23 Mai 2017

Sozialverantwortliches Unternehmertum beim II. Kultur- und Geschäftsforum


Im Rahmen des II. Kultur- und Geschäftsforums „Made by Deutschen aus Russland. Partnerschaft. Verantwortung. Erfolg“ in Bayreuth fand die Podiumsdiskussion „Sozialverantwortliches Unternehmertum“ statt. Die Moderation übernahm der geschäftsführende Partner des Unternehmens Rödl&Partner in Russland und Kasachstan, Andreas Knaul.

Themen der Diskussion waren wichtige gesellschaftliche Initiativen Russlands und Deutschlands, die als Beispiele für sozial erfolgreiche Projekte gelten. Die Unternehmer teilten ihre Erfahrungen und erzählten etwas über ihre erfolgreichen soziale Initiativen, die mit der russlanddeutschen Geschichte zusammenhängen: Der Wiederaufbau kulturellen Erbes und Verlagstätigkeiten.

Als erstes stellte Annegret Mainzer aus Zerbst/Anhalt ihr Projekt vor. Sie ist Mitglied im Förderverein „Schloss Zerbst e.V.“ und Vorstandsmitglied des Internationalen Fördervereins „Katharina II e.V.“

Katharina die Große spielt eine große Rolle für die Stadt in Sachsen-Anhalt: „Katharina II. ist unsere Brückenbauerin aus Zerbst nach Russland.“ So hat die Stadt Zerbst/Anhalt seit 1991 eine Städtepartnerschaft mit der Stadt Puschkin nahe St. Petersburg, die in den Jahren auch zu einer Schulpartnerschaft ausgeweitet wurde. Neben dem großen Einfluss Katharinas II. auf die Region ist diese auch durch das Familienwerk „Albert Schweizer“ bekannt, das Familien mit gehandicapten Kindern hilft. In der russischen Partnerstadt Puschkin konnte ebenfalls ein Albert-Schweizer-Familienwerk begründet werden. Die Partnerschaft zwischen beiden Städten wird daher nicht nur historisch gestützt, sondern auch durch sozialverantwortliches Unternehmertum.  

Volontärtätigkeiten mit dem Ziel der Erhaltung von kulturellem Erbe in Russland wurden anhand der Architekturwerkstatt „Klassika“ vorgestellt. Die Werkstatt wurde 1992 gegründet, sagte  der Architekt und Mitglied der russischen Architektenvereinigung und des russischen Designerverbands, Alexander Dering. Sein Unternehmen, das sich auf Design, Planung und die Restaurierung von Denkmälern spezialisiert, hat ein Projekt zur Restaurierung der ehemaligen Barnauler Fabrik gestartet. Der neue Komplex „Spitschka“ soll ein multifunktionales Kulturzentrum und ein Urlaubsort im historischen Zentrum der Stadt werden.

Anna Arzt ist Mitinhaberin und Leiterin des „A-Medicus UG“-Pflegediensts. Sie konnte bereits viele Erfahrungen über die praktische Tätigkeiten in Kliniken, Ambulanten Notdiensten in München und beim Roten Kreuz in Bayern sammeln. Arzt hob die eigene Einstellung als sozialverantwortlicher Unternehmer hervor. Ihr Unternehmen pflegt Schwerkranke und Senioren, wobei ihre eigene Sprache, Kultur und Mentalität berücksichtigt werden. Es wird Pflege in zehn Sprachen angeboten. Das Unternehmen übernimmt auch nicht nur Pflege von Flüchtlingen, sondern beschäftigt sich auch mit ihrer Integration.

Über die soziale Mission von Journalisten erzählte Oleg Zinkovski vom Rundfunk Berlin-Brandenburg und Cosmo. Dort ist er Leiter der russischen Redaktion. Er betonte, dass das Programm von RBB Cosmo Radio in russischer Sprache nicht nur informiert, sondern auch russischsprachige Migranten und (Spät-)Aussiedler vereint.  

Zur Erinnerung.

Das II. Kultur- und Geschäftsforum „Made by Deutschen aus Russland: Partnerschaft. Verantwortung. Erfolg“ findet vom 21.-24. Mai in Bayreuth mit Teilnahme der Co-Vorsitzenden der Deutsch-Russischen Regierungskommission Harmut Koschyk und Igor Barinow statt.

Organisatoren des Forums sind der IVDK, „MaWi Group“, Moskauer Deutsche Zeitung. Das Forum findet anlässlich der 22. Sitzung der Deutsch-Russischen Regierungskommission zu Angelegenheiten der Russlanddeutschen statt. Co-Organisator sind der Jugend-und Studentenring der Deutschen aus Russland und der Unternehmerverband der Deutschen aus Russland. 

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