06 Juli 2016

Das 25-jährige Jubiläum des IVDK


Vom 26. bis zum 28.Juni fanden im Russischen Haus der Wissenschaft und Kultur in Berlin Veranstaltungen anlässlich des 25. Jubiläum des Internationalen Verbandes der deutschen Kultur statt. Der Höhepunkt der Veranstaltungen war das Kinder- und Jugendfest „Zeit für Freundschaft“ sowie die Siegerehrung des 5. gesamtrussischen Wettbewerbs „Freunde der deutschen Sprache“ im Rahmen des offiziellen Programms des Russisch-Deutschen Jungenaustausches 2016/2017.

Eröffnet wurden die Feierlichkeiten am 26.Juni mit der Premiere des Theaterstücks „Liebовь“ mit Irina Lindt und Anna Bagmet, dessen Grundlage die Liebeslyrik der Russlanddeutschen Dichter ist– ein gemeinsames Projekt des IVDK sowie des Kulturfonds von Valerij Solotuchin.

Am 27.Juni fand im Musiksalon das Konzert von Tatjana Rusavina und Sergej Tajuschev „ Solange alle zu Hause sind“ statt. In einer tollen Atmosphäre führte das Duett seine berühmte Lieder vor: „Herbstmelodie“, „Station Minite“, „Weißer Schnee“ und viele andere.

Parallel wurden am 26. Und 27. Juni Workshops in deutscher Sprache von den Jurymitgliedern, sowie eingeladenen Profis für die Gewinner des 5. gesamtrussischen Wettbewerbs „Freunde der deutschen Sprache“ durchgeführt. Außerdem fand eine Ausstellung der Gewinnerarbeiten der Nominierung Kunstarbeiten statt.

Am 28.Juni wurde im Rahmen des feierlichen Programms die Fotoausstellung des bekannten russischen Journalisten und Moderatoren des Fernsehsenders „Kultur“ Vladislav Fljarkovskij eröffnet. Auf den Fotos konnte man bekannte Aufnahmen sehen, die in Russland, Israel und Deutschland gemacht wurden und schon früher im DRH in Moskau ausgestellt worden waren. Des Weiteren konnten die Besucher Aufnahmen aus der Serie „ Katharina – die perfekte Frau“ bewundern, die der Autor im Juni des laufenden Jahren in der Geburtsstadt von Katharina II. Zerbst im Rahmen einer Expedition mit Unterstützung des IVDK gemacht hat.

Den Besuchern des Festes wurde sogleich auch der Teaser des Kurzfilms von Irina Lindt und Anna Bagmet „Eins, zwei, drei“ vorgestellt. Die Dreharbeiten dazu wurden im Rahmen des ethnokulturellen Sprachlagers im Juni in Schwarzwald durchgeführt. Solche Sprachlager führt der IVDK bereits seit 1997 durch.

Der offizielle Teil fand ebenso am 28.Juni im Russischen Haus der Wissenschaft und Kultur statt. Am festlichen Brunch anlässlich des 25-jährigen Jubiläums des IVDK nahmen der Leiter der föderalen Agentur für Nationalitätenangelegenheiten Igor Barinow, der Beauftragte der Bundesregierung für Aussiedlerfragen und nationale Minderheiten Hartmut Koschyk, Bundestagabgeordnete sowie Abgeordnete des russischen Parlaments, Vertreter der Selbstorganisation der Russlanddeutschen, sowie der Deutschen aus Kasachstan, Kirgistan, Moldau, Ukraine, Georgien, Weißrussland, ebenso Mitglieder der FUEN, des Deutsch-Russischen Forums sowie des Forums „Petersburger Dialog“, des Fonds „Deutsch-Russischer Jugendaustausch“ und die Künstlervereinigung der Russlanddeutschen teil.

Die Mitarbeiter der verschiedenen Abteilungen des IVDKs stellten eine rege Präsentation über die wichtigsten Richtlinien der Arbeit des Assoziation der Gesellschaftsvereinigungen unter dem Motto: „ IVDK hat Zeit für…“ vor

„ Wir sehen die Vielfalt der Tätigkeiten des IVDK, die ein so buntes Bild darstellen. Man muss nur an die Europeada denken, an der die Männer- und Frauenfußballmannschaften der Russlanddeutschen mitgespielt haben. Es ist sehr schwer, ein Thema zu finden, womit sich der IVDK nicht befasst und das ist  immer eine hervorragende Arbeit“ – betonte in seiner Begrüßungsrede der Beauftragten der Bundesregierung für Aussiedlerfragen und nationale Minderheiten Hartmut Koschyk. Er unterstrich sogleich die Rolle der Russlanddeutschen in der Wiederherstellung der guten Zusammenarbeit zwischen Russland und Deutschland, die nach seiner Meinung eine neue, sehr erfolgreiche Ebene erreicht.

