30 Juni 2016

Preisverleihung des Wettbewerbs „Freunde der deutschen Sprache“


Vom 26. bis zum 28. Juni fanden im Russischen Haus der Wissenschaft und Kultur in Berlin im Rahmen des offiziellen Programms des deutsch-russischen Jahres des Jugendaustauschs 2016/2017 und anlässlich des 25-jährigen Jubiläums des internationalen Verbands der deutschen Kultur (IVDK) das Kinder- und Jugendfest „Zeit für Freundschaft“ statt. Den Höhepunkt des Festes markierte die Preisverleihung des 5. gesamtrussischen Wettbewerbs „Freunde der deutschen Sprache“.

Der Preisverleihung gingen im Rahmen des „Treffens der Gewinner des Wettbewerbs Freunde der deutschen Sprache“ verschiedene künstlerische und bildende Workshops voraus, die die sprachlichen Fertigkeiten der Teilnehmer weiter entwickelten. Da die Veranstaltungen in Berlin stattfanden, konnten sie diese direkt praktisch in Gesprächen mit Muttersprachlern anwenden.

Am 26. Juni hielt Alexander Elitte von der DAAD ein Workshop über deutsche Landeskunde ab. Die Teilnehmer besuchten zusammen mit ihrem Dozenten dass deutsch-russische Museum des zweiten Weltkrieges „Berlin-Karlshorst“.

Am 27. Juni konnten die jüngeren Teilnehmer unter der Leitung vom deutschen Künstler und Leiter des deutschen Zentrums für moderne Kunst Artur Klose an der Fertigstellung eines Animationsfilms arbeiten, der die deutsch-russische Freundschaft mit den Augen von Kindern zum Thema betrachtete. Die Teilnehmer dachten sich selbst Folgen aus, stellten diese mit Bildern und Applikationen aus Plastik zusammen, montierten diese und stellten den Ton dazu her. Der Animationsfilm, der dabei rausgekommen ist, wurde bei der Preisverleihung vorgeführt.

Für die jugendlichen Teilnehmer fand der Workshop „Science-Slam“ von Gregor Bjunik und Sergej Sawtschuk statt. Die Jugendlichen konnten ihre Selbstpräsentation trainieren, in dem sie die Konzepte ihrer Wettbewerbsarbeiten als „wissenschaftlichen Slam“ darstellten.

Die Lehrer, die beim Wettbewerb gewonnen hatten, nahmen am Workshop der deutschen Schauspielerin Monika Gossmann „Deutsch+Theater“ teil. Die Teilnehmer lernten Sprechtechniken und schauspielerische Artikulation für eine bessere, akzentfreie Aussprache im Deutschen.

Am 28. Juni fand im Russischen Haus der Wissenschaft und Kultur in Berlin die feierliche Preisverleihung es Wettbewerbs statt. In seinem Grußwort erwähnte der Leiter des föderalen Amtes für Nationalitätenangelegenheiten Russlands Igor Barinow das Engagement des IVDK zur Popularisierung der deutschen Sprache, sowie für ein gutes gegenseitiges Verhältnis zwischen Russland und Deutschland.

Der Bundesbeauftragte für Aussiedlerfragen und nationale Minderheiten Hartmut Koschyk sprach in seiner Eröffnungsrede für die Bedeutung des Erlernens der eigenen Muttersprache und Fremdsprachen. Er führte den Nobelpreisträger der Physik Stefan Hellja an, der zusätzliche Fremdsprachenkenntnisse wichtig für intellektuelle Arbeit fand. Laut Hellja hätte er ohne seine Deutsch- und Rumänischkenntnisse nie seine wissenschaftlichen Entdeckungen machen können. Hartmut Koschyk gratulierte allen Gewinnern und wünscht sich, eventuell unter den diesjährigen Gewinnern einen zukünftigen Nobelpreisträger zu sehen. Koschyk übergab das Diplom für den zweiten Platz der Nominierung „Meine Organisation im Trend“ an Oleg Straler aus Syktywkar.

