13 Dezember 2014

Sprache als Grundlage der Identitätsstärkung

Sprache als Grundlage der Identitätsstärkung

Spiele, Lieder, Tänze, wie auch die lustige Puppe Schrumdi und sogar eine „Spielbombe“ - all das kann zu den Instrumenten gehören, die dazu beitragen, den Deutschunterricht eines beliebigen Lehrers interessant zu gestalten. All das begleitete das Seminar für die Deutschlehrer, das in Omsk vom 12. bis 15. November im Rahmen des 13. Forums der Russlanddeutschen stattfand. 

Spiele, Lieder, Tänze, wie auch die lustige Puppe Schrumdi und sogar eine „Spielbombe“ - all das kann zu den Instrumenten gehören, die dazu beitragen, den Deutschunterricht eines beliebigen Lehrers interessant zu gestalten. All das begleitete das Seminar für die Deutschlehrer, das in Omsk vom 12. bis 15. November im Rahmen des 13. Forums der Russlanddeutschen stattfand. Zu diesem Seminar kamen mehr als 30 Deutschlehrer aus verschiedenen Regionen Russlands, um sich fortzubilden, Erfahrungen auszutauschen, Probleme des Fremdsprachenunterrichts zu besprechen und zusammen Lösungen dafür zu finden sowie Ideen zu sammeln, wie man die Spracharbeit, die der Internationale Verband der deutschen Kultur (IVDK) verwirklicht, noch besser realisieren könnte.


Die Spracharbeit gilt im IVDK als Grundlage der Identitätsstärkung der Russlanddeutschen, darum wird ihr große Aufmerksamkeit geschenkt, worum sich die Sprachabteilung in der Selbstorganisation der Russlanddeutschen kümmert. Durch die Koordinierung und Betreuung der Deutschkurse für verschiedene Altersstufen, Herausgabe der Literatur für Kinder, Jugendliche und Erwachsene, vielseitige Projekte, Festivals, Wettbewerbe und viele andere Maßnahmen gibt sich auch die Sprachabteilung des IVDK alle Mühe, solche Bedingungen zu schaffen, unter denen die Russlanddeutschen ihre Muttersprache erlernen und damit ihre Identität bewahren können. Für Deutschlehrer bietet man im IVDK auch verschiedenartige Möglichkeiten, wie Seminare und Weiterbildungskurse, internationale Konferenzen und Foren der Deutschlehrer. Als Prioritätsrichtung in der Spracharbeit wurde dabei die frühkindliche Spracherziehung bestimmt. Geschichtlich hat es sich so zugetragen, dass die russische Sprache für viele Russlanddeutsche zur Muttersprache wurde. Jetzt versucht man im IVDK, für viele Russlanddeutsche Deutsch durch kleine Kinder wieder zur Muttersprache zu machen. 

Deswegen erfolgte im Rahmen des traditionellen Forums der Russlanddeutschen auch das Fortbildungsseminar für die Deutschlehrer der Kindergärten, Sonntagsschulen und der Kinder- und Jugendklubs bei den deutschen Kulturzentren wie den gesellschaftlichen Organisationen der Russlanddeutschen. Organisatoren waren die Sprachabteilung des IVDK mit finanzieller Unterstützung des Bundesministerium des Innern im Rahmen des Förderprogramms zugunsten der Russlanddeutschen.

Die Arbeit des Seminars wurde in zwei Richtungen aufgebaut: Eine - für die Lehrer in den Kinder- und Jugendgruppen, die andere - für die Deutschlehrer im Bereich des frühen Deutschlernens. Die erste Gruppe begann ihre Arbeit mit dem Thema „Landeskunde im Deutschunterricht“. Mit Jewgenij Smorodin beschäftigten sich die Seminarteilnehmer mit den landeskundlichen Videosequenzen über Deutschland und machten sich mit dem Schaffen der populären deutschen Popstars, wie beispielsweise Helene Fischer (gebürtig aus Russland), mit Informationen über die beliebten deutschen Feste und mit vielen anderen authentischen Materialien bekannt. So lernten die Lehrkräfte, wie man mit Hilfe von verschiedenen landeskundlichen Materialien den Deutschunterricht noch interessanter machen kann. Den ersten Referenten wechselte Denis Zykalow, Leiter der Sprachabteilung, ab. Mit ihm lernten die Deutschlehrer mit den Zeitschriften „Warum-Darum“ und „Schrumdirum“ zu arbeiten. Beide werden vom Internationalen Verband der deutschen Kultur herausgegeben.

