02 April 2015

Aus der Arbeitssektion der Sprachkonferenz: „Die deutsche Sprache ist kein Lerngegenstand, sondern eine Informationsquelle“

Aus der Arbeitssektion der Sprachkonferenz: „Die deutsche Sprache ist kein Lerngegenstand, sondern eine Informationsquelle“

Am Mittwoch, den 1. April, fand im Deutsch-Russischen Haus Moskau die Arbeitssektion „Früh übt sich, was ein Meister werden will“ (Frühförderung der deutschen Sprache: Ergebnisse und Herausforderungen) statt, deren inoffizielles Motto aus dem Vortrag des Teilnehmers aus der Stadt Rubzowsk (Altai Region), Maxim Baturin entstand: „Im Lehrprozess sehen wir als unser Ziel die Positionierung der deutschen Sprache nicht als Lerngegenstand, sondern vielmehr als Informationsquelle an“. 

Am Mittwoch, den 1. April, fand im Deutsch-Russischen Haus Moskau die Arbeitssektion „Früh übt sich, was ein Meister werden will“ (Frühförderung der deutschen Sprache: Ergebnisse und Herausforderungen) statt, deren inoffizielles Motto aus dem Vortrag des Teilnehmers aus der Stadt Rubzowsk (Altai Region), Maxim Baturin entstand: „Im Lehrprozess sehen wir als unser Ziel die Positionierung der deutschen Sprache nicht als Lerngegenstand, sondern vielmehr als Informationsquelle an.“ 

Moderiert wurde die Sitzung von Ekaterina Kiselewa, Professorin und Leiterin des Fachbereichs „Erziehungswissenschaft und Psychologie“ an der Moskauer Staatlichen Regionalen Universität (MGOU) sowie Nadeschda Tscherepanowa, der stellvertretenden Leiterin der Sprachabteilung des Internationalen Verbands der deutschen Kultur (IVDK). An der Arbeit der Sektionssitzung nahmen Vertreter der Selbstorganisation der Russlanddeutschen, regionale Koordinatoren, Vertreter kommunaler Schulbehörden, Mitglieder des Sprachrates der Selbstorganisation der Russlanddeutschen und der Deutschlehrergemeinschaft sowie Deutschlehrkräfte teil.

Im Rahmen der Arbeitssektion wurden das Problem des Personalmangels an Schulen und in Vorschulbildungseinrichtungen, die Erhöhung des Qualifikations- und Kenntnisniveaus von Deutschlehrenden, das Problem der Entwicklung und Einführung neuer Methoden angesichts der Veränderung der Gesetzeslage im Bildungsbereich am Beispiel des Sachkundelehrbuchs für die 3. Klasse (Autoren B.E. Schelesowskij, A.J. Minor, T.N. Stupina), das von einem der Autoren, A. J. Minor vorgestellt wurde, besprochen. Minor skizzierte darüber hinaus die grundlegenden Prinzipien und Inhalte der zweisprachigen Methodik (Saratower Konzept) und die Möglichkeit ihres Einsatzes im frühen und weiterführenden Deutschunterricht.  

Tatjana Alina berichtete ihren Kollegin von den Spezifika des Deutschunterrichts am Gymnasium Nr. 86, dessen Schüler laut Lehrprogramm der Republik, neben Russisch und Baschkirisch, Deutsch als Muttersprache lernen können. Dank der Unterstützung des IVDK können sich die Oberstufenschüler insbesondere mit der Literatur russlanddeutscher Schriftsteller auseinandersetzen und ein Sprachzertifikat für das Sprachniveau А1, А2 und das System DSD 1, DSD 2 erhalten.

Tatjana Gommer, Pädagogin im Deutschen Nationalrajon Asowo im Gebiet Omsk, stellte die Ergebnisse einer Studienreise nach Flensburg vor, die dazu diente, die Arbeitsweise des örtlichen Kindergartensystems näher kennenzulernen. Die Leiterin des Tomsker Progymnasiums „Kristina“, Irina Sacharowa präsentierte ihre Schule, erzählte von der Lernmotivation der Schüler in der Stadt und in der Region als Ganzes und berichtete u.a. von konzeptionellen Ansätzen bei der Umsetzung ethnokultureller Komponenten (einschließlich der Zuschüsse des IVDK und Gewinnung von Freiwilligen aus Deutschland). Die deutsche Sprache stelle einen besonderen Schwerpunkt am Progymnasium dar, während der Englischunterricht gegen Gebühr angeboten werde, so Sacharowa.

Besonderes Augenmerk wurde auf die Verwendung von interaktiven Komponenten bei der Erlernung der deutschen Sprache gelegt. Ludmilla Kruglowa stellte in ihrem Vortrag den Einsatz von Lernspielen in der Arbeit mit Kindern im Vorschulalter vor. Elisaweta Braun, Deutschlehrerin an der Nowosibirsker Gesamtschule Nr. 15, teilte mit den Teilnehmern die Techniken des Vokabellernens im frühen Lernstadium, die auf einfachen, von Kindern gezeichneten  Zeichentrickfilmen beruhen. Der Aktivist des Jugendrings der Russlanddeutschen und Deutschlehrer aus dem Gebiet Ekaterinburg, Danil Selenkin, erzählte darüber hinaus von Projekten im Bereich der Schultheaterproduktion als Formen des theaterpädagogischen Lernens der deutschen Sprache für Kinder.

Hintergrundinformation: 

Vom 30. März bis zum 2. April 2015 findet in Moskau die 4. Internationale wissenschaftlich-praktische Sprachkonferenz „Deutsche in Russland: Strategien in der Spracharbeit. 5 Jahre gemeinsame Verantwortung“ statt. Die Organisatoren der Veranstaltung sind der „Internationale Verband der deutschen Kultur“ (IVDK) sowie das „Institut für ethnokulturelle Bildung“ (BiZ), unterstützt von dem Bundesinnenministerium der Bundesrepublik Deutschland.

Unter den TeilnehmerInnen sind DeutschlehrerInnen (Deutsch als Fremd- oder Muttersprache), VertreterInnen gesellschaftlicher und staatlicher Einrichtungen der Russischen Föderation und der Bundesrepublik Deutschland, Multiplikatoren und Dozenten für deutsche Sprache im Bereich der Sprachförderung von Kindern und Erwachsenen, Mitglieder des Sprachrats der Selbstorganisation der Russlanddeutschen, Mitglieder der Deutschlehrergemeinschaft, VertreterInnen der Föderalistischen Union Europäischer Volksgruppen (FUEV).

Informationspartner der Konferenz sind die Moskauer Deutsche Zeitung, das Internetportal RusDeutsch, die Sibirische Zeitung plus und die Zeitung für Dich.

Pressedienst IVDK
www.rusdeutsch.eu
www.rusdeutsch.ru

 

 

Rubrik: IVDK, FNKA, Sprachkonferenz, BiZ

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