Im Oktober 2010 wird in Russland eine Volkszaehlung durchgefuehrt. Was glauben Sie? Die Anzahl der Deutschen in Russland…
23.12.2009
Eine der wiedererlangten Literaturen
Die heutige Nummer der „Literaturnaja Gazeta“ berichtet über die Literatur der Russlanddeutschen
„Literaturnaja Gazeta“, eine der russlandweit prominentesten periodischen Ausgaben im Bereich der Kultur und Literatur, brachte in der heutigen Nummer einen Beitrag, gewidmet der wiedererlangten Literatur der Russlanddeutschen, die heute die Zeit der Erneuerung durchmacht. Seit Ende der 1980er – Anfang der 1990er Jahren erstarkt sie zusehends. Selbstverständlich hatte sie in der Zwischenzeit die Auseinanderhaltung Russlanddeutscher in „Deutsche Deutschlands“ und „Deutsche der GUS“ und die unvollendete Deutschsprachigkeit zu überwinden. Wenn jeder russlanddeutscher Literaturschaffender bei seinem Schaffen die beiden Sprachen - Russisch und Deutsch - beherrschen würde, wäre die Einigkeit der Schriftsteller und Leser viel enger.
„Nee, ich habe echt nicht verstanden, war dieser große Onkel sagte…“, so reagierte ein kleiner vierjähriger Zuschauer, als die Zuschauer von den Schauspielern des Kunstkollektivs „Antwort“ auf Deutsch zur Aufführung eines deutschen Volksmärchens eingeladen wurden. Doch die Sprache des Schaffens ist vielseitig und erhaben. Gespannt folgten die Zuschauer dem Geschehen auf der Bühne, zeigten Mitgefühl für die Helden und lieferten Applaus, als am Ende das Gute das Böse besiegte.
Am 14.Dezember fand im Bundesministerium des Innern ein Treffen des Vorsitzenden des Internationalen Verbandes der deutschen Kultur, Präsidenten der Föderalen National-Kulturellen Autonomie der Russlanddeutschen Heinrich Martens und des Bundesbeauftragten für Aussiedlerfragen und nationale Minderheiten Dr. Christoph Bergner statt. Auf dem Treffen wurden strategische Fragen betreffend der Zukunft der deutschen Minderheit in Russland und die Vorschläge des IVDK über die weitere Verbesserung der Projektarbeit zugunsten der Russlanddeutschen sowie eine Reihe der Schritte im Bereich der deutsch-russischen Zusammenarbeit besprochen.
In Baschkirien fanden eine Rechenschaftskonferenz und die Wahlen der Republik-NKA statt
Am 19.Dezember fand in Ufa eine festliche Veranstaltung statt, gewidmet dem 20.Gründungsjahr des Kultur- und Aufklärungsverbandes der Deutschen der Republik Baschkirien „Wiedergeburt“. Gleichzeitig wurde eine Rechenschaftskonferenz des Verbandes und der national-kulturellen Autonomie der Republik durchgeführt (bis 2004 war es eine national-kulturelle Republik-Vereinigung). Zum Vorsitzenden der Republik-NKA wurde Leonid Kasper wiedergewählt.
Arbeitstagung der Führung der Selbstorganisation der Russlanddeutschen und der GTZ
Am 11.-12. Dezember fand ein Arbeitstreffen der Führung der Selbstorganisation der Russlanddeutschen (Vertreter der FNKA, des IVDK, der Regionalen Koordinierungsräte) mit den Leitern der Büros der Deutschen Gesellschaft für technische Zusammenarbeit (GTZ) in der RF (Zentralrussland und Uralregion, Wolga-Gebiet und Sibirien) und dem Vertreter des GTZ-Büros in Berlin statt. Besprochen wurde ein breiter Kreis von Fragen der praktischen Zusammenarbeit zwischen den Organisationen und stufenweisen Übertragung der Projektarbeit von der GTZ an die Organe der Selbstorganisation der Russlanddeutschen. In den meisten Bereichen liegt gemeinsame Vorstellung über aktuelle Ziele, Aufgaben und die für ihre Lösung erforderlichen Methoden vor.