„Es war für uns immer wichtig, dass der Wettbewerb „Freunde der deutschen Sprache“ nicht nur deutsche Grammatikkenner erreicht. Der Wettbewerb ist für Erwachsene, Kinder, für alle. Wir wollten allen, die erst damit anfangen, Deutsch zu lernen, damit sagen „Freunde dich mit der deutschen Sprache an, und es wird klappen!“ Dies betont die erste stellvertretende Vorsitzende des IVDK Olga Martens. Sie überreichte die Diplome der ethnographischen Kategorie „Herzlich willkommen in…“, sowie in der Kategorie „Hallo, Nachbarn!“ an die Russlanddeutsche Darja Klatt aus dem Gebiet Omsk, die den dritten Platz erreichte. Die Diplome für die russischen Arbeiten überreichte die Vertreterin des FUEV-Sekretariats Judith Walde.

Die Schriftstellerin und Jurymitglied Eleonora Gummel überreichte die Diplome in der traditionellen Literaturkategorie. Die Gewinner der Kategorie für Deutschlehrer beglückwünschten: der Berater des Leiters des Zentrums für frühkindliches Lernen Adelby 1 Kinder- und Jugenddienste (Flensburg) Brigitte Handler, die Doktorandin und Deutschlehrerin in der Sonntagsschule „Sonnenblume“ im DRH Moskau Nadeschda Tscherepanowa und der Sprachen- und Bildungsreferent des Goethe-Instituts Walter Sabil. Die Teilnehmer der künstlerischen Nominierung bekamen ihr Diplom aus den Händen des Künstlers Artur Klose.

Dieses Jahr gab es erstmals zehn Kategorien: Neben der traditionellen Literaturkategorie, der künstlerischen und der für Deutschlehrer gab es Kategorien für kreative Jugendliche, Reiseliebhaber, Interpreten schriftstellerischer Lieder und andere künstlerische Aufgaben. Eine dieser neuen Kategorien ist die Musiknominierung „Was wir alle singen“, bei der die Schauspielerinnen Irina Lindt und Anna Bagmet die Siegerdiplome verteilten. Die Diplome der Jugendkategorie wurden von der Vorsitzenden des Jugendrings der Russlanddeutschen Margarita Bauern und dem Geschäftsführer des Fonds „Deutsch-Russischer Jugendaustausch“ Thomas Hoffmann vergeben.

Die dänische Schriftstellerin und Journalistin Andrea Kunsemüller und der Referent des Büros des Beauftragten für Aussiedlerfragen und nationale Minderheiten Edwin Warkentin haben die Diplome in der Familienkategorie einer der jüngsten Teilnehmerinnen, der 9-jährigen Anastasia Filippowa, die mit ihrem Vater aus Omsk angereist war, überreicht.

Aus dem Gebiet Omsk kamen die meisten Wettbewerbsarbeiten in den verschiedenen Kategorien. Es wurden beim 5. gesamtrussischen Wettbewerb mehr als 2.200 Arbeiten aus 69 Regionen Russlands, Kasachstans, Kirgistans, Moldawien, der Ukraine, Weißrusslands und der Bundesrepublik Deutschlands eingereicht.

Der Unterhaltungsteil der Veranstaltung wurde durch das Tanzkollektiv „Let’s Dance“, Viktor Scherf und „Regenbogen“ und dem Zirkusduet „BOBO Space“ gestaltet. Außerdem gab es eine Lotterie, die der Moderator des Senders „Kultur“ Vladislav Fljarkovskij durchführte. Die Gewinner wurden mit einem Video der Gewinner des gesamtrussischen Wettbewerbs „Russlands herausragende Deutsche“ beglückwunscht, darunter Olga Graf. Es trat das Duo um Tatjana Rusavina und Sergej Tajuschew auf, sowie Anna Bagmet mit Irina Lindt und Ivan Solotuchin. Diese präsentierten den ersten Teaser des Filmes „Eins, zwei, drei“, dessen Dreharbeiten im Juni dieses Jahres während des ethnokulturellen Sprachlagers des IVDK im Schwarzwald stattfanden.

Es standen Menschen aus verschiedenen Städten und Ländern auf der Bühne, die Russisch und Deutsch sprachen. Wir gratulieren allen Gewinnern des gesamtrussischen Wettbewerbs „Freunde der deutschen Sprache“ und wünschen allen weiterhin viel Erfolg! 

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