Im Oktober 2010 wird in Russland eine Volkszaehlung durchgefuehrt. Was glauben Sie? Die Anzahl der Deutschen in Russland…
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03.09.2010
In Uljanowsk beginnt das Festival der russlanddeutschen Kultur
Vom 3. bis zum 12. September wird Uljanowsk „eingedeutscht“. Die Stadt am Mittellauf der Wolga steht dann ganz im Zeichen eines Veranstaltungsmarathons unter dem Titel „Russland — Russlanddeutsche — Deutschland“. In diesem Rahmen finden drei Festivals statt: das Kulturfestival der Russlanddeutschen „Wir sind ein Teil deiner Geschichte, Russland! Wir sind dein Volk!“, das Festival der deutschen Kultur und das russisch-deutsche Jugendfestival „Brücken, Liebe und Flugzeuge“.
Alte neue Traditionen: Akademie für kreative Jugend 2010
Am 27. August 2010 startete in Uljanowsk die Akademie für kreative Jugend. Dieses Projekt, das vor einigen Jahren in der gesellschaftlichen Bewegung der Russlanddeutschen großen Zuspruch fand, wird nun im Rahmen des Bereichs „Avantgarde/ Eliteförderung“ vom Internationalen Verband der deutschen Kultur (IVDK) in Zusammenarbeit mit dem „Jugendring der Russlanddeutschen“ realisiert.
Die Landsmannschaft der Deutschen aus Russland (LMDR) gedachte am 21. August 2010 auf dem Gelände des Grenzdurchgangslagers Friedland (Niedersachsen) der Vertreibung der Russlanddeutschen nach dem verleumderischen Erlass des Obersten Sowjets der UdSSR vom 28. August 1941. Der Aussiedlerbeauftragter Dr. Christoph Bergner konnte aus den Termingründen nicht an der Veranstaltung teilnehmen, aber überreichte der RusDeutsch-Redaktion ein dafür gedachtes Grußwort. In seinem Grußwort wollte der Beauftragte für Aussiedlerfragen und nationale Minderheiten betonen, dass es bei den Bemühungen um die Rehabilitierung dieser Volksgruppe vor allem um die Anerkennung und Wiederbelebung ihrer russlanddeutschen Identität und Kultur gehen sollte.
Zum Gedenken an die Opfer der Vertreibung von Russlanddeutschen
Anlässlich des Volkstrauertages der Russlanddeutschen findet am 28. August 2010 um 12 Uhr in der Kathedrale St. Peter und Paul zu Moskau ein Gedenkgottesdienst in deutscher und russischer Sprache statt.
Um 15 Uhr trifft sich zu seiner nächsten Sitzung der Literaturklub des Internationalen Verbands der deutschen Kultur (IVDK) „Die Welt im Wort“. Unter dem Motto „Stimmen des Schweigens“ – nach dem gleichnamigen Buch des russlanddeutschen Poeten Viktor Schnittke – möchte der Literaturklub an diesem Tag der Vertreibung der Russlanddeutschen nach dem Erlass des Obersten Sowjets der UdSSR vom 28. August 1941 gedenken.
In Russland wird vom 14. bis 25. Oktober 2010 eine Volkszählung durchgeführt. Die statistische Erhebung der Bevölkerungsstruktur soll dazu dienen, eine bessere Grundlage für viele Entscheidungen bei der Infrastrukturplanung zu schaffen. Außerdem sollen die Ergebnisse der Volkszählung helfen, verschiedene Programme zur Unterstützung des ethno-kulturellen Potentials jedweder Volksgruppen in Russland – auf ihre Bedürfnisse zugeschnitten – auszuarbeiten. So können sich auch Russlanddeutsche als Vertreter einer Volksgruppe mitteilen. In unserer neuen Umfrage möchten wir von Ihnen wissen, mit welchen Ergebnissen der Volkszählung bezüglich der deutschen Minderheit Sie rechnen.
Deutscher Geschichts- und Kultursaal in Kasan eröffnet
Gleich vier deutsche Jugenddelegationen – aus Berlin, Braunschweig, Dortmund und Halle – waren vom 15. bis 22. August im Deutschen Haus der Republik Tatarstan zu Gast. Das ist ein großer Schritt in der Entwicklung der Partnerschaft zwischen den Zivilgesellschaften Deutschlands und Russlands. Die deutschen Gäste nahmen an der großen Veranstaltungsreihe „Einweihung und Präsentation des Geschichts- und Kultursaales der Deutschen Tatarstans“ teil.
