05 Oktober 2017

Bilanz der Internationalen Sprachkonferenz in Moskau

Martina Scharf, Moderatorin der Plenarsitzung

Auf der Konferenzplenarsitzung am 4. Oktober wurde die Bilanz der am 1.–4. Oktober in Moskau stattfindenen V. Internationalen wissenschaftlichen-praktischen Konferenz: „Deutsche in Russland: Lebenslanges Sprachenlernen. Motivation. Potenzial. Modelle“ gezogen. Die Organisatoren der Veranstaltung: Internationaler Verband der deutschen Kultur und das Institut für ethnokulturelle Bildung – BiZ.

Im Laufe der Plenarsitzung am Abschlusstag der Veranstaltung im Konferenzzentrum des Hotels „Borodino“ in Moskau wurden Arbeitsergebnisse der Sektionen vorgestellt, wobei  die Sektionsteilnehmer Thesen für die Aufnahme in den Resolutionsentwurf der Konferenz abfassten.

Die Teilnehmer der Sektion „Frühes Deutschlernen: ‚Deutsch mit Schrumdi‘ über Wurzeln und Flügel“  gaben die Anregung zur Systematisierung der Arbeit mit Eltern und zur Schaffung einer Internetplattform mit methodischen Ausarbeitungen für die Deutschlehrer auf dem Informationsportal RusDeutsch.  

„Deutsch als Minderheitensprache pflegen und bewahren: Wjar schwezt denn to noch Taitsch?“ Im Arbeitsverlauf der Sektion schlugen die Teilnehmer vor, Bildungsseminare über die Nutzung der Dialekte außerhalb des Unterrichts und Dialektologie für Deutschlehrer durchzuführen. Der zweite Vorschlag beinhaltete die Organisation einer Konferenz zur Geschichte und zum gegenwärtigen Zustand der Dialekte der Russlanddeutschen in der sibirischen Region.

Die Sektionsteilnehmer „Bildungsmodelle der deutschen Minderheiten in einer polykulturellen Gesellschaft“ legten den Aufbau einer planmäßigen Zusammenarbeit mit den europäischen Hochschulen, die Ausarbeitung einer methodischen Grundlage für ethnokulturelle Bildung,  u.a. auch für die Schulklassen 1–9, sowie Schaffung eines Elternkomitees der Russlanddeutschen auf föderaler Ebene nah. 

Auf der Grundlage der Ergebnisse der Sektion „Zweisprachigkeit im künstlerischen Prozess als Voraussetzung für sprachliche und kulturelle Identitätsförderung – durch Kreativität zur Identität“ wurden folgende Thesen vorgebracht: Schaffung der Richtlinien für themenbezogene ethnokulturelle Arbeitsgruppen und des dazu benötigten methodischen Materials;  Entwicklung einer App zur Spracherlernung und Durchführung von Fortbildungskursen mit Sport-Ausrichtung für Deutschlehrer; Verknüpfung vom Spracherwerb und kreativem  Prozess.

In der Sektion „Deutsch als Minderheitensprache. Persönliche und berufliche Entwicklung. ‚Karriere mit Deutsch‘“ wurde der Vorschlag unterbreitet, die Zusammenarbeit mit den Eltern zu stärken und an konkreten Beispielen vorzuführen, welche Möglichkeiten das Erlernen der deutschen Sprache eröffnet; Ferner kamen die Anregungen die Beziehungen zu Bildungseinrichtungen in Deutschland sowie den Austausch der Experten aus unterschiedlichen Berufszweigen zu festigen; Stärkung der Partnerschaft zu Förderorganisationen solchen wie DAAD, ifa, ZfA, Goethe-Institut und anderen ist ein weiteres Ziel.  

Aleksandr Minor, Leiter des Lehrstuhls für deutsche Sprache und Unterrichtsmethodik am Saratower Staatlichen Pädagogischen Fedin-Institut (Saratow)

Die Teilnehmer der Sektion "Dem Mutterwort entgegen: Literatur der Russlanddeutschen als Motivationsmittel" kamen zum Schluss, dass viele russlanddeutsche Autoren in Deutschland und deutschsprachigen Ländern nicht bekannt sind, obwohl sie einen Teil des russlanddeutschen Kulturerbes darstellen. Aus diesem Grund besteht die Notwendigkeit, diese Werke ins Deutsche zu übersetzen, so dass sie auch im Ausland gelesen werden.   Zum weiteren  eigenständigen  Diskussionsthema wurde die Kinder- und Jugendliteratur, die nach Meinung der Experten erforscht und veröffentlicht werden muss, um die Liebe zur russlanddeutschen Literatur schon in der Kindheit zu wecken.

Im Rahmen der Konferenz wurden Vorträge führender Experten im Bereich des Erlernens der deutschen Sprache vorgestellt, es fanden Podiumsdiskussionen, Offener Dialog „BiZ. 25 Jahre der Bildungstätigkeit im System der Selbstorganisation der Russlanddeutschen“ sowie das Konzert der Sieger des Gesamtsibirischen Werner- Festival-Wettbewerbs statt.

An der Konferenz nahmen Vertreter gesellschaftlicher und staatlicher Einrichtungen Russlands und Deutschlands teil, die Vertreter der Föderalistischen Union Europäischer Nationalitäten (FUEN), Deutschlehrer, Multiplikatoren im Bereich der Kinder- und Erwachsenenspracharbeit,  Mitglieder des Rates für Spracharbeit aus der Selbstorganisation der Russlanddeutschen, Mitglieder des Deutschlehrerverbandes,  Vertreter der Sprachbildungseinrichtungen – Goethe-Institut Moskau, Zentralstelle für das Auslandsschulwesen in Moskau (ZfA), Deutscher akademischer Austauschdienst (DAAD) und andere.

Die Abschlussveranstaltung der Sprachkonferenz war die feierliche Siegerehrungszeremonie der Preisträger des VI.  Gesamtrussischen Wettbewerbs „Freunde der deutschen Sprache“.  Sie fand im Moskauer Theater des jungen Zuschauers statt.


Die V. Internationale wissenschaftlich-praktische Sprachkonferenz „Deutsche in Russland: Lebenslanges Sprachenlernen. Motivation. Potenzial. Modelle“ findet am 1.–4. Oktober 2017  in Moskau statt.  

Im Rahmen der Konferenz halten führende Experten im Bereich des Erlernens der deutschen Sprachen Vorträge, es werden Rundtischgespräche und Podiumsdiskussionen und die feierliche Siegerehrungszeremonie der Sieger des VI. Gesamtrussischen Wettbewerbs „Freunde der deutschen Sprache“ veranstaltet. 

Organisatoren: Internationaler Verband der deutschen Kultur und das Institut für ethnokulturelle Bildung – BiZ. Arbeitssprachen der Konferenz: Deutsch und Russisch.

Rubrik: Sprachkonferenz

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