuelle Situation sowie die Perspektiven der ethnokulturellen Entwicklung der deutschen Bevölkerung der beiden Regionen.
Geschichte und Ethnographie der Deutschen Sibiriens
Das wichtige Ereignis 2009 ist die Veröffentlichung der fundamentalen Kollektivsmonographie „Geschichte und Ethnographie der Deutschen Sibiriens“, die von den Mitgliedern der Internationalen Assoziation der Forscher der russlanddeutschen Geschichte und Kultur vorbereitet wurde. Der Leiter des Autorenkollektivs und der wissenschaftliche Redakteur ist P. P. Wibe, Doktor für historische Wissenschaften. Die Autoren sind: A. N. Blinova, S. S. Bukin, P. P. Wibe, S. P. Wolochov, O. A. Gerber, A. A. German, N. W. Grekov, I. I. Krott, S. A Lesche, E. I. Mitchanova, A. I. Sawin, L. I. Sennikova, T. B. Smirnova, I. W. Tscherkasjanova, I. N. Chernova, A.A.Schadt, A. Ch. Elert. Zum ersten Mal in einem Buch wurden wissenschaftliche Kenntnisse in der Geschichte und Ethnographie der Russlanddeutschen in einer solchen großen Region Russlands wie Sibirien seit XVIII. bis zum Ende XX. Jahrhunderts auf der Grundlage Historiographie systematisiert, zusammengefasst und im Komplexform gegeben.
Rubrik:
29.12.2009
Bald kriegen Sie ein Kind!
Eine kleine Russlanddeutsche sucht eine Mutter und einen Vater
Die 6-jährige Karina M. wartet auf eine Mutter und einen Vater, die sie zu sich nehmen und ihre Beine heilen lassen. Das Mädchen wohnt in einem Waisenhaus im Gebiet Wolgograd. Es hat einen deutschen Namen, obwohl über ihre Familie nichts bekannt ist. Karina ist ein sehr geselliges, fröhliches Kind, sehr aktiv und von Natur aus ist es schon ein kleiner Leader. Sie ist wirklich von allen Kindern und Erziehern sehr beliebt. Es wäre sehr schön, wenn für sie eine gute Familie gefunden würde, die für so ein Kind das so viel gelitten hat, eine neue Heimat familie wäre. Die zusätzliche Information finden Sie auf dem Schwarzen Brett des russischsprachigen Portals RusDeutsch.
Rubrik:
29.12.2009
Ethnographie der Kindheit der Deutschen aus Sibirien
Im Jahre 2009 ist das Buch „Ethnographie der Familie und Kindheit deutscher Bevölkerung aus dem Westsibirien im XX. – Anfang XXI. Jahrhunderts“ erschienen. Das Buch wurde von Anna Blinova, Mitglied der Assoziation der Forscher der russlanddeutschen Geschichte und Kultur mit der Mitautorin I. N. Chernova. (Blinova A. N., Chernova I. N. Ethnographie der Familie und Kindheit deutscher Bevölkerung aus Westsibirien im 20.- und Anfang 21. Jahrhunderts. / A. N. Blinova, I. N. Chernova. – Omsk: Verlag „Nauka“, 2009. – 326 Seiten, Abb., ISBN 978-5-98806-084-0.
Im Gebiet Omsk laufen die Vorbereitungen auf die Wahlen des Leiters des deutschen Nationalrayons
Am 15. Dezember gingen die Treffen mit den Teilnehmern der Parteiabstimmung (Primeries) zur Auswahl von Kandidaten von der Partei „Einiges Russland“ für die Position des Leiters des Munizipalgebildes „Deutscher Nationalrayon Asowo“ des Gebiets Omsk zu Ende. Nach Informationen des Portals RusDeutsch hat dabei das jetzige Oberhaupt des Rayons, der 72jährige Bruno Reiter die Spitzenstellung, der im kommenden Jahr seine Kandidatur für die Wiederwahl aufstellen will. Jedoch siegte in den Dörfern, wo Deutschstämmige heute einen beträchtlichen Anteil haben, Pawel Eckert, Leiter der Siedlung Zwetnopol. Die Wahlen finden am 14. März 2010 statt.
Deutsch-Russisches Haus Nowosibirsk feierte sein 20jähriges Bestehen
Am 11.-12. Dezember wurde in Nowosibirsk das 20jährige Bestehen des Deutsch-Russisches Hauses des Gebiets Nowosibirsk gefeiert. An den Festlichkeiten nahm der Leiter des Departments für die Angelegenheiten der Spätaussiedler und nationalen Minderheiten des deutschen Bundesministeriums des Inneren Frank Willenberg teil. Eine spannende Note wurde ins traditionelle festliche Programm mit Konzerten und Ausstellungen von dem dabei anwesenden Vize-Gouverneur des Gebiets Nowosibirsk eingebracht, der bekanntgab, dass der heutige Direktor des DRH Josif Dukwen im März abgelöst wird, sowie von J.Dukwen selbst, der zusammen mit einigen Gästen verkündete, dass er mit der Tätigkeit des RKR Westsibiriens nicht einverstanden sei und daher eine neue Struktur zu gründen gedenke.
Weihnachts- und Neujahrsgeschenk für die ganze Familie
Seid ihr Russlanddeutsche? Werden bei euch deutsche Traditionen gepflegt und von Generation zu Generation überliefert? Dann ist das neue Projekt des Internationalen Verbandes der deutschen Kultur für euch richtig! Am 16.-27. Januar findet im Kurort Kislowodsk erstmals ein Projekt statt, an dem alle Familienmitglieder teilnehmen können – von Kleinkindern bis hin zu den Großeltern.
Im Moskauer katholischen Kinderheim ging eine Kerze der Rettung auf
Am 23.Dezember fand für die Bewohner des Moskauer katholischen Kinderheims – des Wohlfahrts- und Erziehungszentrums „Johann Bosko“ für Kinder und Jugendliche - ein Weihnachtsfest statt. Am Vorabend des Feiertages trafen sich die Vertreter der Jugendorganisation der Russlanddeutschen „Jugenbrücke“ mit den Kindern, sie sangen Weihnachtslieder, besprachen die Traditionen, spielten und inszenierten Kleingeschichten.
Der Tannenbaum ist hoch und üppig, goldener Schmuck glänzt an den Kunststoffzweigen und das Flittergold glitzert im Licht der Girlanden. Der Weihnachtsbaum steht an der weiten Saalwand im ersten Obergeschoß, es ist warm, die Bestuhlung ist entlang der Wände verteilt. Wir bekommen Besuch… Die Schlussphase des Projekts „Minestrele“ wurde mit dem Festival der deutschen Kultur zusammengelegt, um das Fest besonders farbenprächtig und einprägsam zu gestalten. Die wichtigsten Gäste des Festivals sind die Teilnehmer deutscher Gemeinden von Tula, Bogorodizk, Uslowskaja, Teilnehmer des Jugendclubs, Lehrer und Leiter der Zirkel bei den Begegnungszentren.
Am 14.-20.Januar 2010 wird vom Internationalen Verband der deutschen Kultur in Kislowodsk mit finanzieller Unterstützung des Bundesministeriums des Inneren der Bundesrepublik Deutschland und informationsmäßiger Unterstützung der „Moskauer Deutschen Zeitung“ sowie des Informationsportals der Russlanddeutschen RusDeutsch das Projekt „Diskussionsclub „Avantgarde““ durchgeführt.