22 November 2014

Ergebnisse des Wettbewerbs „Welche Bücher russlanddeutscher Autoren kennen zeitgenössische Leser?“

Ergebnisse des Wettbewerbs „Welche Bücher russlanddeutscher Autoren kennen zeitgenössische Leser?“

Die Jury hat nun die Ergebnisse des im Herbst in die Endphase gekommenen Gesamtrussischen Wettbewerbs „Welche Bücher russlanddeutscher Autoren kennen zeitgenössische Leser?“ verkündet. Der Wettbewerb wurde im Rahmen des Kreuzjahres der deutschen Sprache und Literatur in Russland und der russischen Sprache und Literatur in Deutschland ausgerichtet. 

Die Jury hat nun die Ergebnisse des im Herbst in die Endphase gekommenen Gesamtrussischen Wettbewerbs „Welche Bücher russlanddeutscher Autoren kennen zeitgenössische Leser?“ verkündet. Der Wettbewerb wurde im Rahmen des Kreuzjahres der deutschen Sprache und Literatur in Russland und der russischen Sprache und Literatur in Deutschland ausgerichtet. 


Der Wettbewerb zielte darauf ab, das Interesse an der Literatur russlanddeutscher Schriftsteller zu stärken, den Wissensstand über moderne russlanddeutsche Autoren und ihre Werke zu ermitteln und das Interessespektrum der russlanddeutschen Leserschaft zu erfassen. Der Wettbewerb wurde von dem Internationalen Verband der deutschen Kultur (IVDK) mit der finanziellen Unterstützung des Bundesministeriums des Innern im Rahmen des Programms „Förderung der Avantgarde“ organisiert.

Laut dem Urteil der Jury, die aus der Schriftstellerin Elena Seifert, dem Literaturkritiker Alexander Shuklin, dem Dichter  Pawel Blume und der Übersetzerin Elena Samkov bestand, wurden zwei Gewinner identifiziert: Den dritten Platz belegte Anastasia Shamsutdinova aus dem Dorf Kuznetschicha, Spasski Region, Republik Tatarstan. Der zweite Platz wurde mit Entscheidung der Jurymitglieder an niemanden vergeben. Den ersten Platz belegte Ksenia Golikova aus dem Dorf Schira, Shirinsky Region, Republik Chakassien. Alle Gewinner erhalten Preise von den Organisatoren des Wettbewerbs.

Die Gewinnerin aller Wettbewerbsetappen, der im April gestartet war, ist die talentierte Teilnehmerin Ksenia Golikova. Ksenia erhält den Hauptpreis, der in der Teilnahme an einer der wichtigsten Veranstaltungen im Rahmen des Programms „Förderung der Avantgarde“ besteht. Den Wettbewerb kommentierte Elena Seifert, Schriftstellerin, Doktorin der Philologie und Professorin zusammenfassend so:

„Das Kreuzjahr der deutschen Literatur und Sprache in Russland und der russischen Literatur und Sprache in Deutschland kann die Literatur der Russlanddeutschen, die an der Schwelle zwischen der russischen und deutschen Kultur geboren sind, nicht außer Acht lassen, zumal sie, die Literatur, ein eigenständiges Phänomen ist. Diese junge Literatur zeichnet sich nicht nur durch ein spezielles Thema (Abschiebung, Arbeitsarmee, Auswanderung) und die Art der Stimmung (tragisch, nostalgisch, hoffnungsvoll), sondern auch durch ein besonderes Genre-System, einen bestimmten Stil, das Vorhandensein zweier Sprachen- Deutsch und Russisch aus. Es ist daher umso interessanter, die Entwicklung und Entstehung von neuen, vielversprechenden Namen zu beobachten.

Der Wettbewerb war ein Mittel, mit dem der Erfolg unserer Literatur und ihre Schwachstellen aufgezeigt werden konnten. Einerseits haben zunehmend mehr Leser Interesse an der Literatur der Russlanddeutschen. Andererseits sind viele Bücher russlanddeutscher Schriftsteller für die breite Öffentlichkeit nicht zugänglich, es gibt sie sogar nicht in großen Bibliotheken. Die russlanddeutsche Literatur benötigt weiterhin Unterstützung in Form von Neuauflagen, Veröffentlichungen in Fachzeitschriften, Buchausstellungen, Präsentationen, Konferenzen. Ich freue mich, dass sich die jungen Menschen zunehmend für die russlanddeutsche Literatur  interessieren. Autoren und Leser kommen sich auf diese Weise ein bisschen näher.“ 

Rubrik: Glückwünsche, IVDK, Eliteförderung/Avantgarde, Wettbewerbe, Ausschreibungen

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