24 April 2015

Hilfe für Russlanddeutsche, die von den Bränden im Osten Russlands betroffen sind

Hilfe für Russlanddeutsche, die von den Bränden im Osten Russlands betroffen sind

Infolge der Brände im Osten Russlands sind die Häuser von mehr als 5000 Menschen abgebrannt. Unter denen, die ihr Heim verloren haben, befinden sich auch Russlanddeutsche. Das Portal RusDeutsch veröffentlicht Informationen darüber, wie Russlanddeutsche, die Opfer der Brände geworden sind, vorgehen müssen, um Hilfe zu erhalten (Moskauer Deutsche Zeitung, Ausgabe Nr. 8 (399), April 2015). 

Infolge der Brände im Osten Russlands sind die Häuser von mehr als 5000 Menschen abgebrannt. Unter denen, die ihr Heim verloren haben, befinden sich auch Russlanddeutsche. Das Portal RusDeutsch veröffentlicht Informationen darüber, wie Russlanddeutsche, die Opfer der Brände geworden sind, vorgehen müssen, um Hilfe zu erhalten (Moskauer Deutsche Zeitung, Ausgabe Nr. 8 (399), April 2015). 

„Wir haben 15 Jahre lang unser gesamtes Geld in dieses Haus gesteckt“, sagt Alla Gossmann aus der chakassischen Siedlung Schira voller Trauer, als sie die Überreste ihres Hauses zusammenräumt. Die Gossmanns, deren Vorfahren in der Wolgaregion lebten, kamen bereits während des Krieges nach Ostsibirien. Dort sind sie dann auch geblieben. In der Siedlung Schira kauften sie ein Grundstück, bauten dort ein Haus. Nun ist alles abgebrannt: „Das Feuer war so stark, dass sogar das Metall verbogen war“, erzählt Frau Gossmann.  

Bereits 30 Familien haben materielle Hilfe aus dem Unterstützungsprogramm der Deutschen Bundesregierung für Russlanddeutsche beantragt, erklärt Valentina Rodionova, Vorsitzende des Deutschen Kulturfonds „Wiedergeburt“ in Sajanogorsk. „Dinge des alltäglichen Gebrauchs brauchen die Brandopfer nicht mehr, viele haben etwas gespendet und wir konnten genug zusammentragen. Nun werden Haushaltsreiniger und Garteninventar gebraucht“, so Rodionova.

„Momentan wissen wir nicht, wo wir unsere Sachen unterbringen sollen“, erklärt Alla Gossmann. „Wenn wir wieder ein Dach über dem Kopf haben, müssen wir alles neu kaufen: Vom Bett bis zum Kühlschrank. Dafür werden wir Geld brauchen.“ Die Frage, ob sie gerade jetzt über einen Umzug nach Deutschland nachdenken, verneint sie: „Der Staat hat uns seine Hilfe versprochen. Und wir sind daran gewöhnt, selbst zu arbeiten. Wir werden alles wieder aufbauen.“

Olga Silantjewa
„Moskauer Deutsche Zeitung“ Nr.8 (399) April 2015


Vorgehensweise für russlanddeutsche Brandopfer zur Beantragung von Hilfeleistungen

1.     Stellen Sie alle notwendigen Dokumente zusammen, die nachweisen, dass Sie zur Zielgruppe gehören

Als Nachweis der deutschen Abstammung gelten alle vorhandenen Dokumente:

Kopien der Passdokumente, in denen die Staatsangehörigkeit angegeben ist, Taufschein der Großmutter, des Großvaters oder andere Dokumente, die es ermöglichen, die Verwandtschaftsbeziehungen des Dokumenteninhabers und des Hilfsempfängers zurückzuverfolgen sowie Dokumente, die die Rehabilitation aufgrund nationaler Merkmale bezeugen. Wenn ein Elternteil deutsch ist, ist im Falle seines Todes der hinterbliebene Elternteil, der keine deutsche Staatsangehörigkeit besitzt, nicht berechtigt, humanitäre Hilfe zu erhalten. Kinder aus Mischehen gehören der deutschen Gesetzgebung nach der deutschen Nationalität an und können, sofern sie diese benötigen, humanitäre Hilfe erhalten. Frauen müssen, sofern in den Rehabilitationsdokumenten ihr Mädchenname angegeben ist, ihren Trauschein vorlegen.

2.    Wenden Sie sich an den Deutschen Kulturfonds der Stadt Sajanogorsk

Adresse: 655600, Republik Chakassien, Stadt Sajanogorsk, Mikrorayon Leningradskij, 52.
Tel.: 8 (39042) 2 36 89
E-Mail: sajannkf@inbox.ru
Vorsitzende: Valentina Ivanovna Rodionova


3.    Verfassen Sie ein Schreiben zur Beantragung der Hilfeleistungen

Die Mitarbeiter des Fonds helfen Ihnen dabei.

Legen Sie die Nachweisdokumente über Ihre Zugehörigkeit zur Zielgruppe vor.

Falls die Dokumente durch das Feuer vernichtet wurden, müssen Sie in dem Schreiben die Telefonnummer des Vorsitzenden der ländlichen Siedlung oder Regionalverwaltung angeben, sodass die Mitarbeiter des Fonds sich zur Bestätigung Ihrer Daten mit ihm/ihr in Verbindung setzen können.

Legen Sie den Fondsmitarbeitern eine Kopie der Bescheinigung über das durch den Brand vernichtete Eigentum vor.

Hilfeleistungen können in Abhängigkeit von den konkreten Bedürfnissen des Antragstellers in Form von Lebensmitteln, Textilien, Kleidung und Schuhen u.v.a. erfolgen.


In den Regionen der Russischen Föderation werden Hilfsgüter gesammelt. In Nowosibirsk werden beispielsweise bereits humanitäre Hilfsgüter für die Brandopfer von Chakassien zusammengetragen.

 

Rubrik: Verschiedenes, Nachrichten aus den Regionen, Wissenswertes

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