29 April 2015

„Schnupperkurs“: Dolmetscherseminar in Tomsk

„Schnupperkurs“: Dolmetscherseminar in Tomsk

Vom 13. bis 15. April 2015 fand in Tomsk im Russisch-Deutschen Haus ein „Schnupperkurs“ für Schüler statt, der sich mit dem Dolmetscherberuf beschäftigte. Das Seminar wurde vom Auswärtigen Amt im Rahmen des Jahres der Deutschen Sprache und Literatur finanziell gefördert. Der Veranstaltung lag die Überlegung zugrunde, dass viele Schüler als Berufswunsch „Dolmetscher“ angeben, ohne jedoch von dem Beruf eine genauere Vorstellung zu haben. Diesem Mangel sollte mit dem Seminar abgeholfen werden.

Vom 13. bis 15. April 2015 fand in Tomsk im Russisch-Deutschen Haus ein „Schnupperkurs“ für Schüler statt, der sich mit dem Dolmetscherberuf beschäftigte. Das Seminar wurde vom Auswärtigen Amt im Rahmen des Jahres der Deutschen Sprache und Literatur finanziell gefördert. Der Veranstaltung lag die Überlegung zugrunde, dass viele Schüler als Berufswunsch „Dolmetscher“ angeben, ohne jedoch von dem Beruf eine genauere Vorstellung zu haben. Diesem Mangel sollte mit dem Seminar abgeholfen werden.

An den drei Tagen hatten die Schüler Gelegenheit, sich über die Ausbildung und Arbeit des Dolmetschers zu informieren. Die Organisation des Dolmetscherseminars oblag dem Leiter des Russisch-Deutschen Hauses, Alexander Heyer sowie dem in Tomsk tätigen Landesprogrammlehrer Alexander Schlegel.

Neben den Schülern der beiden DSD-Schulen in Tomsk nahmen auch Schüler der DSD-Schulen in Kemerowo und in Nowosibirsk mit je einer Lehrerin teil. Auf dem Programm stand ein Besuch des Sprachlabors der Staatlichen Tomsker Universität, wo die Schüler über die Ausbildung zum Dolmetscher unterrichtet wurden, sowie die Möglichkeit erhielten, in einer der Sprachkabinen ein wenig zu dolmetschen.

Weiterhin erhielten die Schüler durch einen Dozenten an der Polytechnischen Universität Tomsk, Herrn Kobenko, einen Einblick in die Schwierigkeiten, die sich beim Übersetzen von der Deutschen in die Russische Sprache ergeben, wenn die spezielle Stilistik des Deutschen möglichst genau wiedergegeben werden soll. Auch hier bekamen die Schüler reichlich Material zum Üben und Erproben ihrer sprachlichen Fähigkeiten im Deutschen.

Am nächsten Tag folgte ein Kurs im Konsekutivübersetzen und eine Einführung in die Technik der Übersetzungsnotizen. Auch hier wurden die Schüler stark gefordert, da sie lange Sätze sowohl auf Deutsch wie auf Russisch memorieren mussten. Den Abschluss dieses Bausteins bildete eine Dolmetscherübung, bei der die Schüler verschiedene Aussagen ihrer Mitschüler auf Deutsch oder Russisch in die jeweils andere Sprache übersetzen sollten. Die Leiterin dieses Seminarbausteins war eine ausgebildete Dolmetscherin, Frau Minakova. Anschließend stellte das Tomsker Übersetzungsbüro Palex verschiedene im Internet zu findende Übersetzungsprogramme vor.

Am letzten Tag ging es um Themen, die im DaF-Unterricht kaum angesprochen werden, für Deutschland und die deutsche Sprache aber eine große Rolle spielen, nämlich um deutsche Dialekte. Diesen Baustein übernahm ein weiterer Dozent an der Polytechnischen Universität, Herr Alexandrov. Nach einer kurzen Einführung in die in Deutschland gesprochenen Dialekte folgten per Video praktische Beispiele, die bei den Schülern erwartungsgemäß großes Staunen und große Ratlosigkeit hervorriefen. Wie sollte man Dialektsprecher verstehen, die nicht einmal von Deutschen verstanden werden? Danach erhielten die Schüler einen Überblick über die in Russland noch gesprochenen Dialekte der Russlanddeutschen und sollten anhand kleiner dialektaler Texte erraten, was deren Aussagen in Russisch bedeuteten. 

Letzter fachlicher Baustein des Seminars waren Erzählungen und Anekdoten des Chefs der Protokollabteilung der Gebietsverwaltung, Herr Loginov, der lange Zeit als Militärdolmetscher in der DDR gearbeitet hatte und über seine damalige Arbeit viel Interessantes und Amüsantes zu berichten wusste.

Als Abschluss des Seminars durfte natürlich mit Rücksicht auf die auswärtigen Gäste eine Führung durch die schöne Innenstadt von Tomsk nicht fehlen. Eine Auswertung der am Schluss des Seminars ausgegebenen Frage- und Bewertungsbögen ergab eine erfreulich positive Resonanz. Obwohl die Schüler während der drei Seminartage ziemlich stark gefordert waren, äußerten sich alle sowohl zum Inhalt als auch zur Durchführung des Seminars überwiegend sehr positiv.

Alexander Schlegel,
Landesprogrammlehrer in Tomsk

 

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