Am 8.-10.Dezember verlief in Moskau ein Arbeitstreffen des Aktivs der Selbstorganisation der Russlanddeutschen, das der Strategie bei der Tätigkeit zugunsten der Russlanddeutschen sowohl für das kommende Jahr 2010, als auch für die Perspektive gewidmet war. Auf der Tagesordnung standen mehrere Fragen, nämlich der Stand des vor drei Jahren angefangenen Projekts „Förderung der Avantgarde“, bei dem bis dahin noch keine nennenswerten Ergebnisse erreicht wurden, die stufenweise Übertragung des Bildungs- und Informationszentrums der Russlanddeutschen (BiZ) an die Organe der Selbstorganisation, Spracharbeit.
Wir laden Sie zur Teilnahme an einer neuen Umfrage ein. Diesmal möchten wir wissen, wie oft Sie das Portal RusDeutsch aufsuchen. Der in diesem Jahr durchgeführte Monitoring .der Aktivisten von Begegnungszentren zeigte, dass Internet von 79,5% aller Leiter der BZ genutzt wird, wobei 38,5% der Befragten das Web mehrmals am Tag besuchen. Ab und zu wird das Internet von 46% Befragten genutzt, während weitere 33,3% es oft oder regelmäßig nutzen (zusammengenommen macht es 79,3% aus, d.h. eigentlich alle, die von Internet Gebrauch machen). Die diesmalige Umfrage ist berufen, das allgemeine Bild zu ergänzen, denn unser Portal wird, wie eine der früheren Umfragen zeigte, nicht nur und nicht so sehr von den Aktivisten der Begegnungszentren besucht. Vielen Dank für Ihre Mitwirkung!
In Noworossijsk versuchten die Beamten, den Lutheranern eine funktionierende Kirche wegzunehmen. Auch das Moskauer Patriarchenamt setzte sich für die Protestanten ein: Alle religiösen Organisationen haben keine fest verankerten Rechte für die Nutzung ihres Vermögens
Im vergangenen Jahr zeigten die Behörden von Krasnodar, wie man frühere Kirchenbauten effizient nutzen kann. Im Fernsehen wurde ein neues Klubgebäude in der Siedlung Djiginka bei Anapa gezeigt. Ein kastenförmiges Gebäude mit blauem Metalldach, innen mit Marmoimitation verkleidet. Im Aussehen des neuen Kulturhauses ließen sich nur schwer die Abrisse der alten lutherischen Kirche erkennen. Vor der Revolution wurde Djiginka (damals Michaelsfeld) „Klein Deutschland“ genannt. Da lebte eine Gemeinde deutscher Umsiedler, diese bauten eine Mühle, errichteten das erste Kraftwerk in der Region und eine Kirche. Während des Krieges wurden die Deutschen nach Sibirien deportiert, die Kirche geschlossen. Und jetzt werden dort die Laienkunstkonzerte abgehalten, während die Versammlungen der lutherischen Gemeinde in einem Schuppen nebenan stattfinden müssen.
Wir empfehlen einen diesbezüglichen Artikel in der angesehenen Zeitschrift Russisches Newsweek.
Das Foto zeigt die perfekt geformte Figur eines Nussknackers als eine von mehr als 700 zum Wettbewerb „Freude der deutschen Sprache“ eingeschickten Arbeiten. Der Wettbewerb ging am 20.Dezember zu Ende. Zurzeit sind die Veranstalter mit der Erstellung einer Liste aller Teilnehmer des Wettbewerbs beschäftigt, damit keine Arbeit verloren geht: Alle werden aufgefordert zu prüfen, ob man in der Liste erfasst ist. Und wohl erst nach dem Neujahrsfest wird die Bilanz gezogen. Wir sind sehr froh, dass der Wettbewerb solche Resonanz fand, und danken allen Teilnehmern.
