30 Juni 2010


In Omsk fand eine der größten Konferenzen zur Geschichte der Sibiriendeutschen statt

Im Juni 2010 fand in Omsk die Vl. Internationale wissenschaftliche Konferenz „Sibiriendeutsche: Geschichte und Kultur“ statt. Im Rahmen der Konferenz setzten sich die Teilnehmer mit vielen historischen und modernen Fragen der Sibiriendeuschen auseinander: mithilfe von vielen spannenden Vorträgen, Diskussionen und einem umfangreichen Rhamenprogramm.

In Omsk fand eine der größten Konferenzen zur Geschichte der Sibiriendeutschen statt

Im Juni 2010 fand in Omsk die Vl. Internationale wissenschaftliche Konferenz „Sibiriendeutsche: Geschichte und Kultur“ statt. Im Rahmen der Konferenz setzten sich die Teilnehmer mit vielen historischen und modernen Fragen der Sibiriendeuschen auseinander: mithilfe von vielen spannenden Vorträgen, Diskussionen und einem umfangreichen Rhamenprogramm.

Bei der Organisation dieser Konferenz beteiligten sich viele unterschiedliche Institutionen: das Ministerium für regionale Entwicklung der RF, die Omsker Gebietsverwaltung, die Staatliche Dostojewskij-Universität Omsk, die Deutsche Gesellschaft für Technische Zusammenarbeit (GTZ, Deutschland), Winnipeg University (Kanada), Fresno Pacific University (USA), die Deutsche national-kulturelle Autonomie des Omsker Gebietes, das Bundesinstitut für Kultur und Geschichte der Deutschen im östlichen Europa (Deutschland), die sibirische Filiale des Russischen Institutes für Kulturgeschichte, die Omsker Filiale des Institutes für Archäologie und Ethnografie der Sibirischen Repräsentanz der Russischen Akademie der Wissenschaften. Mitgewirkt haben dabei auch der Internationale Verband der deutschen Kultur (IVDK), die Internationale Assoziation der Forscher der russlanddeutschen Geschichte und Kultur und Staatliches Heimatkundemuseum Omsk.

Für die finanzielle Unterstützung der Konferenz danken die Veranstalter dem Ministerium für regionale Entwicklung der RF, dem Bundesministerium des Innern, der Omsker Gebietsverwaltung, dem Generalkonsulat Nowosibirsk, der Winnipeg University (Kanada) und der Fresno Pacific University (USA). Mit dieser Unterstützung wurde die Teilnahme vieler ausländischen Gäste und Referenten an der Konferenz ermöglicht.

Bei der Konferenzeröffnung im Konferenzsaal der Omsker Gebietsverwaltung wurden die Teilnehmer von Vertretern der Staatsduma der RF, des Generalkonsulats Nowosibirsk, der Omsker Gebietsverwaltung u.a. begrüßt. Insgesamt nahmen an der Konferenz etwa 200 Menschen teil, davon 80 Vortragende. Die Teilnehmer kamen aus Russland (Moskau, St. Petersburg, Barnaul, Kemerowo, Krasnojarsk, Nowokusnezk, Nowosibirsk, Nowoaltajsk, Omsk, Perm, Saratow, Stawropol, Slawgorod, Tara, Tobolsk, Tomsk, Tjumen), Kasachstan, aus der Ukraine, Österreich, Deutschland, aus den Niederlanden, Kanada, aus den USA. Über 40 Teilnehmer waren ausländische Gäste: Die größte ausländische Delegation kam aus Kanada.

Im Rahmen der Konferenz wurden viele spannende Vorträge gehalten. Den Anfang machte Prof. Dr. A. German von der Staatlichen Universität Saratow, Vorstandsvorsitzender der Internationalen Assoziation der Forscher der russlanddeutschen Geschichte und Kultur, mit dem Vortrag „Wolgadeutschen in Sibirien in den ersten Monaten nach der Deportation (September-Dezember 1941)“. Danach ergriffen das Wort die Professoren der Winnipeg Universität – R. Lewen und P. Tews und Professoren der Fresno Pacific Universität (USA, Kalifornien). In ihrem gemeinsamen Vortrag präsentierten die Referenten nordamerikanische Vorstellungen über Sibirien. Über „Mennoniten-Kolonien in Sibirien Ende 19. Jahrhundert – Anfang 20. Jahrhundert“ berichtete in seinem interessanten Vortrag P. Wibe, Leiter des Staatlichen Heimatkundemuseums Omsk.

In ihrem Vortrag zum Thema „Beitrag der sibirischen Wissenschaftler zur Untersuchung der deutschen Dialekte“ ging Frau Dr. I. Tscherkasjanowa aus St. Petersburg auf die Entstehungsfrage von Wissenschaftsschulen ein. Einen Einblick in die aktuelle Situation der Sibiriendeutschen verschaffte den Konferenzteilnehmern der Vortrag von Dieter Frick, GTZ-Mitarbeiter, Leiter der Entwicklungsgesellschaft Novosibirsk, zum Thema „Die Unterstützung der Russlanddeutschen in Sibirien in Rahmen des Programms vom Bundesministerium des Innern“. In dem abschließenden Vortrag von T. Smirnowa, Leiterin des wissenschaftlichen Labors für Geschichte der Sibiriendeutschen an der Omsker Staatlichen Universität, wurde die jetzige Lage der deutschen Minderheit in Russland und ihrer Identität, Sprache und Kultur erläutert.

Im Rahmen der Konferenz waren vier Arbeitsgruppen aktiv: „Gemeinsame Probleme und regionale Aspekte der Vergangenheit und Gegenwart der Russlanddeutschen“, „Ethnische Geschichte und Kultur der Russlanddeutschen“, „Geschichte und Kultur der Mennoniten“, „Probleme der deutschen Sprache und Ausbildung in Sibirien“.

Zu einem Highlight des Rahmenprogramms gehört der Besuch des Deutschen Nationalkreises Asowo im Gebiet Omsk, wo die Konferenzteilnehmer von dem Leiter der kreisverwaltung Viktor Sabelfeld und seinem Team begrüßt und herumgeführt wurden. Auch der Besuch in Zwetnopolje, einem der schönsten Dörfer im Asowo, wird den Teilnehmern durch einen herzlichen Empfang in Erinnerung bleiben. Wie auch die Besichtigung des Staatlichen Heimatkundemuseums Omsk, mit welcher die VI. Konferenz beendet wurde.

Von T. Smirnowa
Aus dem Russischen von Maria Borisowa und Maria Doronina

Rubrik: Assoziation der Forscher

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