05 Dezember 2016

Woher kommen die Deutschen in Russland?


Gala Kober, Leiterin der nationalen Kulturautonomie in Puschkino, wurde mit der Prämie "Unser Podmoskovje" des Gebietes Moskau in der Kategorie "Verbindung der Zeiten" für ihre mobile Fotoausstellung "Russlanddeutsche - wer sind sie? 250 Jahre Dienst in Russland" ausgezeichnet.

Die mobile Ausstellung entstand 2012 und ist dem Anfang der Geschichte der Russlanddeutschen gewidmet (Am 4. Dezember 1762 lud Katharina II. mit einem Manifest Ausländer dazu ein, nach Russland zu emigrieren). Die Präsentation der Ausstellung fand an den Weihnachtstagen des Jubiläumsjahres statt. 2013 wurde diese der Völkerversammlung von Podmoskovje vorgestellt, wo sie auf viel Resonanz stieß. 

Die Idee zu diesem Projekt kam Kober bereits lange vor dem Jubiläumsjahr. Da die nationale Kulturautonomie im Integrationshaus der Freundschaft untergebracht sind, haben die verschiedenen Völkergemeinden bereits einige gemeinsame Projekte gestartet. So wurden bereits Ausstellungen, bei denen Alltagsgegenstände und Kostüme präsentiert wurden, durchgeführt, bei denen Kindern und Jugendlichen über die Organisationen und Geschichte ihrer Nation aufgeklärt worden waren. 

"Also dachte ich daran, dass das deutsche Büro seine Gäste ständig begeistert", erzählt Gala Kober. "Mir wurde immer wieder die gleiche Frage gestellt: Woher kommen die Deutschen aus Russland? Wer sind sie und was machen sie hier? Und einigte fragten direkt: Seid ihr Nachfahren von deutschen Gefangenen aus dem Zweiten Weltkrieg? Irgendwann kam der Moment, in dem wir genervt davon waren, ständig dieselbe Frage zu beantworten."

Und so entstand die mobile Fotoausstellung, die über die Geschichte der Deutschen in Russland handelt. Sie ist ein erfolgreicher Versuch, das schlechte Image der Deutschen seit dem Zweiten Weltkrieg zu verbessern: "Unsere Aufgabe ist es zu zeigen, dass wir eine Nation Russlands sind, die hier seit Jahrhunderten lebt und interessante Vertreter hervorbringt", sagt die Leiterin der nationalen Kulturautonomie in Puschkin. 

Gala Kober ist Künstlerin. Deswegen gestaltete sie die Exposition als älteres Fotoalbum. Die Fotos sind grau unterlegt und enthalten Porträts bekannter Persönlichkeiten und deren Biographien. 

Heute enthält die Ausstellung "Russlanddeutsche - Wer sind sie? 250 Jahre Dienst in Russland" über mehr als 50 Exponate und es werden immer mehr Ausstellungsnamen. Gala Kober hat bereits neue Ideen: "Wir planen ein "unsterbliches Regiment" und ergänzen die Ausstellungen mit Namen von Soldaten des Zweiten Weltkrieges. Sie haben Tapferkeit bewiesen, alle Hürden des Krieges genommen."

Die Prämie „Unser Podmoskovje“ wurde 2013 vom Gouverneur des Gebietes Moskau, Andrej Vorobrjev, geschaffen. Das Ziel dieser Prämie ist die Unterstützung sozialer Initiativen der Bewohner in der Region. Die deutsche Autonomie von Kolomna nahm jedes Jahr am Wettbewerb teil. 2016 entschied eine Jury über 37.000 Bewerbungen, von denen drei die mit der Prämie ausgezeichnet worden sind. 

Rubrik: Nachrichten aus den Regionen

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