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19.12.2009
Dissertationsverteidigung
Am 22.Dezember findet beim Dissertationsrat bei der Einrichtung der Russischen Akademie der Wissenschaften – Institut für Archäologie und Ethnographie der Sibirischen Abteilung der Russischen Akademie der Wissenschaften - die Verteidigung der Doktorarbeit in der Geschichte durch Andrian Jurjewitsch Ochotnikow statt. Seine Forschung ist gewidmet dem Thema „Deutsche von Nord-Kulunda: Strategie und Ergebnisse sozial-kultureller Anpassung (1910er - 1960er Jahre). Wissenschaftliche Leiterin ist Dr. hist. hab. I.W. Oktjabrjskaja, als offizielle Opponenten treten: Dr. hist. T.B. Smirnowa und Dr. hist. hab. W.A. Zwerew auf.
Am 18.Dezember verlief in Tomsk erfolgreich die Verteidigung der Doktorarbeit von Julia Podoprigora. Das Thema der Arbeit lautete: „Ethnische und konfessionelle Zusammensetzung der Deutschen der Irtysch-Region Pawlodar im 20. Jh - Anfang des 21.Jh.“. Wissenschaftlicher Leiter ist Prof. Nikolaj Tomilow, als offizielle Opponenten traten Prof. Arkadij Herrmann und Dr.hist. Schollan Achmetowa auf. Julia Podoprigora ist Multiplikatorin des BiZ für Geschichte und Heimatkunde in Kasachstan.
Das Gebietszentrum der deutschen Kultur in Orenburg feiert heuer sein 10.Jubiläum. Der Vorsitzende der Gesellschaft der Russlanddeutschen “Wiedergeburt” des Gebiets Orenburg Leonid Leonidowitsch Raisig erinnert sich in seinem Interview an alle Schwierigkeiten, die die Gesellschaft durchmachen musste, und berichtet über die Hoffnungen und Zukunftspläne. In seinem Interview erzählt er über den heutigen Stand des bereits zum Teil eröffneten Deutschen Hofes in Orenburg, über die Lage der Begegnungszentren in der Region sowie über die von der „Wiedergeburt“ durchgeführten Maßnahmen.
Natalia Jegorowna Bril ist eine in Tomsk bekannte Person. Vor über zwanzig Jahren regte sie, Mutter von fünf Kindern, stellvertretender Sekretär der Parteiorganisation des Instituts für Starkstromelektronik der Filiale Tomsk der Sibirischen Abteilung der Russischen Akademie der Wissenschaften, die Gründung eines Frauenkomitees ihres Instituts an, das sich mit der Zeit in den Club kinderreicher Familien „Lada“ als regionale öffentliche Organisation verwandelte. Natalia Jegorowna wurde Vorsitzende dieses Clubs und ist auch heute, trotz ihres Rentenstandes, seine Leiterin.
Russlanddeutsche im Internet: Bewegung in die Zukunft
Das Internet birgt ein Riesenpotential für die Entwicklung vieler Lebensbereiche, auch für die Entwicklung und den Erhalt der nationalen Zusammengehörigkeit der Russlanddeutschen in sich. Darüber, wie das World-Web bei der Erfüllung dieser Aufgabe mithelfen kann, wurde beim Workshop „Neue Medienmöglichkeiten für die Präsentation der deutschen Minderheit im Internet-Raum“ gesprochen, das in Moskau Anfang Dezember stattfand.
Am 14.-15. Dezember fanden in Moskau an der Russischen Staatlichen Universität für Geisteswissenschaften „Dichtungskundliche Lesungen 2009“ statt. Diese Prestige-Konferenz findet jährlich statt. Ihr Veranstalter ist der bekannte Literatwissenschaftler Jurij Orlitzkij. Als Moderator der Konferenz trat ein anderer bekannter Wissenschaftler, Oleg Fedotow, auf. Bei ihrer Ansprache an die Konferenz sprach Elena Seifert über die Literatur der Russlanddeutschen, nämlich über die dichterische Form des Sonettbuches von I. Warkentin „Russlanddeutsche Berlin-Sonette“. Dank den Bemühungen der Literaturkunde und Kritik etabliert sich die russlanddeutsche Literatur nach und nach als untrennbarer Bestandteil der Weltliteratur.