Der letzte Seminartag begann mit dem Schwerpunkt „Ethnokulturelle Komponente“. Mit der Referentin aus der Altairegion, Natalja Gerlach probierten die Deutschlehrer, wie man die Arbeit mit russlanddeutschen Dialekten im Deutschunterricht praktisch einsetzen kann. Für eine kurze Zeit verwandelten sich die Seminarteilnehmer zu Kindern und spielten mit Vergnügen Spiele, die der Geschichte und dem Alltagsleben der Russlanddeutschen gewidmet waren. Anschließend gab es einen Seminarblock über die Literatur der Russlanddeutschen. In diesem Jahr erschien die literarische Anthologie „Der misstrauischen Sonne entgegen“, ein vom IVDK herausgegebener Sammelband mit Werken russlanddeutscher Schriftsteller der zweiten Hälfte des 19. sowie Anfang des 20. Jahrhunderts. Wie man einige Werke dieser Anthologie im Deutschunterricht für Kinder und Jugendliche verwenden kann, stellte die Referentin aus Slawgorod, Swetlana Djomkina praktisch vor.

In der Gruppe der Deutschlehrer für Vorschulkinder gab es auch viel Interessantes und Lehrreiches. Diese Gruppe begann ihre Arbeit mit Nadeschda Tschitscherina, Dozentin des Lehrstuhls Fremdsprache und internationale Kommunikation an der Omsker Staatlichen Pädagogischen Universität. Mit ihr besprachen sie Probleme und Perspektiven der Einsetzung des gemeinsamen staatlichen Bildungsstandards ins Vorschulbildungssystem, behandelten die psychologisch-pädagogische Besonderheiten des frühen Deutschlernens und machten sich mit methodisch-didaktischen Vorschlägen bekannt, wie man in der Vorschulkindergruppe erfolgreich Deutsch unterrichten kann. Großes Interesse erweckte auch Anastassija Gorbunowa aus Abakan, die das Projekt „Eins, zwei, drei – wybiraj!“ vorstellte, das in ihrem Kindergarten im Moment realisiert wird. Den letzten Seminartag begann Nadeshda Tscherepanowa, die einen methodischen Komplex von Lehrmaterialien „Deutsch mit Schrumdi“ präsentierte und zeigte, wie man mit diesen Lehrmaterialien arbeiten kann. Es war eine angenehme Überraschung, als alle Seminarteilnehmer diese schöne Sammlung von Lehrmaterialien bekamen. Nachher folgte die Arbeit mit Maria Nagich aus Kasachstan. In diesem Seminarteil beschäftigten sich die Deutschlehrer praktisch und spielend mit den alternativen Unterrichtsmethoden für Vorschulkinder, mit Liedern, Reimen und Bewegungsspielen. Daneben übten sie ein, wie man einen Stationenlauf  beim frühen Deutschlernen erfolgreich organisieren kann, um Deutsch interessant und beweglich zu lernen.

Auch aus dem Forumsprogramm waren die Seminarteilnehmer nicht ausgeschlossen. Besonders interessant fanden sie den Ausflug in den Deutschen Nationalen Rayon Asowo. Hier besuchten sie den Kindergarten im Rayonszentrum Asowo. Herzlich wurden die Gäste von den Mitarbeitern und den Kindern des Kindergartens „Skaska“ empfangen. Die Gäste wohnten offenen Deutschstunden bei, nahmen am Rundtischgespräch „Sprachrenaissance durch die Arbeit mit Kindern“ teil und genossen das Konzert, in dem die kleinen Artisten ihre im Deutschunterricht erworbenen Sprachkenntnisse vorstellten. Zum Höhepunkt dieses Tages wurden die lustigen Sportwettbewerbe im hiesigen Sportkomplex, die als eine universale Sprache für die interkulturelle Kommunikation galten und den Teilnehmern ungeachtet des Alters echt Spaß machten.

Alle Seminarteilnehmer bewerteten diese Fortbildungsschulung sehr hoch. Herzliche Dankesworte wandten sie an die Sprachabteilung des IVDK für die gute Organisation dieses Seminars wie auch für die gute Möglichkeit, sich weiterzubilden, neue praktische Erfahrungen wie Empfindungen zu bekommen und für das beste Geschenk vor Weihnachten, für den Lehrkomplex „Deutsch mit Schrumdi“. Die Organisatoren ihrerseits glaubten, dass das Seminar als erfolgreich anerkannt werden kann, weil den Teilnehmern in vollem Maße aktuelle, praktisch orientierte Materialien vorgeführt wurden, was den Bedürfnissen der Deutschlehrer entspricht. 

Von Swetlana Djomkina
BiZ-Multiplikatorin in der Abteilung „Spracharbeit mit Kindern und Erwachsenen“ der Altaier Region

 

 

Rubrik: Nachrichten aus den Regionen, IVDK, BiZ

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