Der extra nach Berlin angereiste Leiter der föderalen Agentur für Nationalitätenangelegenheiten Igor Barinow unterstrich ebenfalls die Rolle des IVDK als Friedensbrücke zwischen den zwei Ländern sowie im Aufbau der Zusammenarbeit auf verschiedenen Ebenen. „ 25 Jahre ist ein ernsthafter Abschnitt in einem menschlichen Leben, zugleich aber auch im Leben einer Gesellschaftsorganisation“,- betonte Herr Barinow. Seiner Meinung nach ist die Tätigkeit von IVDK ein positives Beispiel für eine erfolgreiche und konstruktive Arbeit. Das gleiche gilt für die Arbeit der Kulturautonomie der Russlanddeutschen. Herr Barinow betonte, dass man die positive Entwicklung der Tätigkeit des IVDK als Beispiel für verschiedene Kulturautonomien anwendbar sei.

„Genau vor 25 Jahren, am 28.Juni 1991 wurde in Moskau der IVDK ins Leben gerufen, der sofort seine Tätigkeit in Richtung der Spracharbeit, Kultur und Bildung für Russlanddeutsche lenkte. Wir besuchten die Ortschaften, in denen Russlanddeutsche zu Hause waren. Wenn man nur überlegt, wie viele Projekte wir durchgeführt haben, dann sind es tausende. Man kann es kaum glauben -  haben wir das wirklich alles geschafft? Ja, wir haben es geschafft, und werden auch weiterhin für die Russlanddeutschen im Dienste stehen! Und nicht nur für die Russlanddeutschen, sondern auch für alle anderen Nationalitäten -  unsere Projekte sind an alle Bürger der Russischen Föderation gerichtet“ - betonte der Vorsitzende der FNKA der RD und Mitglied des Präsidiums der Nationalitäten Heinrich Martens. Herr Martens fügte noch hinzu, dass ein wichtiger Tätigkeitsbereich der Deutschen aus Russland der Wiederaufbau der Deutsch-Russischen Zusammenarbeit ist und er persönlich hofft, dass die vor Kurzem stattgefundene Eröffnung des Deutsch-Russischen Hauses in Omsk der erste Schritt auf diesem Wege war.

Dem früheren Beauftragten der Bundesregierung für Aussiedlerfragen und nationale Minderheiten (1998 – 2004) Jochen Welt, sowie dem Beauftragten der Bundesregierung für Aussiedlerfragen und nationale Minderheiten Hartmut Koschyk und dem Leiter der föderalen Agentur für Nationalitätenangelegenheiten Igor Barinow wurden Ehrenschalen des IVDK überreicht.

In ihrem Grußwort dankte Frau Olga Martens, die erste stellvertretende Vorsitzende des IVDK allen Partnerorganisationen, die den IVDK im Laufe der letzten 25 Jahren unterstützt haben. Zurückgreifend auf die Präsentation betonte Frau Martens, dass der IVDK immer Zeit hat, in erster Linie Zeit für die deutsche Sprache. Der Höhepunkt der Veranstaltung war die anschließend stattgefundene Preisverleihung und Siegerehrung des gesamtrussischen Wettbewerbs „Freude der deutschen Sprache!

Zur Info:

Der IVDK feiert im Jahr 2016 sein 25. Jubiläum. Der IVDK ist die älteste, die zurzeit noch funktionierende Organisation der Russlanddeutschen, die etwa 500 örtliche und regionale Gesellschaftsorganisationen der ethnischen Deutschen in Russland und anderen Staaten der GUS miteinander vereinigt. Seit der Gründung am 28.06.1991 wurde der IVDK zum Initiator und Organisator der wichtigsten gesellschaftlichen Projekte, die auf die Wiedergeburt des ethnokulturellen Potentials der Russlanddeutschen gerichtet waren.

Rubrik: Veranstaltungen

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