25 September 2015

Die Menschen kennen ihre Helden: Gewinner des Wettbewerbs „Russlands herausragende Deutsche -2015 “ posthum ausgezeichnet

Die Menschen kennen ihre Helden: Gewinner des Wettbewerbs „Russlands herausragende Deutsche -2015 “ posthum ausgezeichnet

In Moskau wurden die Gewinner des Wettbewerbs „Russlands herausragende Deutsche“ in der Nominierungskategorie „Der Name des Volkes“, welche bedeutende russlanddeutsche Persönlichkeiten posthum ehrt, ausgezeichnet. Dieses Jahr sind es die Veteranen des Großen Vaterländischen Krieges: Der Held der Sowjetunion, Robert Klein und der Held der Russischen Föderation, Feodosij Ganus (Moskauer Deutsche Zeitung vom 23.09.2015). 

In Moskau wurden die Gewinner des Wettbewerbs „Russlands herausragende Deutsche“ in der Nominierungskategorie „Der Name des Volkes“, welche bedeutende russlanddeutsche Persönlichkeiten posthum ehrt, ausgezeichnet. Dieses Jahr sind es die Veteranen des Großen Vaterländischen Krieges: Der Held der Sowjetunion, Robert Klein und der Held der Russischen Föderation, Feodosij Ganus (Moskauer Deutsche Zeitung vom 23.09.2015). 

Von Olga Silantieva

“Als ich zu der Siegerehrung eingeladen wurde, war ich sehr überrascht, dass sich die Russlanddeutschen an meinen Großvater erinnern“, sagt Robert Klein, der zu Ehren seines berühmten Vorfahrens benannt wurde, welcher, genauso wie er selbst, die Uljanowsker Panzerschule erfolgreich absolvierte und Offizier wurde. Robert Klein wurde im Jahr 1913 in der Wolga-Region geboren und war mit dem Beginn des Großen Vaterländischen Krieges an der Süd-Westfront stationiert.

Im September 1941 war er Kommandeur einer Panzerkompanie und wurde schwer in der Schlacht von Boryspil verwundet. Anwohner fanden ihn und versteckten ihn vor den Nazis. Wieder genesen arbeitete Klein als Leiter einer Autogarage im Perejaslawer Gebietskommissariat, wo er eine Untergrundgruppe gründete. Im Juni 1943, nachdem Klein die Garage gesprengt hatte, schloss er sich den Partisanen an. Bald wurde er Assistent des Stabsleiters der Ersten Ukrainischen Partisanendivision.

1944 wurde er mit dem Titel „Held der Sowjetunion“ für die exzellente Ausführung besonderer Aufgaben und besonderer Verdienste bei der Entwicklung der Partisanenbewegung in der Ukraine ausgezeichnet. Nach dem Krieg lebte und arbeitete Klein in Orel. Er starb im Jahr 1990.

Zum 65. Jahrestag des Sieges im Großen Vaterländischen Krieg brachten seine Nachkommen eine Gedenktafel an dessen Haus in Orel, wo er seinerzeit lebte, an. „Fünf Jahre mussten wir mit der lokalen Verwaltung verhandeln: erst in diesem Jahr, am 8. Mai, hat es geklappt“, sagt Robert Igorewitsch. Während der Feierlichkeiten anlässlich des 70. Jahrestages des Sieges wurde in Wolgograd eine Gedenktafel eingeweiht, die den Russlanddeutschen, den Helden des Krieges, in ewigem Andenken gewidmet ist. Auf dem Mamajew-Hügel gibt es ebenfalls eine Gedenktafel zu Ehren von Feodosij Ganus, der, wie Klein, Panzerfahrer und ein Jahr älter war. Ganus stammte gebürtig aus dem Dorf Senokosnoe aus dem Gebiet Aqmola. 

Ab 1933 lebte Ganus in Lipezk, wo noch heute seine Nachkommen leben. Zur Siegerehrungszeremonie in der Nominierungskategorie „Der Name des Volks“ kam seine Enkelin Irina Ganus. Über seinen letzten Kampf berichtete die Moskauer Deutsche Zeitung letztes Jahr: Während einer fünfstündigen Schlacht wurde der Kampfpanzer schwer angegriffen, die Truppe beschloss jedoch weiterzukämpfen. Als die Munition schließlich ausging, wurden sie von den Feinden umzingelt, die ihnen die Kapitulation anboten. Weil sich Ganus mit seiner Mannschaft nicht ergab, wurde der Panzer in Brand gesetzt.

Zusammen mit seinen Kameraden wurde Ganus posthum für die höchste Auszeichnung nominiert, die ihm aber verwehrt blieb. Erst im Jahr 1995 kam es zur Gerechtigkeit, als ihm der Titel „Held der Russischen Föderation“ verliehen wurde. „Mein deutscher Großvater rettetet seine Heimat - Russland, das verdient Respekt. Dass sein Name bis heute unvergessen bleibt, ist für uns eine große Ehre“, sagt Irina Ganus.

Bei der Siegerehrungszeremonie gratulierte der Leiter für Außenbeziehungen der Föderalen Agentur für Nationalitätenfragen, Eduard Lapin den Angehörigen für die „internationale öffentliche Anerkennung der Leistungen ihrer Vorfahren“.

Übersetzt aus dem Russischen. 

Moskauer Deutsche Zeitung

Rubrik: Verschiedenes, Veranstaltungen, Glückwünsche, IVDK, Wissenswertes, Deutsche-Partner

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