„Deutsch intensiv“ für Führungskräfte der russlanddeutschen Begegnungszentren
In Nischnij Nowgorod begann am 15. August 2010 der zweite Sprachkurs „Deutsch intensiv“ für Führungskräfte und engagierte Mitarbeiter der Begegnungszentren der Russlanddeutschen. Das Projekt findet im Rahmen des Programms „Eliteförderung/ Avantgarde“ statt und wird vom Internationalen Verband der deutschen Kultur (IVDK) in Zusammenarbeit mit dem Goethe-Institut Moskau und dem Zentrum für deutsche Sprache Nischnij Nowgorod durchgeführt. Der Kurs endet am 28. August 2010 mit der anerkannten Prüfung „Zertifikat Deutsch“ der Stufe B1.
Von 10. bis 16. August 2010 fand in Würzburg das Seminar für Chor- und Tanzleiter der Landmannschaft der Deutschen aus Russland e.V. und der Verbände der deutschen Minderheit in Russland statt. Über 30 Seminarteilnehmer aus verschiedenen Regionen Deutschlands und Russlands trafen sich in der fünfgrößten bayrischen Stadt, um sich gemeinsam mit der deutschen Gesangs- und Tanzkultur zu befassen. Das Projekt wurde im Rahmen der Partnerschaft zwischen der Landsmannschaft der Deutschen aus Russland und dem Internationalen Verband der deutschen Kultur (IVDK) durchgeführt.
Avantgarde-Stipendiaten 2010 stehen fest
Im Rahmen des Programms „Individuelle Stipendien zur Förderung der Avantgarde“ wurden insgesamt 39 Projektanträge eingereicht. Nachdem die Auswahlkommission alle eingegangenen Bewerbungen gesichtet und bewertet hatte, traf sie ihre Entscheidung über die förderungswürdigen Projekte 2010. Wir gratulieren den Projektgewinnern!
Omsker „Duzfreund“ zu Gast in Bergisch Gladbach
Ein Jugendaustausch in die „alte Heimat“ führte eine Gruppe von Russlanddeutschen aus der Region Omsk ins Bergische Land. Bürgermeister Lutz Urbach empfing die Besucher im Rathaus und hieß sie in Bergisch Gladbach willkommen. Organisiert wird die Begegnung durch den SKV Adler, einem Verein, der von Spätaussiedlern aus Osteuropa (Russland, Kasachstan usw.) gegründet wurde, der aber für Mitglieder jeder Nationalität, Herkunft und Religion offen steht.
„Ein schöner Weg liegt vor dir, junger Dichter...“
Deutsch-russischer Literatursalon in Uljanowsk
Im Rahmen des allrussischen Festivals der russlanddeutschen Kultur in Uljanowsk öffnet am 4. September 2010 um 21 Uhr seine Türen der Literatursalon „Ein schöner Weg liegt vor dir, junger Dichter...“. Der Literaturabend – aus der Veranstaltungsreihe des Literaturclubs des Internationalen Verbands der deutschen Kultur „Die Welt im Wort“ – vereinigt Traditionen des 19., 20. und 21. Jahrhunderts.
Alte Freunde und neue Eindrücke:
Jugendaustausch Tomsk – Halle
Bereits zum dritten Mal trafen sich im Rahmen eines Jugendaustauschs vom 25. Juli bis 5. August 2010 die deutsch-russische Jugendorganisation „Wir + Sie“ Tomsk und die Jugendgruppe der Landsmannschaft der Deutschen aus Russland in Halle. Das Projekt wurde mit finanzieller Unterstützung des Bundesministeriums des Innern, des Ministeriums für Regionalentwicklung der RF, des Verbands djo-Deutsche Jugend in Europa und der „Entwicklungsgesellschaft Nowosibirsk“ realisiert.
Russlanddeutsche Rückkehrer gesucht:
Remigrationsforschung an der Uni Trier
Der Großteil der deutschstämmigen Bevölkerung aus den Ländern der ehemaligen Sowjetunion übersiedelte in den 1990er Jahren in die Bundesrepublik. Seit kurzem gibt es allerdings Migration in die umgekehrte Richtung – diese neue Erscheinung wird von Wissenschaftlern der Uni Trier unter die Lupe genommen. Für ihr Forschungsprojekt „Rückkehrstrategien von Spätaussiedlern“ sucht das vierköpfige Forschungsteam russlanddeutsche Rückkehrer, die bereit sind, von ihren Erfahrungen zu berichten.
Ausschreibung: Mit BiZ „Moderner Geschäftsführer“ werden
Das Bildungs- und Informationszentrums BiZ bietet den Leitern von Begegnungszentren den Studiengang „Wirtschaftmanagement für Unternehmen: Moderne Geschäftsführung“ an. Der Studiengang wird in Zusammenarbeit mit der Akademie der Volkswirtschaft bei der Regierung der Russischen Föderation durchgeführt. Bis zum 25. August 2010 können Sie sich bewerben.
