09 Juni 2017

Deutsch wird weltweit gelernt


Sprache bedeutet Dialog, Austausch und Zusammenarbeit zwischen Menschen und Strukturen. Deutsch gehört heute weltweit zu den beliebtesten Fremdsprachen: 15,4 Millionen Menschen lernen Deutsch. Das ist ein Ergebnis der Studie „Deutsch als Fremdsprache weltweit 2015“, die alle fünf Jahre auf Initiative des Auswärtigen Amtes Deutschland erhoben wird.

Deshalb ist die deutsche Sprache „…ein wichtiger Bestandteil der deutschen Außenpolitik, insbesondere der auswärtigen Kulturund Bildungspolitik. Deutschland fördert die deutsche Sprache im Ausland mit jährlich etwa 315 Millionen Euro. Im Fokus stehen dabei Auslandsschulen, Hochschulen und Erwachsenenbildung“, soweit auf der WebSeite des Auswärtigen Amtes.

Die meisten Deutschlerner (87 Prozent) gibt es an Schulen und verschiedenen Sprachkursen. Im Hochschulbereich lernen 1,3 Millionen Studierende Deutsch, in der Erwachsenenbildung sind es etwa 600 000. Allein bei uns in der Altairegion funktionieren 41 deutsche Begegnungszentren, wo Menschen verschiedenen Alters am Deutschunterricht teilhaben.

Besonders stark wächst das Interesse in Brasilien, China und Indien. Die meisten Deutschlerner weltweit gibt es mit 9,4 Millionen Menschen in Europa. Spitzenreiter ist dabei Polen mit 2,28 Millionen. Laut den letzten Angaben des Bundesinnenministeriums gab es 2010 in Russland rund 2,2 Millionen Deutschlerner, wobei diese Zahl 2015 bis auf 1,8 Millionen herabsank. Aber immer noch steht die deutsche Sprache in Russland auf Stelle zwei nach der englischen. Ab 2020 soll an den russischen Schulen eine zweite Fremdsprache eingeführt werden. Für die deutsche Sprache ist es eine große Chance, die den PASCH-Initiativen neue Möglichkeiten eröffnet.

Die Abkürzung PASCH steht für die 2008 vom Bundesaußenminister Steinmeier ins Leben gerufene Partnerschulinitiative des Auswärtigen Amtes. Projektpartner sind die Zentralstelle für das Auslandsschulwesen (ZfA), das Goethe-Institut (GI), der Pädagogische Austauschdienst der Kultusministerkonferenz (PAD) und der Deutsche Akademische Austauschdienst (DAAD). Gemeinsames Ziel ist der Aufbau eines weltumspannenden Netzwerkes, um bei jungen Menschen Interesse und Begeisterung für das moderne Deutschland und die deutsche Sprache zu wecken.

Weltweit umfasst das PASCHNetzwerk in 129 Partnerländern 2197 Schulen, darunter 108 in Russland, an welchen mehr als 500 000 Schülerinnen und Schüler Deutsch lernen. „Das PASCH-Programm vereint drei Schultypen“, erklärt Julia Elsner, die als Projektreferentin am Moskauer Goethe-Institut die Arbeit mit den Partnerschulen betreut. Da sind zunächst die 140 deutschen Auslandsschulen, von denen es in Russland mehr als 90 Schulen von Kaliningrad bis Jakutsk gibt, die ebenfalls von der ZfA betreut werden. Hier können die Schüler das Deutsche Sprachdiplom der Kultusministerkonferenz (DSD) erwerben, dessen zweite Stufe (DSD II) die sprachlichen Voraussetzungen für ein Studium in Deutschland attestiert.

Außerdem gibt es in Russland noch 15 so genannte Fit-Schulen, die vom Goethe-Institut betreut werden. Ziel ist auch hier, die Schüler auf ein Fachstudium in Deutschland vorzubereiten, der Weg ist ein anderer. Es handelt sich um exzellente Schulen mit einem Schwerpunkt besonders in den MINTFächern.“ Die Abkürzung MINT steht für Unterrichtsfächer in den Bereichen Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften und Technik.

Eine außergewöhnliche Chance eröffnet der Deutsche Akademische Austauschdienst (DAAD) jährlich etwa 120 PASCH-Schülern. Sie können ein Stipendium für ein komplettes Studium in Deutschland erhalten. Neben den Schülerinitiativen beschäftigt sich PASCH auch mit der Fort- und Ausbildung der Lehrkräfte. Es sei an dieser Stelle zu bemerken, dass in den letzten zehn Jahren die Zahl der Deutschlehrer in Russland von 36 000 bis auf 14 000 gesunken ist. Deshalb schenkt PASCH immer mehr Aufmerksamkeit der Verbesserung der Qualifikation der Lehrkräfte. So fand beispielsweise im April 2016 in Berlin eine fachorientierte Konferenz statt, wo Teilnehmer aus Weißrussland, Kirgisien, Kasachstan, Ukraine, Georgien, Russland und Deutschland Meinungen zur Thematik der Umwelt austauschten.

Die höchste Belohnung nach Abschluss der Ausbildung im Rahmen der PASCH-Schulen ist für die Schüler die so genannte „Brücke zur Hochschule“: Unter Beistand des Konzerns Volkswagen und des Allianz der RuhrUniversitäten bekommen die erfolgreichsten Absolventen der Schulen, die am PASCH-net teilhaben, die Möglichkeit, ohne jegliche Vorbereitungslehrgänge an deutschen Universitäten zu studieren. Eine ernste Motivation, denn laut der Umfrage der GoetheInstitutsmächte möchte die Hälfte von 10000 Befragten eine Hochschulbildung in Deutschland erwerben.

Quelle: Zeitung für Dich 

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