10 Januar 2018

Sie sehen die Welt auf eine ganz besondere Weise!

- Ekaterina Kaier -


In der Moskauer Region Kolomna wurde die Ausstellung "Weihnachtstraditionen" eröffnet. Die ersten Gäste der Ausstellung, die am Vorabend eines der beliebtesten christlichen Feiertage eröffnet wurde, waren besondere Kinder - Schüler des Stadtzentrums von Kolomna für Rehabilitation von Behinderten.

In einer der Hallen des Ausstellungszentrums "Liga" werden kreative Arbeiten von Kindern vorgestellt. Hier gibt es wirklich alles! Meisen, Hunde-Symbole des kommenden Jahres, Schneemänner, verschneite Winterlandschaften, die in verschiedenen Techniken gemacht wurden. Hier gibt es Werke aus Perlengeflecht und Filzen aus Wolle, sowie Bilder aus Stoff, Folie sowie aus natürlichen Materialien.

„Unsere Kinder machen sehr gern bei derartigen Ausstellung mit, die von der national-kulturellen Autonomie der Russlanddeutschen in Kolomna durchgeführt werden“,  sagt die Lehrerin des Zentrums für Rehabilitation Natalya Martynowa. „Immerhin steht hier im Mittelpunkt der Veranstaltung das Kind. Die Kinder unterhalten sich mit den Besuchern und haben die Möglichkeit, ihre Arbeiten zu präsentieren, um zu zeigen, wie talentiert sie sind! Der Kolomenskaya Organisation der Russlanddeutschen ist es für eine kurze Zeit gelungen, eine wirksame inklusive Plattform zu schaffen, wo unsere Kinder sich gebraucht fühlen.“

In einem anderen Raum kann man eine andere Ausstellung bewundern, die den Weihnachtstraditionen der Russlanddeutschen gewidmet ist. In diesem Jahr wurde die Krippe, die von bayerischen Handwerkern speziell für die Autonomie Kolomnas hergestellt wurde, mit Sand dekoriert. Dies wurde zu einer Art Designfund: Die Kinder begannen sofort im Sand zu malen. Ein Mädchen malte die Sonne, danach zeichnete ein Junge einen Panzer. So wurde die Krippe für einige Zeit zum Mittelpunkt der Feier. Die Kinder bewunderten die Gestalten der Heiligen Familie, der Heiligen Drei Könige, der Hirten und der einfachen Menschen, die kamen, um Christus anzubeten. "Diese Kinder sind einzigartig", sagt die Vorsitzende der Organisation der Russlanddeutschen, Natalia Dempke. – „Sie schauen die Welt mit großen Augen an und sehen sie auf ihre eigene Art. In den letzten zwei Jahren haben wir mit einem Rehabilitationszentrum zusammengearbeitet. Und jedes Mal bewundere ich das Talent, die Spontanität und Vitalität dieser speziellen Kinder! Deshalb ist unsere Hauptaufgabe, ihnen diese vielfältige Welt zu zeigen! ".

Bei der Weihnachtsausstellung konnte man vieles anfassen. So spielten die Mädchen und Jungen mit einem echten deutschen Nussknacker. Aber noch mehr gefielen ihnen die riesigen Figuren des gestiefelten Katers und des Nussknackers, mit denen man sich fotografieren konnte.

Nach der Ausstellungseröffnung trafen sich die Kinder mit Snegurotschka, mit der Katze und der Zarin. Zusammen mit diesen Märchenfiguren machten die Mädchen und Jungs Seifenblasen, erraten Rätsel und sangen. Besonders gefiel den Kindern das Puppenspiel, bei dem sie gelichzeitig Zuschauer und Teilnehmer waren. Aber die Feier endete damit noch nicht. Die Feierlichkeiten gingen auf der Straße weiter. Hier tanzten die Kinder und die Eltern um den Weihnachtsbaum zusammen mit Väterchen Frost und Snegurotschka, von denen sie später bunte Päckchen mit Geschenken bekamen.

Die zwölfjährige Victoria Savchenko war eine der aktivsten Teilnehmerinnen der Weihnachtsfeier. Dies ist ein unglaublich offenes Mädchen, das bereit ist, die ganze Welt zu lieben und ganz viele Freunde zu finden! Victorias Mutter Anna Savchenko ist nicht überrascht von der Aktivität und Freundlichkeit ihrer Tochter: "Sie war schon immer so. Alle Menschen, die uns begegnen: der Schaffner in der Straßenbahn, alle Besicher des Zentrums - sie alle zählen zu den besten Freunden meiner Tochter. Sie liebt es, mit Gleichaltrigen zu kommunizieren. Aber genau das fehlt ihr am meisten, weil sie zuhause lernt. Vika freute sich schon auf diese Feier und bereitete sich darauf vor, denn sie wurde Mitautorin von drei an der Ausstellung präsentierten Arbeiten. Heute hat das Mädchen ihren Kommunikationsdurst gestillt und von zahlreichen Zuschauern begeisterte Reaktionen über ihre Arbeit erhalten. Für sie ist eine derartige Anerkennung sehr wichtig!"

Das Projekt "Gleiche unter Gleichen", das auf die Sozialisierung von besonderen Kindern abzielt, begann im September letzten Jahres. Dann wurden die Kinder des Rehabilitationszentrums zum ersten Mal Teilnehmer des Festivals "Picknick im Kreml".

Sie konnte bei fast alle kreativen Stationen und Workshops mitmachen. In diesem Jahr organisiert die Organisation der Russlanddeutschen die vierte Veranstaltung für besondere Kinder. So besuchten die Kinder am Kindertag das Heimatkundemuseum, lernten die Musikkultur des Kolomnalandes kennen und machten einen Ausflug um den alten Kolomna auf dem Omnibus. Am Stadtfest nahmen die Kinder des Zentrums an der Kunstausstellung "Einheimisches Land mit den Augen der Kinder" teil und genossen ein Konzert der Kreativteams der Stadt. Die Kinder erinnern sich noch immer noch an das Fest „Schul-Funtik" - ein Fest zu Beginn des Schuljahres.

Als Zeichen der Freundschaft und Zusammenarbeit schenkten die Kinder des Rehabilitationszentrums der Vorsitzenden des Rates der Organisation der Russlanddeutschen Natalia Dempke selbst gemachte Spielzeughunde. "Jedes Mal werden unsere Veranstaltungen zahlreicher", sagt Natalia Ivanovna. „Zu Weihnachten haben wir fünfzig Mädchen und Jungen eingeladen. Fast jeder kam. Und nicht alleine! Sie brachten Eltern, Großeltern, Geschwister und Freunde mit! So wurde aus unserem Fest ein richtiges Familienfest. Und so soll Weihnachten wirklich sein! "

Die Ausstellung wurde im Rahmen des Projekts "Gleiche unter Gleichen" durchgeführt, das auf die Sozialisierung von besonderen Kindern abzielt. Das Projekt wird auf Kosten der Förderung der Regierung der Region Moskau ausgeführt.

Rubrik: Arbeit in den Regionen

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