Herold Belgers „Rußlanddeutsche Schriftsteller“ neu aufgelegt
Im September 2010 erscheint im Verlag NORA Berlin Herold Belgers Nachschlagewerk „Rußlanddeutsche Schriftsteller - Von den Anfängen bis zur Gegenwart“ in zweiter erweiterter und ergänzter Auflage in deutscher Sprache (bearbeitet von Erika Voigt und Irina Leinonen). Dem Autor ist es wichtig, die Namen der russlanddeutschen Autoren festzuhalten, die „im Maße ihres Talentes und ihrer Möglichkeiten das Leben, die Geschichte, die Schmerzen und die Hoffnungen ihres ruhelosen Volkes in ihren Werken widerspiegelten, um sie für die Nachfahren zu erhalten“.
Erfolg wird nicht durch Nationalität oder sonstige Herkunftsmerkmale bestimmt, Erfolg wird hart erkämpft. Das weiß auch Viktor Scherf. Angefangen als Choreograph im sibirischen Barnaul, gab der Russlanddeutsche seinen Beruf auch in Deutschland nicht auf. Jetzt gehört ihm eine große Tanzschule, seine Schüler räumen bei Tanzwettbewerben ab – zuletzt holten sie drei Weltmeistertitel in Italien.
„Mit Hoffnung im Herzen“: Der Leidensweg der Russlanddeutschen wurde auf die Bühne gebracht
Hoffnung ist das, was Millionen von Menschen vor Verzweiflung rettet und Kraft gibt, bis zum bitteren Ende zu kämpfen. Hoffnung begleitete auch viele Russlanddeutsche in den 40er-60er Jahren des letzten Jahrhunderts. Während sie verfolgt und vertrieben wurden, haben sie nicht aufgehört, zu hoffen – irgendwann wieder als normale Menschen behandelt zu werden und wieder nach Hause zu kommen. Es gibt unzählige Schicksalsgeschichten, die von Leiden der Russlanddeutschen in den Jahren des Krieges und der Nachkriegszeit handeln… Einige davon wurden auf die Bühne gebracht – von Teilnehmern des Theaterlagers für Jugendliche „Jugenbühne“, welches vom 27. Juli bis 7. August 2010 in Odessa stattfand.
Akademie für kreative Jugend in Uljanowsk:
Teilnehmer stehen fest
Die Teilnehmerauswahl für die Akademie für kreative Jugend in Uljanowsk (27. August bis 6. September 2010) ist abgeschlossen. Das Projekt wird vom Internationalen Verband der deutschen Kultur (IVDK) in Zusammenarbeit mit dem „Jugendring der Russlanddeutschen“ durchgeführt. Wir gratulieren allen Teilnehmern der Akademie!
Das deutsche Moskau: Bahnhöfe, Hotels und vieles mehr
Zur Zeit Peter I. spielte die „Deutsche Vorstadt“ (Nemezkaja sloboda) in Moskau eine große Rolle – als Zentrum des modernen Lebensstils. Die „Deutsche Vorstadt“ war ein Ausländerquartier im Nordosten von Moskau (heute Lefortowo). Anfangs unterschied sich das äußere Erscheinungsbild der Bauten in der „Deutschen Vorstadt“ nicht wesentlich von dem der russischen. Im ausgehenden 17. Jahrhundert hatte die Sloboda schließlich das Gepräge einer westlichen Stadt angenommen.
Im heutigen Moskau sind deutsche Spuren nicht nur auf dem Territorium der ehemaligen „Nemezkaja sloboda“ zu finden. Zahlreiche Bauten mit deutscher Handschrift prägen das Stadtbild der russischen Hauptstadt. Wir präsentieren hier nur eine kleine, subjektive Auswahl.
Zusammenarbeit lohnt sich für alle
Das Tandemprojekt „Mitgestalten aus eigener Kraft“ in Berlin
Über 20.000 Aussiedler und Spätaussiedler leben in der größten Plattenbausiedlung der Republik (260.000 Einwohner) im Berliner Bezirk Marzahn-Hellersdorf. Seit Jahren versuchen die Deutschen aus Russland, sich dort in verschiedenen Integrationsprojekten zu etablieren. In Zusammenarbeit mit der Landsmannschaft der Deutschen aus Russland (LMDR) führt der Berliner Verein „Vision“ das Tandemprojekt „Mitgestalten aus eigener Kraft“ durch.