08 November 2017

Russlanddeutsche sind im Großen Kremlpalast aufgetreten

- Ekaterina Keier -


Künstler des ethnokulturellen Ensembles „Folklorenwager“ sind im Großen Kremlpalast beim festlichen Konzert „Gemeinsam eins“ am 4. November aufgetreten.

Am feierlichen Konzert nahmen folgende bekannte Interpreten teil: Lev Letschenko, Alexander Malinin, Anzhelika Agurbasch, Ilja Reznik, Renat Ibragimov, Igor Saruchnov, Mischel Legran, Charles Aznavour, Teilnehmer des Projektes „Voces“ Metodie Buzhor und Sergej Voltschkov. Sein Können präsentierte der Russische Pjatnizki-Volkschor, das staatliche akademische Nadezhdona-Ensemble "Beryozka“, das Aleksandrov-Ensemble der russischen Arme und viele andere.

Das deutsche Tanzensemble „Folklorenwagen“ war die einzige Amateurgruppe. Trotz eines harten Probeplans waren die Künstler aus Petrozavodsk hervorragend auf den Auftritt auf der wichtigsten Bühne des Landes vorbereitet.

„Die Teilenehmer der Tanzgruppe kamen schon vor dem Beginn der geplanten Probe in den Kremlpalast“, erzählte die Managerin der IVDK-Kulturabteilung Ekaterina Schevzova. „Die Veranstalter zeigten uns ein freies Foyer, wo unsere Tänzer mit der Probe dann auch angefangen haben. Bemerkenswert war, dass die Mitarbeiter des Palastes nicht einfach vorbeilaufen konnten. Alle blieben stehen und schauten den deutschen Tänzen mit großem Interesse zu!“

Für eine Bühnenprobe hatte die Gruppe nur 15 Minuten Zeit. Aber auch da begeisterte die Tanzgruppe aus Petrozavodsk die Veranstalter des Konzertes. Es stellte sich heraus, dass die Teilnehmer der Tanzgruppe die einzigen waren, die Ihren Auftritt musikalischlive begleitet haben. „Es war meine erste professionelle Zusammenarbeit mit einem Tontechniker“, berichtet die Schlagzeugerin des Gruppe Olga Spät. „Können Sie sich vorstellen, die Mikrofone wurden extra für uns eingestellt und der Ton wurde für jedes Instrument extra eingestellt! Für mich war das eine einzigartige Erfahrung. Wir waren sehr aufgeregt. Ich bin Bauingenieurin von Beruf und keine Musikerin. Das Tamburin hat mir unser Leiter Valerij Izjumov beigebracht. Die nötige Unterstützung bekam ich von meiner Tochter die mir gesagt hat: Mama, du schaffst es!“

Das Ensemble „Folklorenwagen“ hat eine sehr schwere Tanzeinlage nach Moskau mitgebracht: Den bayerischen Tanz „Windmühle“. Zehn Paare imitieren dabei nicht nur eine Windmühle, sondern auch die Arbeit der Müller. „Wir wurde sehr gut vom Publikum aufgenommen, die Zuschauer applaudierten sogar während unseres Auftrittes!“, berichtet über den Auftritt Margarita Kunzmann, Teilnehmerin der Gruppe. „Einen besonderen Applaus haben wir für das Element der Windmühle bekommen, wo die Männer die Frauen umkreisen.“

Die Künstler aus Petrozavodsk hatten ihren Auftritt in der zweiten Hälfte des Konzertes und konnten sich somit die Auftritte des ersten Teils anschauen. „Sehr beeindruckt hat mich der Auftritt des Ensembles "Beryozka“, erzählt Ekaterina Gerasimova. „Welches Können und was für eine bemerkenswerte körperliche Vorbereitung ist gefragt, damit man auf der Bühne so schwebt! Es war beim Zuschauen schon zu sehen, wie viel Arbeit dahinter steckt!“

„Unsere Tanzgruppe tritt aktiv auf und nimmt oft an verschiedenen Festivals teil“, berichtet die künstlerische Leiterin der Gruppe und Ballettmeisterin Lidia Knoll. „Aber der Auftritt im Großen Kremlpalast ist eine sehr große Verantwortung. Wir haben uns lange darauf vorbereitet und war sehr froh, dass wir so herzlich vom Publikum empfangen wurden“.

„Die Tanzgruppe aus Petrozavodsk „Folklorenwagen“ ist ein einzigartiges kreatives Team“, so die Vorsitzende des interregionalen Koordinierungsrates der Begegnungszentren der Zentralen- und Nordwestregionen der Russlanddeutschen Natalja Demke. „Sie stellen uns nicht nur den deutschen Tanz vor, sie leisten somit auch eine große historische und kulturelle Arbeit. Jedes Kostüm der Tänzer und Musiker ist authentisch. In den Kleidern, Hemden, Hosen, Blazern gibt es keinen einzigen zufälligen Gegenstand: Die Hosenträger, hochwertige Spitze der Damenunterhöschen, die man unter den Röcken sieht, die Schuhschnallen, sogar die Hutfedern – alles entspricht den historischen Kostümen. Es freut mich sehr, dass diese Tanzgruppe auf so einem hohen Niveau die Kultur der Russlanddeutschen präsentiert hat. „Gemeinsam eins“ Gut gemacht!“

Rubrik: Arbeit in den Regionen

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