13 Mai 2016

Kultur und Wirtschaft: Das Haus in Omsk

- Oxana Kusnezowa -

Die Fassade des neuen Hauses ist noch hinter Baugerüsten verborgen, schon bald soll sie aber dieser Prospekt-Skizze ähneln.

Die Moskauer Deutsche Zeitung schreibt in ihrer neuen Ausgabe zur Eröffnung des Deutsch-Russischen Hauses in Omsk.

Ende der 1980er Jahre lebten im Gebiet Omsk mehr als 130 000 Russlanddeutsche – sie stellten die zweitgrößte ethnische Gruppe nach den Russen. Nachdem 1992 im Gebiet der Deutsche Nationalrajon Asowo gegründet worden war, entstand der Gedanke, ein regionales Deutsch-Russisches Haus einzurichten.

Solche Kulturzentren eröffneten Mitte der 90er Jahre in anderen Regionen des Landes – in Kaliningrad, Nowosibirsk, Barnaul, Tomsk und Moskau. Doch in Omsk wollte es nicht gelingen. „Über 20 Jahre haben wir auf so ein Haus hingearbeitet, das uns die Möglichkeit bietet, uns zu versammeln und der Jugend dabei zu helfen, die deutsche Sprache und Kultur zu lernen, und um in ihm deutsch-russische Projekte umzusetzen.

Das neue Haus wird auch die Keimzelle unseres zukünftigen Volkstheaters“, sagt Bruno Reiter, der Vorsitzende der Deutschen National-Kulturellen Autonomie des Gebiets Omsk. Das Kulturzentrum mitsamt dem Theater ist in einem dreigeschossigen Gebäude im historischen Zentrum von Omsk untergebracht, das der Autonomie von der Regionalregierung für 45 Jahre kostenlos zur Verfügung gestellt wurde.

Zurzeit werden die letzten Bauarbeiten abgeschlossen, die Fassade ist noch hinter Gerüsten verborgen. Am 25. Mai soll es feierlich eröffnet werden, wenn die DeutschRussische Regierungskommission für die Angelegenheiten der Russlanddeutschen in Omsk tagt. Das Kultur- und Geschäftszentrum „Deutsch-Russisches Haus“ soll Anziehungsort für die über 50 000 Russlanddeutschen der Region werden – so viele leben dort noch nach der letzten Volkszählung. In dem Gebiet arbeitet eine der größ- ten deutschen National-Kulturellen Autonomien des Landes, es gibt 60 deutsche Kulturzentren. Seiner Mission, auch Unternehmer beider Länder miteinander ins Gespräch zu bringen, wird das neue Zentrum bei seiner ersten größeren Veranstaltung Ende Mai nachgehen, wenn in dem dann bereits eröffneten Haus ein Wirtschaftsforum abgehalten wird.

„Das Gebiet Omsk ist Teil Sibiriens, Sibirien Teil Russlands, daher hat die Eröffnung unseres Hauses eine landesweite Bedeutung“, meint Bruno Reiter. Er wünscht sich auch weitere solcher Einrichtungen, zum Beispiel in Kemerowo. Immerhin lebten mehr als die Hälfte der Deutschen Russlands im westlichen Sibirien. 

Rubrik: Arbeit in den Regionen

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