01 Februar 2018

Noch gibt es kein Geld, aber bleiben Sie dran

Anna Elert

Bis zum Jahresende konnten ehemalige Trudarmisten ihren Anspruch auf eine symbolische Entschädigung bei der deutschen Bundesregierung geltend machen. Doch das versprochene Geld ist noch nicht da. Wie lange können die Entschädigten noch warten? Ein Artikel der MDZ.

 Die deutsche Bundesregierung hat 2015 beschlossen, an Menschen wie Robert Naumann und Anna Elert eine symbolische Entschädigung von 2.500 Euro auszubezahlen. Für diesen Zweck wurden rund 50 Millionen Euro bereitgestellt. Die Entschädigung sollte an alle ehemaligen Zwangsarbeiter, die als Zivilisten aufgrund ihrer deutschen Staatsangehörigkeit oder ihrer deutschen Volkszugehörigkeit während des Zweiten Weltkrieges oder infolge der Nachwirkungen des Zweiten Weltkriegs zur Zwangsarbeit gezwungen wurden, ausbezahlt werden.

Bis zum 31. Dezember 2017 wurden persönliche Entschädigungsanträge entgegengenommen. Anspruch auf diese Entschädigung haben auch nahe Angehörige ehemaliger Zwangsarbeiter (Kinder oder Ehegatten) im Falle, wenn der Antragssteller in der Zeit vom 27. November 2015 bis zum 31. Dezember 2017 verstorben ist.

Insgesamt wurden nach Angaben von Eckhard Pols, des Vorsitzenden der Gruppe der Vertriebenen, Zuwanderer und deutschen Minderheiten in der CDU/CSU-Fraktion im Bundestag, 46.336 Anträge eingereicht. Mehr als die Hälfte derer, die gewaltsam zu Arbeitskolonnen in der ehemaligen Sowjetunion mobilisiert wurden.

Etwa 4000 Anträge kamen aus Rumänien, aus den Regionen, die einst dem Dritten Reich gehörten, darunter auch weitere 1900 Anträge aus Polen. 90% aller Antragsteller sind über 80 Jahre alt. Zwei Drittel davon sind Frauen. Anträge wurden auch von den Selbstorganisationen der Russlanddeutschen eingesammelt. Insgesamt gingen 117 Anträge beim Internationalen Verband der deutschen Kultur ein. 57 Anträge davon wurden allen von der Vorsitzenden des Koordinationsrates der Russlanddeutschen in der Region Kemerowo, Sofja Simakowa, eingesammelt und eingeschickt. Um dies zu erreichen, hat sie 2017 mit Unterstützung der regionalen Sozialabteilung großartige Arbeit geleistet.

Über die Möglichkeit einen solchen Antrag zu stellen, wurde in allen lokalen Zeitungen berichtet. "Wir haben unsere Datenbank von Deportierten und Zwangsarbeiter in der Region erheblich erweitert. Im letzten Jahr habe ich fast alle Betroffenen besucht, die Hälfte von ihnen lebt unter schlechten Lebensbedingungen, das haben sie nun wirklich nicht verdient", sagt Sofja Simakowa. Weder Robert Naumann noch Anna Elert, sowie die anderen 55 Antragssteller aus der Region Kemerowo haben ihre Entschädigung bereits erhalten. Fast alle Antragsteller sind zwischen  85-90 Jahre alt. 

 

Der Artikel erschien erstmals in russischer Sprache in der Moskauer Deutschen Zeitung 1/2018. 

Rubrik: Nachrichten aus den Regionen

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